Embraer E190-E2 in Tech-Eagle-Bemalung: Heimische Airlines sollen Embraer kaufen.

Staat macht DruckLatam und Gol vor Bestellung bei Embraer

Nicht nur Azul, auch deren Konkurrentinnen sollen Flugzeuge von Embraer kaufen. Dies macht der Staat zur Bedingung für Hilfen an Latam und Gol.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Gut geht es der brasilianischen Luftfahrt schon länger nicht. Nur 2017 und 2019 konnten die drei großen Fluglinien des Landes Gewinne einfliegen. Mit der Pandemie hat sich die Situation weiter zugespitzt, auch weil der Staat Latam, Gol und Azul  und Co. keine finanziellen Hilfen gewährte. Sie mussten sich selbst helfen.

Die brasilianische Einheit der chilenischen Latam konnte die Schuldenlast um etwa 3,6 Milliarden Dollar reduzieren. Gol durchläuft seit Anfang 2024 ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11, um seine finanziellen Verpflichtungen zu restrukturieren und langfristig überleben zu können. Zudem laufen Fusionsverhandlungen mit Azul.

Neue Kredite

Dennoch fordern die drei großen Fluglinien Kreditlinien in Höhe von mindestens drei Milliarden Real oder umgerechnet 560 Millionen Euro vom brasilianischen Staat. Mit dem Geld sollen die Nachwirkungen der Pandemie weiter abgefedert werden sowie finanzielle Mittel zur Entwicklung neuer Produkte, Prozesse und digitaler Technologien zur Verfügung stehen.

Nun fordert der Staat in Person von Aloizio Mercadante, Chef der Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung BNDES, eine Gegenleistung. Die drei Airlines sollen verpflichtend Flugzeuge bei Embraer kaufen, schreiben lokale Medien. Denn aktuell liegt der Anteil brasilianischer Flugzeuge bei den drei Airlines bei nur 12 Prozent, so Mercadante.

Embraer bestätigt Gespräche

Während Latam und Gol keine Embraer-Jets betreiben, setzt Azul auf rund 60 Flugzeuge aus brasilianischer Produktion. «Die Gespräche sind bereits weit fortgeschritten», sagte Mercadante. Details wollte er nicht verraten. Embraer-Chef Francisco Gomes Neto bestätigte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass er in Gesprächen mit Gol und Latam stehe.

Latam und Gol haben bisher keine Stellungnahme abgegeben. Latam setzt auf die Airbus-A320-Familie und Gol hat nur Boeing 737 und 737 Max in der Flotte. Weil sich laut Mercadante die Nachfrage in Brasilien deutlich erholt, brauchen die Fluglinien aber neue Flugzeuge. Während Airbus und Boeing auf Jahre ausgebucht sind, hat Embraer ab 2026 Lieferslots.

Win-win für Brasilien

Die Politik der brasilianischen Regierung unter Präsident Lula will mit diesem Schritt die Luftfahrt im Land fördern und den heimischen Hersteller Embraer stärken. Dadurch sollen Arbeitsplätze geschaffen und Steuereinnahmen erhöht werden.

Mehr zum Thema

Airbus A320 von Latam in São Paulo-Congonhas: Die Airline ist die Nummer eins in Brasilien.

Warum Brasiliens Fluggesellschaften gerade jetzt Probleme haben

Brasilien will Fluggesellschaften unterstützen

Brasilien will Fluggesellschaften unterstützen

Boeing 737-800 von Gol: Die Airline kämpft um ihre Flugzeuge und Zukunft.

Jetzt geht ein Zickenkrieg zwischen Latam und Gol los

ticker-embraer

Embraer erhält Dreifach-Zulassung für Praetor 600E

Video

erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sukhoi Su-57: Erstflug absolviert.
Die neue Variante des russischen Kampfjets soll nicht nur Pilotinnen und Piloten ausbilden, sondern künftig auch Kampfdrohnen koordinieren. Moskau positioniert die Sukhoi Su-57D damit noch stärker als Antwort auf amerikanische Tarnkappenflugzeuge wie die Lockheed Martin F-35.
gerard al fil
Gérard Al-Fil