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Hacker angeln sich Bonusmeilen

Cyberkriminelle stahlen die Zugangs- und Kontaktdaten von Tausenden von Vielfliegern von US Airways. Und sie zogen auch Meilengutschriften ab.

Andreas Hermsdorf/Pixelio

Cybercrime: Nun traf es eine Airline.

Es war eine böse Überraschung für die Kunden von US Airways. Als einige von ihnen in den letzten Wochen ihr Dividend-Miles-Konto aufriefen, stand der Saldo auf Null. Weg waren die hartnäckig gesammelten Meilen aus dem Vielfliegerprogramm der amerikanischen Fluggesellschaft. Erbost riefen die Kunden das Unternehmen an. Dort begann man der Sache nachzugehen und bemerkte Mitte Juli dann den dreisten Diebstahl. Hacker waren in das System der Airline eingedrungen. Sie ergatterten so die Zugangsdaten, Geburtsdaten, Adressen und teilweise auch die letzten vier Ziffern der Kreditkartennummer. Betroffen sind rund 7700 Kunden, wie die Fluglinie nun bekannt gab.

Doch die Cyberkriminellen stahlen noch mehr. In einigen Fällen räumten sie das ganze Meilenkonto leer. Es ist just die Art von neuem Verbrechen, vor dem die Internet-Sicherheitsfirma Kaspersky kürzlich warnte. Meilen könnten eine Art neue Art von Währung für Hacker werden, erklärte sie in einer neuen Studie. Die Interneträuber verkaufen die Meilen oder tauschen sie gegen andere Daten ein: Kreditkartendaten gegen Meilen, Zugang zu Netzwerken gegen Meilen.

Sehr rasch einlösen

Meilen-Hehlerei ist aber nicht wirklich einfach. Denn sie hinterlässt fast immer eine Spur zum Täter. Daher muss der Hacker hoffen, dass sein Diebstahl lange nicht entdeckt wird und dann seine ergaunerten Meilen sehr rasch einlösen oder weiterverkaufen. Der Fall US Airways zeigt aber jedenfalls eines: Cyberkriminelle sind zumindest bereit, sich an diese neue Aufgabe zu wagen.



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