Das neue Wilshire Grand in Los Angeles (mit Antenne): Bauherrin Korean Air.

Korean Air will hoch hinaus

Die koreanische Fluggesellschaft baut das höchste Gebäude in Los Angeles und vervielfacht die Flüge in die USA. Doch auch in Europa hat sie viel vor - mit CSA.

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Es sind nur 82 Fuß. Aber es sind 82 entscheidende Fuß. 1100 Fuß oder 335 Meter hoch wird der neue Wolkenkratzer in Los Angeles, der derzeit vom amerikanischen Architekturbüro AC Martin Partners geplant wird. Das neue Wilshire Grand wird höher in den Himmel ragen als der U.S. Bank Tower mit seinen 1018 Fuß. Der Komplex mit 900-Zimmer-Hotel, Büros und Einkaufszentrum wird nach seiner Fertigstellung im Jahr 2017 das höchste Gebäude in der kalifornischen Metropole und im ganzen Westen der USA sein. Das zeigt die Ambitionen von Korean Air. Denn sie ist Auftraggeberin des Bauwerks. Das zeige «die anhaltende Beziehung zu dieser großartigen Stadt», erklärte Korean-PräsidentY.H. Cho Anfang Februar. Auch sonst hat die koreanische Airline in den USA viel vor. Auf den Sommerflugplan erhöht sie die Frequenzen von Seoul nach Seattle, Dallas und Toronto von fünf auf sieben wöchentliche Flüge, nach Las Vegas fliegt sie dann nicht mehr drei, sondern vier Mal die Woche. Und ab August wird Korean mit dem Airbus A380 zehn Mal wöchentlich Seoul und Atlanta verbinden.

Doch nicht nur in den Vereinigten Staaten hat Korean hohe Ambitionen. Die Fluggesellschaft will sich auch in Zentraleuropa ein festes Standbein sichern. Sie will dazu 49 Prozent an CSA Czech Airlines schnappen, wie kürzlich bekannt wurde. Die Regierung in Prag möchte die tschechische Nationalairline schon länger privatisieren. Sie hält derzeit einen Anteil von 96 Prozent und will diesen signifikant reduzieren. Im Dezember hatte sie angekündigt, dass CSA bis April privatisiert sein soll. Das scheint nun tatsächlich zu gelingen.

Asien ein interessanter Markt

Korean bestätigte laut dem Magazin Air Transport World, dass man momentan die Bücher prüfe. Wenn alles in Ordnung sei, stehe einem Kauf nichts im Wege. Das Management von CSA solle so oder so weiter in Prag liegen. Neben Korean hatte im Dezember auch Qatar Airways Interesse an der tschechischen Fluggesellschaft bekundet. CSA Czech Airlines betreibt momentan noch eine Flotte von 25 Airbus- und ATR-Fliegern. Korean betreibt eine Flotte von 145 Jets, hauptsächlich von Boeing. Zum Flugzeugpark gehören aber auch sechs A380. Die Airline plant schon länger, ihr Netz in Europa auszuweiten. Bisher fliegt sie auf dem Kontinent 12 Destinationen an.

Asien scheint für die Tschechen aber ein interessanterer Markt zu sein. Nach einem dreijährigen Unterbruch startet CSA Czech Airlines im Juni wieder Langstreckenflüge. Auf den Sommer hin wird sie einen Airbus A330 leasen, der dann von Prag nach Seoul fliegen wird. Auf der Strecke kooperiert CSA jetzt schon mit Skyteam-Kollegin Korean. «Die Entwicklung des Marktes bestätigt unseren Glauben, dass die Zukunft des Luftfahrtgeschäftes in Verbindungen nach Asien liegt», erklärte damals der Vorstandsvorsitzende Philippe Moreels.

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