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Indonesien droht Airbus und Boeing

Wer Palmöl kauft, bekommt Bestellungen

Um seine Palmöl-Exporte sicherzustellen, macht Indonesien Druck auf die EU und die USA. Das Land koppelt daran Flugzeug-Orders bei Airbus und Boeing.

Bearbeitung aeroTELEGRAPH, Bilder Depositphotos und Boeing

Boeing 787 über Plamölplantage (Montage): Indonesien macht Druck.

Palmöl ist eines der wichtigsten Exportgüter Indonesiens. Um die Verkäufe auf hohem Niveau zu halten, scheut der südostasiatische Land auch nicht vor Drohungen zurück, wie sich nun zeigt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will die Regierung erreichen, dass indonesische Firmen Palmöl-Treibstoffanlagen in den USA und Frankreich errichten und mit Rohstoffen aus der Heimat betreiben dürfen. Dies soll demnach die Bedingung des Inselstaates dafür sein, dass indonesische Airlines Jets bei Boeing oder Airbus kaufen.

Die EU hat beschlossen, bis zum Jahr 2030 Palmöl aus Kraftstoffen zu verbannen, die USA haben sogenanntes Biodiesel aus Indonesien mit hohen Antidumpingzöllen belegt. Indonesiens Handelsminister Enggartiasto Lukita erörterte daher Ende Juli in den Vereinigten Staaten den Wunsch nach der Genehmigung für die Treibstoffanlagen und sprach danach laut Reuters von einer positiven Reaktion. Boeing und Airbus wollten sich gegenüber der Agentur ebenso wenig äußern wie indonesische Fluggesellschaften.

Orang-Utans verlieren Lebensraum

Palmöl ist in vielen sogenannten Biotreibstoffen enthalten sowie in Lebensmitteln, Kosmetik, Putzmitteln und mehr. Jedoch werden etwa in Indonesien große Flächen des Regenwaldes für den Anbau der Ölpalmen brandgerodet. Dadurch gelangt klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre und Tiere wie Orang-Utans verlieren ihren Lebensraum. Zudem werfen Menschenrechtler Konzernen vor, für den Anbau Kleinbauern zu vertreiben.

Dabei hält Greenpeace fest, dass die Ölpalme an sich keine schlechte Pflanze ist. «Im Gegenteil, sie hat sogar einen viel höheren Ölertrag pro Hektar als andere Ölpflanzen», schreibt die Umweltschutzorganisation. «Wichtig ist, wie und wo Ölpalmen angebaut werden und dies nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt geschieht.»



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