Dreamliner von Hawaiian Airlines: So soll er aussehen.

Hawaiian verschiebt PremiereNoch ein Dämpfer für Boeings Dreamliner

Die Nachfrage nach Boeings Dreamliner geht immer weiter zurück. Jetzt will auch Hawaiian Airlines ihre ersten 787 deutlich später in Empfang nehmen.

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Es war eine gute Nachricht für Boeing: 2018 stornierte Hawaiian Airlines als damals einzige Kundin des Modells ihre A330-800-Order bei Airbus. Stattdessen bestellte die Fluglinie Boeings Dreamliner. Fest orderte sie zehn Boeing 787-9 - fünf davon über Leasingfirmen - und sicherte sich das Bezugsrecht für zehn weitere der Langstreckenflieger.

Der Zeitplan sah noch Ende vergangenen Jahres so aus: Die ersten beiden Dreamliner sollen 2021 zur Hawaiian-Flotte stoßen, danach drei 2022, einer 2023, drei 2024 und einer 2025. In einer separaten Vereinbarung mit Boeing sicherte sich die Airline sogar die Option, Lieferungen von 2024 und 2025 auf 2023 vorziehen zu können.

«Nicht vor 2022 oder 2023»

Doch nun kommt es anders: Hawaiian-Chef Peter Ingram erklärte im Rahmen der aktuellen Quartalszahlen, aufgrund der Coronakrise verhandle man mit Boeing darüber, die Lieferungen neu zu ordnen. Die Gespräche seien zwar noch nicht abgeschlossen, aber «wir rechnen nicht damit, unsere ersten beiden 787 vor 2022 oder 2023 in Betrieb zu nehmen».

Durch spätere Lieferungen kann Hawaiian Airlines Kosten in die Zukunft schieben, da ein großer Teil des Kaufpreises bei der Übergabe gezahlt wird. Die Airline will mit den 787 einen Teil ihrer 24 Airbus A330-200 ersetzen, die durchschnittlich sieben Jahre alt sind.

Dreamliner in der Krise

Die Verzögerung passt zu Boeings Ankündigung, die Produktion des Dreamliners 2021 auf sechs Exemplare pro Monat zu senken. Die Nachfrage nach den Langstreckenfliegern ist durch die Coronakrise so stark zurückgegangen, dass der Flugzeugbauer nun sogar prüft, das Modell künftig nur noch an einem Standort zu bauen anstatt an zweien.

Mit Avianca, Latam, Aeromexico und Thai Airways befinden sich derzeit zudem alleine vier große Fluglinien in Gläubigerschutz, die alle Boeing 787-8 und 787-9 betreiben. Sollten sie gebrauchte Dreamliner auf den Markt bringen, dürfte das die Neubestellung bei Boeing weiter belasten. Norwegian hat sogar bereits fünf Boeing 787 abbestellt, gegen den Flugzeugbauer geklagt und das Modell als «operative Katastrophe» bezeichnet.

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