Eine Bombardier CRJ1000 von Hop: Geht das Jet-Programm an einen Mitsubishi?

Verhandlungen bestätigtKauft Mitsubishi das CRJ-Programm von Bombardier?

Die CRJ-Regionaljets bringen Bombardier Verluste. Nun verhandeln die Kanadier mit Mitsubishi über einen Verkauf. Es wäre ihr Ausstieg aus dem Linienflieger-Geschäft.

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Bombardier hat die Mehrheit an der C-Series ebenso verkauft wie die Turbopropsparte mit den Dash 8. Der Bau der verbliebenen CRJ-Regionalflieger ist hochdefizitär. Daher erwarteten viele, dass sich der kanadische Mischkonzern auch davon trennt. Nun könnte es soweit sein. Denn Bombardier verhandelt mit Mitsubishi Heavy Industries über einen Verkauf des CRJ-Programmes. Das bestätigten die Kanadier am Mittwoch (5. Juni), nachdem zuerst das Fachportal The Air Current über die Gespräche berichtet hatte.

Sollte der Deal zustande kommen, wäre es Bombardiers Ausstieg aus dem Linienflieger-Geschäft. Der Konzern würde in der Luftfahrt nur noch auf Businessjets setzen. Den ganzen Bereich hatten die Kanadier in den 1980er-Jahren mit diversen Übernahmen aufzubauen begonnen.

CRJ und MRJ bald zusammen?

Bombardier habe auch mit anderen potenziellen Interessenten für das CRJ-Programm verhandelt, befände sich aber nun in exklusiven und fortgeschrittenen Gesprächen mit Mitsubishi, schreibt das Portal. Eine Einigung könnte bei der Luftfahrtmesse in Paris Le Bourget ab dem 17. Juni verkündet werden. Mitsubishi Heavy Industries ist der Mutterkonzern von Mitsubishi Aircraft. Die Luftfahrtsparte arbeitet mit viel Verspätung am Mitsubishi Regional Jet MRJ, der auf der Messe womöglich einen neuen Namen bekommt.

Kaufen die Japaner das CRJ-Programm hinzu, würde ihnen im Regionaljetmarkt im Wesentlichen nur Embraer und am oberen Ende Airbus mit dem A220 gegenüber stehen. Auch der russische Superjet 100 fällt in diese Kategorie, doch der Flieger tut sich nach dem Aeroflot-Unglück in Moskau im Mai noch schwerer als zuvor. Zudem spielt er im wichtigen Markt USA keine Rolle. Gleiches gilt für die Comac ARJ21 aus China.

Zuletzt Streit vor Gericht

Noch Ende 2018 hatte Bombardier-Konzernchef Alain Bellemare gesagt, man wolle das CRJ-Programm nicht verkaufen. «Wir wollen es retten», so Bellemare damals. Er gestand aber auch ein, dass die Sparte CRJ «schon sehr lange» nicht mehr rentabel ist. «Wir verlieren zwei Millionen US-Dollar bei jedem Flugzeug, das wir verkaufen», so der Konzernchef. Seit Embraer im Markt sei, sei es «sehr hart» geworden. Im Februar gab der Konzern dann bekannt, mit der CRJ550 eine neue Variante auf den Markt zu bringen.

Interessant an den Verhandlungen zwischen Bombardier und Mitsubishi ist auch, dass sich die beiden Flugzeugbauer zuletzt gar nicht wohl gesonnen waren. Im Oktober 2018 klagten die Kanadier gegen die Japaner und warfen ihnen vor, Mitarbeiter abgeworben zu haben, welche vor ihrem Jobwechsel noch E-Mails mit vertraulichem Material an ihren neuen Arbeitgeber geschickt hätten. Mitsubishi reagierte Anfang 2019 mit einer Gegenklage.

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