Airbus A321 Neo von Condor: 28 Stück geordert.

Airbus-FliegerHat Condor sich A321-Neo-Slots von Qatar geschnappt?

Der deutsche Ferienflieger erhält seine neu bestellten Airbus-Jets schon ab dem Frühjahr 2024. Es gibt zwei mögliche Erklärungen für diesen frühen Zeitpunkt.

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Mit 13 Airbus A320 Neo und 28 A321 Neo frischt Condor ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte auf. Hinzu kommen Kaufoptionen für weitere Jets, wie der deutsche Ferienflieger am Montagmorgen (25. Juli) verkündete. Spannend dabei ist der geplante Lieferbeginn.

«Die Flugzeuge sollen ab Frühjahr 2024 eingeflottet werden», schreibt die Fluggesellschaft. Das ist ein sehr früher Zeitpunkt, bedenkt man, dass die Produktion A320 Neo und A321 Neo eigentlich bis 2027 ausgelastet ist und es sich bei Condor nicht um eine riesige Airline handelt, die mit großer Marktmacht bei Airbus auf frühere Auslieferungen pochen kann.

Erste Jets womöglich von Leasingfirmen

Im Wesentlichen gibt es zwei mögliche Erklärungen. Die erste lautet: Condor könnte die ersten Flieger über Leasingfirmen beziehen. Der Fluglinie hat erklärt, dass sie einen Teil der Flugzeuge kauft und einen Teil least, ohne allerdings weitere Details zu nennen. ITA Airways geht beispielsweise aktuell auch so vor: Zuerst erhält sie gemietete Airbus-Jets von Leasingfirmen und später dann eigenen Flugzeuge, die sie beim Hersteller kauft.

Die zweite mögliche Erklärung: Condor konnte sich Produktionsslots ergattern, die eine andere Fluggesellschaft zuvor aufgegeben hat. Von Anfang des Jahres bis Ende Juni hat Airbus 17 gestrichene A320-Neo- und 71 A321-Neo-Orders in den Büchern vermerkt.

50 freie A321-Slots dank Qatar Airways

Der größte frei gewordene Posten sind die 50 A321 Neo, die ursprünglich für Qatar Airways vorgesehen waren und die Airbus im A350-Streit aus ihren Büchern gestrichen hat. Nach einigem Hin- und Her hat die Fluglinie aus Katar als Ersatz Boeing 737 Max 10 bestellt.

Was auch zu beachten ist: Condor hat sich deutlich schneller entschieden als erwartet. Im November 2021 sagte Airline-Chef Ralf Teckentrup noch: «Für die Kurz- und Mittelstrecke wird unser Unternehmen sich in den nächsten 18 bis 24 Monaten etwas überlegen.» Dass es nun schon nach nur acht Monaten soweit ist, könnte darauf hindeuten, dass sich spontan eine Option auftat - beispielsweise durch die frei gewordenen Plätze in der Produktion.

Spielen russische Airlines eine Rolle?

Auch eine andere Auslegung ist allerdings denkbar: Die spontane Option könnte auch darin bestehen, dass Leasingfirmen Flugzeuge aus ihrem Orderbuch neu zu vergeben haben, die eigentlich für russische Fluglinien bestimmt waren, bevor Russland die Ukraine angriff.

Auf Anfrage wollte sich Condor nicht dazu äußern, ob sie Flugzeuge erhält, deren Produktionsslots eigentlich für Qatar Airways vorgesehen waren. Auch zur Aufteilung zwischen Kauf und Leasing verriet der Ferienflieger nichts. Airbus erklärte: «Zur Zuordnung von einzelnen Produktionsslots machen wir keine Angaben.» Dies sei vertraulich.

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