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Nach Wechsel auf der Langstrecke

Condor packt Nachfolge der Boeing 757 an

Der Ferienflieger will vorerst alle Airbus A330 Neo in Frankfurt stationieren. Zuvor beschafft er sich zwei weitere A330 Ceo. Auch bei der Kurz- und Mittelstreckenflotte steht bei Condor eine Ersatzentscheidung an.

Condor/Christian Tietz

Boeing 767 von Condor in Düsseldorf: Ablösung ist bestellt.

Ralf Teckentrup hatte gute und schlechte Nachrichten für den Flughafen Düsseldorf. Bei einem Pressetermin mit Airport-Geschäftsführer Thomas Schnalke kündigte der Condor-Chef am Dienstag (9. November) an, im Sommer 2022 vier Boeing 757 und neun Flieger der Airbus-A320-Familie an dem Flughafen in Nordrhein-Westfalen zu stationieren. Insgesamt macht das 13 Flieger – «zwei mehr, als wir hier vor der Pandemie hatten», so Teckentrup.

Auch wird Condor das Personal am Technikstandort in Düsseldorf aufstocken, der bereits alle A320 und A321 der Flotte betreut. Nun wird auch die Wartung der Boeing 757 von Frankfurt nach Düsseldorf verlegt. Und mit Athen, Malaga, Nizza, Dubrovnik und Rijeka kommen neue Ziele auf der Kurz- und Mittelstrecke hinzu. Soweit die guten Nachrichten.

Alle 16 Airbus A330-900 nach Frankfurt

Die schlechte Nachricht: Obwohl sich Condor zufrieden zeigt mit den Buchungen der kürzlich gestarteten Langstrecke Düsseldorf – Punta Cana, kündigte Teckentrup vorerst keine lange Route für den kommenden Sommer an. Zwar sei es sein persönliches Ziel, Langstrecke ab Düsseldorf zu fliegen, so der Condor-Chef. «Ob wir das im Sommer 2022 hinbekommen, dahinter steht aber ein Fragezeichen.» Optimistischer sei er für den Winter 2022/2023, soweit plane man angesichts der Corona-Krise aber noch nicht.

Auch wird Condor alle 16 neu bestellten Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A330-900 zu Beginn am Main stationieren, keinen am Rhein. «Im Moment ist die klare Planung, dass alle 16 in Frankfurt stehen werden», so Teckentrup über die größere Variante des A330 Neo. «Sie werden in der Zeit von Oktober 2022 bis Januar 2024 bei uns in die Flotte kommen.» Das ist ein etwas späterer Start, als Condors Finanzchef ihn kürzlich in Aussicht gestellt hatte.

Vier statt nur zwei Airbus A330 Ceo

Damit die neuen Jets die alten Boeing 767 ablösen können, trainiert der Ferienflieger rund 400 Pilotinnen und Piloten. Eine Umschulung dauert jeweils rund fünf bis sechs Monate. Dafür beschafft sich Condor ältere A330 der Generation Ceo. «Zum 15. Dezember nehmen wir unseren ersten A330 Ceo in Betrieb», so Teckentrup. «Im Januar kommt ein zweiter, im April oder Mai folgen Nummer drei und vier.» Das sind zwei mehr, als bislang bekannt war.

Die für zwei Jahre geleasten A330 Ceo werden jeweils zwischen 250 und 260 Sitze haben. Condor baut die Kabine nicht extra um für diese vergleichsweise kurze Zeit. Eines der Flugzeuge soll fürs Training auch «eine ganze Weile» in Düsseldorf aktiv sein, so Teckentrup. Generell werden die Flieger trotz ihrer Größe vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecken unterwegs sein, was viele Starts und Landungen ermöglicht.

Entscheidung zu Kurz- und Mittelstreckenflotte

Dass die A330-900 vorerst alle in Frankfurt stationiert werden, heißt aber nicht, dass sie nicht doch auch ab Düsseldorf oder München fliegen könnten. Aktuell steuert Condor Punta Cana auch von Düsseldorf und München mit Frankfurter Boeing 767 an.

Derweil kündigt Teckentrup an, in den nächsten zwei Jahren auch eine Entscheidung über die Zukunft der Kurz- und Mittelstreckenflotte zu treffen. «Wir haben eine Entscheidung für die Langstrecke getroffen», so der Condor-Chef, «und für die Kurz- und Mittelstrecke wird unser Unternehmen sich in den nächsten 18 bis 24 Monaten auch etwas überlegen».

Welches Modell löst Boeing 757 ab?

Die Leasingverträge von Condors Boeing 757 laufen 2026 und 2028 aus. Auf die Frage, ob Condor für die Nachfolge womöglich A321 LR oder XLR wählen und so zur reinen Airbus-Betreiberin werde, sagte Teckentrup mit einem Lachen: «Ich träume seit 35 Jahren von einer Einheitsflotte, geschafft habe ich es noch nicht.» Man müsse mit zwei Flugzeugbauern und zwei bis drei Triebwerksherstellern verhandeln und so hätten sich bisher immer Lösungen ergeben, die keine Einheitsflotte waren, aber dennoch wirtschaftlich vernünftig. Der Condor-Chef betonte, dass er weder Airbus noch Boeing favorisiere.



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