Ilyushin Il-76 von Volga-Dnepr: Flug über die Slowakei und Polen nach Russland.

Volga-DneprIlyushin Il-76 flog trotz Sanktionen über Slowakei und Polen

Eine Ilyushin Il-76 TD von Volga-Dnepr flog von Bratislava über Polen nach Russland - und zurück. Warum der Flug der russischen Frachtairline trotz Sanktionen möglich war.

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Es war ein Flug, den es eigentlich nicht hätte geben dürfen. Am Mittwochabend (2. März) startete am Flughafen Bratislava eine Ilyushin Il-76 TD von Volga-Dnepr. Die Maschine mit dem Kennzeichen RA-76952 steuerte danach nördlich, sie überflog Zakopane, Krakau, Radom, Siedlce und Bialystok in Polen. Dann drehte sie scharf nach Osten ab und durchflog Belarus. In den frühen Morgenstunden landete sie am Moskauer Flughafen Domodedovo.

Flug VI5958 von Volga-Dnepr führte also über zwei Länder, deren Lufträume wegen der EU-Sanktionen eigentlich für Fluggesellschaften aus Russland gesperrt sind. Warum war er trotzdem möglich? Der Flug der russischen Frachtairline sei auf Antrag der Slowakei durchgeführt worden, erklärt ein Sprecher der polnischen Luftfahrtbehörde.

«Im Einklang mit den geltenden Vorschriften»

Eine Nachfrage in Bratislava bringt Licht ins Dunkle bezüglich des Fluges der Ilyushin Il-76 TD. Das Flugzeug sei nach Russland geflogen, um Kernbrennstoff zu laden, den das mehrheitlich private Energieunternehmen Slovenské elektrárne benötige, erklärt ein Sprecher des slowakischen Wirtschaftsministeriums gegenüber aeroTELEGRAPH. Es betreibt unter anderem Atomkraftwerke.

Obwohl die Slowakei den Luftraum für russische Flüge gesperrt hat, sei «in diesem Fall im Einklang mit den geltenden Vorschriften von einer Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht» worden, erklärt der Sprecher weiter. Die könne man im Falle von humanitärer Hilfe und Kernbrennstoffen anwenden.

«Weitere Energieversorgung gesichert»

Am Donnerstagabend flog die Ilyushin Il-76 denn auch zurück nach Bratislava. «Nach Gas und Öl hat das Wirtschaftsministerium der Slowakischen Republik eine weitere Energieversorgung gesichert. Ich bin froh, dass wir das logistisch hinbekommen haben», kommentiert Wirtschaftsminister Richard Sulik den Flug der Ilyushin Il-76.

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