Aquila Aviation gehört zu den wenigen Herstellern von Kleinflugzeugen in Deutschland. Das 1996 am Flugplatz Schönhagen bei Berlin gegründete Unternehmen erlebte eine wechselvolle Geschichte mit zwei Insolvenzen und mehreren Eigentümern. Heute ist es in türkischer Hand. Bekannt wurde es mit dem Zweisitzer A210, zugelassen 2001, später modernisiert als A211 und ab 2019 als stärkere A212. Vor allem Flugschulen und Vereine schätzten ihn wegen seiner Flugeigenschaften und Verarbeitung. Insgesamt lieferte Aquila rund 270 Exemplare aus, etwa 250 davon sind noch in der Luft.
Doch mit dem Flugzeugbau made in Brandenburg ist nun Schluss. Wie das Magazin Aerokurier unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, hat Aquila Aviation die Produktion eingestellt und bewirbt den Zweisitzer auch nicht mehr auf seiner Website. Das letzte Flugzeug ging im August an einen deutschen Kunden, im selben Monat erhielten 32 der knapp 40 Beschäftigten die Kündigung. In guten Zeiten arbeiteten in Schönhagen bis zu 65 Menschen.
Ungewisse Zukunft für Betreiber der Aquila-Flieger
Übrig bleibt eine Rumpfmannschaft aus Entwicklung, Einkauf und Finanzen. Künftig verkauft Aquila nur noch Ersatzteile, die Zulassungen als Herstellungs- und Entwicklungsbetrieb will das Unternehmen aber behalten. Für die Betreiber wird es schwierig: Teile von Zulieferern kauft Aquila weiter ein, eigene Composite-Teile für die Zelle stellt der Hersteller aber nicht mehr her. Wie es mit der Versorgung weitergeht, wenn die Lager in Schönhagen leer sind, ist offen. Aquila selbst äußerte sich nicht.