Flughafen Frankfurt-Hahn: Chinesische Investoren sollen die Erlösung bringen.

Investor aus ChinaHessen traut mysteriösem Käufer des Flughafens Hahn

Ein völlig unbekanntes Unternehmen aus China hat dem Bundesland Rheinland-Pfalz den Mehrheitsanteil am Flughafen Hahn abgekauft. Hessen verhandelt noch - und zweifelt nicht am Investor.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

5000 Frauen und Männer besuchten letzten Sonntag Frankfurt-Hahn – obwohl es eigentlich die ganze Zeit regnete. Es war Tag der offenen Tür und die Menschen aus der Region strömten hin. Begeistert blickten sie hinter die Kulissen des Flughafens, der 1993 aus einem ehemaligen Militärflugplatz der amerikanischen Luftwaffe entstand.

Der Enthusiasmus der Bevölkerung spiegelt sich nicht im wirtschaftlichen Erfolg des Flughafens im Hunsrück. 2013 schrieb er 10,8 Millionen Euro Verlust, 2014 nach Sondereffekten 45,2 Millionen und in der Jahresrechnung 2015 werden es zwischen 16 und 18 Millionen sein. Dabei liegt Hahn in puncto Verkehr nicht einmal auf den hintersten Rängen in Deutschland. Er zählte vergangenes Jahr 2,7 Millionen Reisende. Das sind zwar rund 30 Prozent weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch mehr als etwa Bremen und Leipzig aufweisen können. Und bei der Fracht liegt er mit 79.662 Tonnen weit vor Flughäfen wie Berlin-Tegel, Hamburg oder Stuttgart.

Unbekannte Firma

Doch Misswirtschaft, abrupte Personalwechsel und Pech mit Kunden setzten dem Airport zu. Die Schuldenlast stieg in den letzten Jahren immer höher. Kein Wunder also, dass das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz froh war, seinen Anteil von 82,5 Prozent am Flughafen Frankfurt-Hahn vergangene Woche an die chinesische Shanghai Yiqian Trading Company zu verkaufen.

Schnell kamen nach Bekanntgabe des Verkaufs aber kritische Stimmen auf. Denn Shanghai Yiqian Trading ist in China eine völlig unbekannte Größe. Firmen mit dem Namen gibt es im Lande zwar mehrere. Eine etwa handelt mit Getränken und Lebensmitteln aus Spanien. Aber mit Luftfahrt hat keine zu tun.

Ein erster Flop

Auch konkrete Businesspläne sind bislang zumindest öffentlich keine bekannt gegeben worden, außer dass Hahn als Frachtstandort ausgebaut werden soll. Doch die versprochene Rückkehr der chinesischen Frachtgesellschaft Yangtze River Express entpuppte sich schon nach einem Tag als Ente. Das Unternehmen dementierte.

«Aus den uns vorliegenden Informationen können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein tragfähiges Konzept erkennen», sagte Peter Adrian, Präsident der Trierer Industrie- und Handelskammer, zur Zeitung Trierischer Volksfreund. Unbekannt ist auch Shanghai-Yiqian-Trading-Vertreter Yu Tao Chou, ein ehemaliger Pilot von Yangtze River Express. Mit der flog er früher den Flughafen Hahn an, bevor sich das Unternehmen zurückzog, wie die Nachrichtenagentur DPA schreibt.

Hohe Beihilfen

Die Regierung von Rheinland-Pfalz sieht es freilich anders. «Nach den Dingen, die wir haben überprüfen lassen, gab es für mich keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass das ein seriöser Partner ist», meinte dagegen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zur DPA. Die Firma habe zudem auch Bankgarantien vorgelegt. Viel soll Shanghai Yiqian Trading Company nicht gezahlt haben. Es ist die Rede von 12 Millionen Euro. Im Gegenzug sicherten sich die Chinesen aber Betriebs- und Investitionsbeihilfen sowie Zuschüsse für die Sicherheit von rund 70 Millionen bis 2024, die das Bundesland versprochen hat.

Hessen dagegen führt noch Gespräche mit Shanghai Yiqian Trading Company. Das Bundesland hält 17,5 Prozent der Anteile. Man verhandle derzeit über den möglichen Verkauf der Anteile am Flughafen Hahn an die chinesische Firma, so ein Regierungssprecher zu aeroTELEGRAPH. «Bislang gibt es keinen Grund, die Seriosität des Investors in Frage zu stellen.»

Mehr zum Thema

Ryanair Malta Air Boeing 737-800 Landung

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Beide Flughäfen in der Nähe.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Platz 7: Barcelona
55 Millionen (+10,3 Prozent vs. 2023, +4,4 Prozent vs. 2019)

Europas beliebteste Flugrouten im Sommer 2025

Video

Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies