Der Mitsubishi Spacejet, hier noch als Regional Jet unterwegs: Nicht in Serie gebaut.

Zertifizierung des Regional JetBombardier verklagt Mitsubishi

Mitsubishi warb Bombardier einige Experten ab. Die Kanadier werfen den Japanern nun vor, so an Unternehmensgeheimnisse gekommen zu sein.

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Mitsubishis Regional Jet MRJ hat ohnehin schon Verspätung. Eigentlich hätte das erste zivile Flugzeug aus japanischer Produktion seit den 60er-Jahren schon 2013 mit Passagieren abheben sollen. Inzwischen ist die Erstauslieferung für 2020 geplant. Immerhin gelang es den Japanern, die Lizenz der amerikanischen Behörde FAA ohne große Komplikationen zu erlangen – ein wichtiger Schritt.

Der US-Markt ist für Regionaljets wichtig. Der kanadische Konkurrent Bombardier ist deswegen allerdings nun ziemlich sauer auf Mitsubishi. Am Freitag reichte er vor einem Bundesgericht der USA in Seattle eine 92-seitige Klageschrift ein. Der Vorwurf: Der japanische Konkurrent habe 92 Mitarbeiter abgeworben, welche vor ihrem Jobwechsel noch E-Mails mit vertraulichem Material an ihren neuen Arbeitgeber geschickt hätten.

Vertrauliches Material per Email verschickt

Da der Mitsubishi Regional Jet in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington seine Testflüge absolviert, beschäftigt der Konzern dort mittlerweile rund 60 Angestellte. Und einige davon wurden offenbar auch von Bombardier abgeworben, heißt es laut der Zeitung Seattle Times in der Klage. Mitarbeiter hätten sich in den Wochen vor ihrem Jobwechsel zu Mitsubishi teilweise seitenweise vertrauliches Material per Email an ihre Privatadressen gesandt.

In den Unterlagen seien die Zertifizierungsprozesse der Businessjets Global 7000 und 8000 von Bombardier in den USA und Kanada ersichtlich gewesen. Für Mitsubishi sei das wichtig, weil es sehr teuer und komplex sei, einen Flieger in den USA oder in Europa zertifizieren zu lassen, so die Begründung in der Klage. Mitsubishi und die US-Tochterfirma Aerotec sollen zwecks Abwerbung sogar Jobmessen veranstaltet haben, und zwar nahe des Bombardier-Hauptsitzes in Quebec und dem Testcenter von Bombardier in Wichita im US-Bundesstaat Kansas.

Mitsubishi verteidigt sich

In der Klageschrift fordert Bombardier finanzielle Entschädigungen. Außerdem solle Mitsubishi damit aufhören, die Angestellten abzuwerben. Der japanische Konzern verteidigt sich. «Wir stehen seit einer Weile deswegen mit Bombardier in Kontakt» so ein Sprecher laut Seattle Times. Man sei überzeugt, dass die Vorwürfe unbegründet seien.

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