Flügelklappe der abgestürzten Boeing 777:

Neue Studie Kleine Krebse sollen Aufschluss über den Verbleib von MH370 geben

Alle Suchen nach dem Wrack von Flug MH370 blieben bislang erfolglos. Jetzt haben US-Forschende eine Methode entwickelt, mit der man das Suchgebiet für die Boeing 777 von Malaysia Airlines neu definieren könnte.

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Seepocken - diesen nicht sehr schmeichelhaften Namen tragen kleine Krebse, die sich am Untergrund festsitzen und eigentlich für Laien eher aussehen wie Muscheln. Sehen kann man sie oft an Molen oder Bojen – und auf Bildern der Trümmerteile der Boeing 777 mit dem Kennzeichen 9M-MRO, welche am 8. März 2014 auf Flug MH370 verschwand.

Auch mehr als neun Jahre nach dem Verschwinden gibt es zwar unzählige Theorien (und auch Verschwörungstheorien), aber keine Klarheit über die Ursache und den Verbleib des Fliegers Malaysia Airlines. Die Suche nach dem Wrack wurde schon lange eingestellt.

Suchgebiet eingrenzbar

Ein Team von Meeresbiologen glaubt nun aber, dass es helfen kann, das Wrack zu finden. In der Fachzeitschrift AGU Advances hat es diese Woche eine Studie veröffentlicht, in der es erklärt, wie man anhand der Untersuchung von Seepocken das Suchgebiet stark eingrenzen könnte. Der Grund: Die kleinen Krebse setzen sich je nach Meerestemperatur und -umgebung anders zusammen.

Sie bilden dabei etwas, das man mit Baumringen vergleichen kann. Die Seepocken, die auf den Trümmern, die mehr als ein Jahr nach dem Absturz zuerst auf der Insel La Réunion angespült worden waren, haften, sind alt genug, um sich direkt nach dem Absturz auf der Flügelklappe der Boeing 777 angesiedelt zu haben, heißt es.

Neuartige Methode entwickelt

Im Labor haben die Forschenden eine neuartige Methode entwickelt, mit der man die Seepocken auf Temperatur und Zusammensetzung untersuchen kann. «Diese Studie liefert die erste experimentell abgeleitete Gleichung, die die Sauerstoffisotopenwerte der Schalen der Stielseepocke L. anatifera mit der Temperatur der Meeresoberfläche während der Schalenbildung in Beziehung setzt» heißt es in der Zusammenfassung.

Konkret führte das Team ein Wachstumsexperiment mit lebenden Seepocken durch. So konnte man aufgezeichnete Temperaturen aus den Schalen der Tiere ableiten. Auch Daten von Seepocken von der Flügelklappe von Flug MH370 von Malaysia Airlines hatten sie zur Verfügung - doch diese Seepocken waren laut der Studie noch zu klein. Auf Fotos sei zu erkennen, dass es deutlich ältere der Krebse auf dem Trümmerteil gibt.

Behörden sollen Trümmerteile freigeben

Die Trümmerteile der Boeing 777 von Malaysia Airlines sollen die französischen Ermittler freigeben, so die Forderung der Wissenschaftler. Dann ließe sich, davon ist man bei der University of South Florida überzeugt, eine neue Suche in einem kleineren Suchgebiet durchführen.

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