Letzte Aktualisierung: um 22:30 Uhr

Nach Riyadh Air

In Saudi-Arabien entsteht die nächste Airline – und das könnte gut für Airbus sein

Im Wüstenstaat soll eine weitere Fluglinie starten - mit Fokus auf Afrika-Flügen. Dabei soll es eine Verbindung zu einer in der Pandemie verschwundenen Airbus-Kundin geben.

In Saudi-Arabien gibt man sich nicht mit wenig zufrieden. So verpflichteten saudische Fußballclubs nicht nur Starspieler wie Ronaldo oder Neymar, auch das spanische Supercup-Finale zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona fand im Januar dort statt. Während die Menschenrechtsorganisation Amnesty International von «Sportswashing» spricht, will der Wüstenstaat auch zum neuen Zentrum der Boxwelt werden. Im Dezember 2023 kämpften 12 der 20 weltbesten Schwergewichtsboxer bei einer einzigen Veranstaltung in Riyadh.

Doch nicht nur im Sport gibt es gewaltige Investitionen, sondern auch in der Luftfahrt. Neben der staatlichen Saudia und der privaten Billigairline Flynas entsteht aktuell Riyadh Air. «Riyadh Air wird wahrscheinlich die erste und die letzte Fluggesellschaft sein, die in dieser Größe und in diesem Umfang in den kommenden 30 oder 40 Jahren gegründet wird», sagte kürzlich Finanzvorstand Adam Boukadida im Gespräch mit aeroTELEGRAPH – und das ist weltweit gemeint.

Neue Fluggesellschaft für Afrika-Routen

Vor einem Jahr wurden zudem Pläne für Neom Airlines bekannt, eine Fluggesellschaft für die geplante Megastadt Neom. Klaus Goersch, der die Fluglinie leiten sollte, ist mittlerweile allerdings zu Air India gewechselt, und wie es mit Neom Airlines weitergeht, ist unklar.

Derweil berichtet jetzt die saudische Wirtschaftszeitung Al Eqtisadiah unter Berufung auf gut informierte Quellen, ein Investor werde in Riyadh bald Pläne für eine weitere Fluggesellschaft vorstellen. Diese soll das Land vor allem mit Afrika verbinden.

Ist es der Saudi-Gulf-Airlines-Investor?

Der Zeitung zufolge soll der namentlich nicht genannte Investor bereits in Saudi-Arabien und in afrikanischen Ländern behördliche Genehmigungen eingeholt haben. Das große Motiv hinter der Gründung soll der Wunsch afrikanischer Länder sein, die Wirtschafts- und Tourismusbeziehungen mit Saudi-Arabien auszubauen, heißt es.

Al Eqtisadiah schreibt, bei der neuen Fluglinie handele es sich «ursprünglich um eine Fluggesellschaft, die seit 2016 in Saudi-Arabien tätig war und ihren Betrieb im Jahr 2021 einstellte, nachdem sie einer Reihe von wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt war». Gemeint sein könnte Saudi Gulf Airlines, die 2016 den Betrieb aufnahm, ihn 2020 in der Pandemie einstellte und 2021 ganz aufgab. Hinter ihr stand die private Al Qahtani Group.


Airbus A320 Ceo von Saudi Gulf Airlines. Bild: Airbus/Alexandre Doumenjou

Noch zehn A320 Neo in Airbus’ Orderbuch

Die neue Airline will laut den Informationen eine Reihe von afrikanischen Ländern und saudischen Städten verbinden, mit direkten aber auch Umsteigerouten. Ziel ist es demnach, bis 2030 insgesamt 385 Millionen Fluggäste zwischen Saudi-Arabien und Afrika zu befördern. Der Name der Fluggesellschaft sowie Details zur Flotte stehen demnach noch nicht fest. Offenbar beabsichtigt der Investor, weitere Geldgeber mit an Bord zu holen.

Sollte wirklich der Investor von Saudi Gulf Airlines hinter der neuen Fluglinie stehen, könnten das gute Nachrichten für Airbus sein. Die Airline war nämlich mit A320 Ceo unterwegs und hatte zunächst 16 A220-300 bestellt. Dann annullierte sie diese Order, gab aber zehn A320 Neo in Auftrag – und die stehen bis heute im Orderbuch des Flugzeugbauers.