Douglas DC-9 von Südflug: Startete ab Stuttgart ans Mittelmeer.

Historischer RückblickVon Atlantis bis Bavaria - die vergessenen Ferienflieger Deutschlands

Einst tummelten sich Dutzende Anbieter mit bunten Flotten auf dem Markt – von LTU über Hapag-Lloyd bis Germania. Ihre Geschichte war geprägt von Innovationen, Fusionen und Pleiten. Ein Blick auf unbekanntere Namen und kurzlebige Anbieter.

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Wer heute in Deutschland zum Pauschalurlaub im Süden reist, hat wenig Auswahl an heimischen Fluggesellschaften: Mit Condor, Discover, Eurowings, Sundair und Tuifly sind 2025 nur fünf Ferienflieger aktiv. Ein schmaler Kreis, wenn man bedenkt, wie bunt, vielfältig und experimentierfreudig die Szene viele Jahrzehnte war.

Flugtourismus war vor dem Zweiten Weltkrieg praktisch unbekannt, und wenn, dann blieb er wohlhabenden Gästen an Nord- und Ostsee vorbehalten. Erst 1955 erhielt Deutschland seine Lufthoheit zurück, in den 1960er-Jahren wuchs nach den Entbehrungen des Wiederaufbaus der Wohlstand – und damit die Sehnsucht nach dem Süden. Zunächst rollten Bahn, Bus und VW-Käfer Richtung Italien, Jugoslawien oder Spanien. Doch bald hoben die ersten Chartermaschinen ab.

Fliegen wird in Deutschland demokratisiert

Damals war Reisen noch ein analoges Erlebnis: Statt Online-Buchung führte der Weg ins Reisebüro, wo man das Rundum-Sorglos-Paket mit Flug, Hotel, Transfer und Verpflegung direkt beim Veranstalter buchte. Dieser wiederum charterte Flugzeuge – und so war der deutsche Ferienflieger geboren.

Zu den Pionieren gehörte die Luftreederei Karl Herfurtner Düsseldorf KHD, die 1956 mit der Vickers Viking 610 erste Urlauber nach Spanien, Italien, Jugoslawien und Griechenland brachte. Neun Maschinen gehörten zur Flotte, später auch Douglas DC-4. 1959 endete der Betrieb. Doch Ersatz stand bereit: Ebenfalls 1956 startete in Düsseldorf die Luft Transport Union, kurz LTU. Sie wuchs schnell, trat ins Jetzeitalter mit Caravelle und Fokker F28 ein und entwickelte sich mit der Lockheed L-1011 Tristar zur internationalen Marke. Am Ende ging sie in Air Berlin auf. Auch Condor war damals entstanden - der Erstflug führte damals nach Jerusalem.

Aviaction, Atlantis oder Air Commerz: Boom in Hamburg

Zwischenzeitlich kamen immer wieder neue Anbieter auf: Bluewings (2002 - 2010) mit Airbus A320/A321 oder Azur Air Deutschland (2016 - 2018) mit Boeing 737-900 und 767-300. Auch SAT – später Germania – schrieb eine bewegte Geschichte, die von Köln/Bonn nach Berlin führte und dort mit Airbus A319 und A321 endete.

Hamburg erlebte in den 1970er-Jahren mit Aviaction, Atlantis oder Air Commerz einen regelrechten Boom an Touristikgründungen, auch Hamburg Airlines und Hamburg International versuchten ihr Glück. Aus Bremen kam die Bremenfly, in Hannover wurde Hapag-Lloyd Flug mit Boeing 727 und Airbus A300 zum Branchenriesen – später als TUIfly bis heute erfolgreich.

Berlin als Hotspot des Ferienfluges

Im Süden wiederum machten die Südflug aus Stuttgart und die Bavaria aus München auf sich aufmerksam. Sie setzten früh auf Jets wie BAC-1-11 oder Douglas DC-9, fusionierten mit Germanair und prägten das Ferienfluggeschäft. In Frankfurt wiederum entstanden Aero Lloyd, Aero Flight oder XL Airways. Auch exotische Projekte wie Paninternational – berüchtigt durch eine spektakuläre Notlandung auf der Autobahn – sind Teil der bewegten Historie.

Während Westberliner Veranstalter wegen des Alliiertenstatus auf britische und amerikanische Airlines angewiesen waren, schaffte es Air Berlin USA nach der Wiedervereinigung zur gesamtdeutschen Airline – bevor sie 2017 insolvent ging. In der DDR flog Interflug Urlauber nach Rumänien oder Bulgarien, nach 1990 versuchte man mit Berline oder Condor Berlin den Neustart. Auch internationale Anbieter wie Britannia Airways Deutschland wagten ein Intermezzo.

Die Konsolidierung im Ferienflugmarkt

Von all den Namen und bunten Flugzeugen blieb nur wenig übrig. Fünf Vertreter einer einst breit gefächerten Branche sind geblieben. Der Markt hat sich verändert: klassische Ferienflieger vermischen sich zunehmend mit Lowcost- und Linienverkehr.

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Es begann Ende 1955 als Gemeinschaftsunternehmen. Norddeutscher Lloyd, Hamburg-Amerika-Linie, Deutsche Lufthansa und Deutsche Bundesbahn gründeten den Deutschen Flugdienst. Die ersten drei Maschinen des Ferienfliegers waren Vickers 610 Viking 1B.

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