Flughafen Frankfurt-Hahn: Chinesische Investoren sollen die Erlösung bringen.

Investor aus ChinaHessen traut mysteriösem Käufer des Flughafens Hahn

Ein völlig unbekanntes Unternehmen aus China hat dem Bundesland Rheinland-Pfalz den Mehrheitsanteil am Flughafen Hahn abgekauft. Hessen verhandelt noch - und zweifelt nicht am Investor.

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5000 Frauen und Männer besuchten letzten Sonntag Frankfurt-Hahn – obwohl es eigentlich die ganze Zeit regnete. Es war Tag der offenen Tür und die Menschen aus der Region strömten hin. Begeistert blickten sie hinter die Kulissen des Flughafens, der 1993 aus einem ehemaligen Militärflugplatz der amerikanischen Luftwaffe entstand.

Der Enthusiasmus der Bevölkerung spiegelt sich nicht im wirtschaftlichen Erfolg des Flughafens im Hunsrück. 2013 schrieb er 10,8 Millionen Euro Verlust, 2014 nach Sondereffekten 45,2 Millionen und in der Jahresrechnung 2015 werden es zwischen 16 und 18 Millionen sein. Dabei liegt Hahn in puncto Verkehr nicht einmal auf den hintersten Rängen in Deutschland. Er zählte vergangenes Jahr 2,7 Millionen Reisende. Das sind zwar rund 30 Prozent weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch mehr als etwa Bremen und Leipzig aufweisen können. Und bei der Fracht liegt er mit 79.662 Tonnen weit vor Flughäfen wie Berlin-Tegel, Hamburg oder Stuttgart.

Unbekannte Firma

Doch Misswirtschaft, abrupte Personalwechsel und Pech mit Kunden setzten dem Airport zu. Die Schuldenlast stieg in den letzten Jahren immer höher. Kein Wunder also, dass das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz froh war, seinen Anteil von 82,5 Prozent am Flughafen Frankfurt-Hahn vergangene Woche an die chinesische Shanghai Yiqian Trading Company zu verkaufen.

Schnell kamen nach Bekanntgabe des Verkaufs aber kritische Stimmen auf. Denn Shanghai Yiqian Trading ist in China eine völlig unbekannte Größe. Firmen mit dem Namen gibt es im Lande zwar mehrere. Eine etwa handelt mit Getränken und Lebensmitteln aus Spanien. Aber mit Luftfahrt hat keine zu tun.

Ein erster Flop

Auch konkrete Businesspläne sind bislang zumindest öffentlich keine bekannt gegeben worden, außer dass Hahn als Frachtstandort ausgebaut werden soll. Doch die versprochene Rückkehr der chinesischen Frachtgesellschaft Yangtze River Express entpuppte sich schon nach einem Tag als Ente. Das Unternehmen dementierte.

«Aus den uns vorliegenden Informationen können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein tragfähiges Konzept erkennen», sagte Peter Adrian, Präsident der Trierer Industrie- und Handelskammer, zur Zeitung Trierischer Volksfreund. Unbekannt ist auch Shanghai-Yiqian-Trading-Vertreter Yu Tao Chou, ein ehemaliger Pilot von Yangtze River Express. Mit der flog er früher den Flughafen Hahn an, bevor sich das Unternehmen zurückzog, wie die Nachrichtenagentur DPA schreibt.

Hohe Beihilfen

Die Regierung von Rheinland-Pfalz sieht es freilich anders. «Nach den Dingen, die wir haben überprüfen lassen, gab es für mich keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass das ein seriöser Partner ist», meinte dagegen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zur DPA. Die Firma habe zudem auch Bankgarantien vorgelegt. Viel soll Shanghai Yiqian Trading Company nicht gezahlt haben. Es ist die Rede von 12 Millionen Euro. Im Gegenzug sicherten sich die Chinesen aber Betriebs- und Investitionsbeihilfen sowie Zuschüsse für die Sicherheit von rund 70 Millionen bis 2024, die das Bundesland versprochen hat.

Hessen dagegen führt noch Gespräche mit Shanghai Yiqian Trading Company. Das Bundesland hält 17,5 Prozent der Anteile. Man verhandle derzeit über den möglichen Verkauf der Anteile am Flughafen Hahn an die chinesische Firma, so ein Regierungssprecher zu aeroTELEGRAPH. «Bislang gibt es keinen Grund, die Seriosität des Investors in Frage zu stellen.»

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