Airbus A330 von Lion Air: Indonesiens beide größten Fluglinien setzten zum Großteil auf Boeing.

Handelsstreit um PalmölIndonesische Airlines sollen nur noch bei Boeing ordern

Indonesien ist wegen neuer Einfuhrzölle auf Palmölprodukten sauer auf die EU. Die Regierung will, dass heimische Fluglinien darum bei Boeing kaufen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Airbus könnte Opfer eines sich anrollenden Handelskrieges zwischen Indonesien und der Europäischen Union werden. Im letzten Jahr kündigte die EU an, bis 2030 alle Kraftstoffe aus Palmöl verbannen zu wollen. Die indonesische Regierung fand daran wenig Gefallen, denn für das Land ist der als umweltschädlich geltende Rohstoff eines der wichtigsten Exportgüter.

Indonesien machte schnell klar, seinen künftigen Palmöl-Absatz an Bestellungen von heimischen Fluggesellschaften bei Airbus und Boeing zu koppeln. Die USA hatten da bereits hohe Zölle auf indonesische Kraftstoffe verhängt. Nachdem die EU im vergangenen Frühjahr die Einfuhr von Kraftstoffen mit Palmöl weiter anhob, verschärft sich der Ton. Indonesiens Handelsminister Enggartiasto Lukita versucht, indonesische Fluglinien dazu bewegen, ausstehende Bestellungen bei Airbus zu stoppen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Lion Air überlegte ins andere zu Boot steigen

Stattdessen sollen die Airlines die ausstehenden Flugzeuge bei Boeing bestellen. Lukita soll nach eigenen Aussagen diesbezüglich bereits in Kontakt zu mehreren indonesischen Fluglinien gestanden haben. Darunter befindet sich auch der Billigflieger Lion Air, die größte Fluglinie des Landes. Mitgründer Rusdi Kirana, der 50 Prozent der Anteile besitzt, soll bereits Solidarität signalisiert haben: «Ich habe Rusdi kontaktiert, und er sagte, die Fluggesellschaft wird alles tun, was die Regierung beschließt», sagte der Minister.

Dies überrascht. Nachdem der Absturz einer Boeing 737 Max von Lion Air im vergangenen Dezember dachte die private Fluglinie noch über einen Wechsel zu Airbus nach. Über 190 Exemplare der 737 Max waren noch nicht ausgeliefert. Lion Air erwog im März, diese abzubestellen und stattdessen zur Airbus' A320-Familie zu wechseln.

Mehr als 20 A330 Neo in Indonesien bestellt

Lion Air setzt bisher nur bei Langstreckenfliegern auf Airbus. Und das im moderaten Maße: Als Ergänzung ihrer drei Airbus A330-300 empfing die Fluglinie im vergangenen Juni ihren ersten Airbus A330-900 Neo. Neun weitere Exemplare folgen noch. Die restliche aktive Flotte wird mit über 110 Boeing 737 NG aber klar von Boeing dominiert.

Ob Indonesiens staatliche Airline Garuda bei den Plänen des Handelsministers mitzieht, ist bislang unklar. Bei der zweitgrößten Fluglinie des Landes hätte Airbus im schlimmsten Falle - trotz ähnlicher Boeinglastigkeit wie Lion Air - etwas mehr zu verlieren. Vom europäischen Hersteller erwartet die Fluglinie noch 14 Airbus A330-900 Neo. Garudas Billigtochter Citilink erwartet zudem noch 27 Kurz und Mittelstreckenflieger aus Airbus' A320-Neo-Serie.

Mehr zum Thema

Airbus A320 Neo von Jazeera Airways: Längere Routen möglich.

Jazeera Airways schaut sich Boeing 737 Max an

Airbus A321 von Vueling: Bald nicht mehr bei der Airline?

Vueling könnte von Airbus zu Boeing wechseln

Boeing 737 Max von Flydubai: Darf nicht abheben.

Wechselt Flydubai von Boeing 737 Max auf Airbus A320?

Boeing 737 Max von Icelandair: Wechselt die Gesellschaft zu Airbus?

Stellt Icelandair komplett auf Airbus um?

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier