Letzte Aktualisierung: 17:22 Uhr

Unglück der C-53 am Gauligletscher

Gletscher gibt vor 72 Jahren verunglückte C-53 frei

1946 verirrte sich eine Douglas C-53 der US Air Force in den Schweizer Alpen und verunglückte. Jetzt gibt der dortige Gletscher große Teile des Flugzeuges frei.

Die Hitze der letzten Wochen lässt das Eis kräftig schmelzen. Und so gibt der Gauligletscher in den Schweizer Alpen immer mehr Wrackteile frei. Inzwischen sieht man Höhenruder, Querruder, Tragflächen, Propeller und Teile der Motoren der Douglas C-53, die vor 72 Jahren 3,5 Kilometer weiter oben abstürzte. Sie liegen auf rund 2500 Metern über Meer und reisten mit dem Eisstrom des Gletschers über die Jahre nach unten. Vor sechs Jahren wurden erstmals Überreste des amerikanischen Flugzeuges an der Stelle entdeckt, nun liegen weite Teile der amerikanischen Militärmaschine frei.

Eigentlich sollte die C-53 – die militärische Variante der DC-3 – am 18. November 1946 in Tulln bei Wien starten und wegen des schlechten Wetters um die Alpen herumfliegen. «Die eingereichte und vorgeschriebene Route sah eine Zwischenlandung in München, am folgenden Tag einen Flug via Strassburg nach Dijon, südwärts entlang dem Rhonetal via Lyon und die Landung in Marseille-Istres vor», schreibt Historiker Roger Cornioley in einem Artikel zum Unglück. Doch der Flugkapitän wich zwei Mal vom Plan ab. Warum, das weiß man bis heute nicht.

Auf 3350 Meter über Meer verunglückt

Und so flog die C-53 mit sieben Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern an Bord über Innsbruck und Chur über die Schweizer Alpen. Der Kapitän steuerte die Maschine dabei blind, denn das Wetter war schlecht. Mehrmals hatte er dabei Glück und überflog Grate in knapper Höhe. Doch dann reichte es nicht mehr. Die C-53 kollidierte auf 3350 Metern beim Berglistock im Berner Oberland mit dem Gauligletscher. Sie rutschte danach auf Schnee und Eis rund 80 Meter bergauf.

Bei der Bruchlandung verletzten sich viele der Insassen, teilweise sogar schwer. Gestorben ist aber niemand. Nach sechs Tagen wurden sie gerettet. Das Ereignis gilt heute als erste alpine Luftrettung der Welt. Dabei wurden zwei Flieger der schweizerischen Luftwaffe vom Typ Fieseler Storch eingesetzt, die in neun Flügen alle Verletzten in Sicherheit flogen.

Kapitän verurteilt

Flugkapitän Ralph H. Tate wurde später von einem amerikanischen Militärgericht verurteilt. Er hatte den vorgeschriebenen und eingereichten Kurs nicht eingehalten und die mehrfarbige Höhenkarte falsch interpretiert. Er verlieb aber in der Armee.

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