CFM56-Triebwerk: Es sind gefälschte Ersatzteile aufgetaucht.

Für TriebwerkeGefälschte Teile für Airbus A320 und Boeing 737 im Umlauf

Europas Luftfahrtbehörde Easa hat eine Vielzahl gefälschter Ersatzteile für CFM56-Triebwerke entdeckt. Sie wurden von einer britischen Firma vermittelt und teilweise bereits in Airbus A320 und Boeing 737 eingebaut.

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Kürzlich kam die Luftfahrtbehörde der USA einem russischen Händler auf die Schliche. Ab 2021 waren in den USA verdächtige Ersatzteile aufgetaucht. Die von ihm auch im Westen vertriebenen Empfänger/Sender für das Kollisionswarnsystem TCAS von Rockwell Collins waren alle nicht funktionsfähig.

Jetzt hat auch die europäische Luftfahrtbehörde einen solchen Fall aufgedeckt. AOG Technics aus London hat gemäß der Easa gefälschte Ersatzteile für CFM56-Triebwerke an Reparaturbetriebe geliefert. Diese wurden danach in Motoren von Boeing 737 und Airbus A320 eingebaut, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt.

Gefälschte Dokumente

Dabei ist das Unternehmen mit hoher krimineller Energie vorgegangen. Es hat nämlich Dutzende von Dokumenten gefälscht, um den Ersatzteilen für die Triebwerke den Anschein von Echtheit zu geben. «Zahlreiche Freigabebescheinigungen für Teile, die über AOG Technics geliefert wurden, sind gefälscht», erklärte die Easa gegenüber Bloomberg.

Die Teile wurden offenbar bereits in Flugzeuge in Europa eingebaut. Die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA gab in einer Sicherheitsmitteilung bekannt, «eine große Anzahl verdächtiger, nicht genehmigter Teile» von AOG Technics gefunden zu haben, die in Triebwerke von im Vereinigten Königreich registrierten Flugzeugen eingebaut wurden. CFM International hat gemäß dem Bericht 72 gefälschte Lufttüchtigkeitszertifizierungsdokumente gefunden.

Auch Lager in Frankfurt

Laut einem Sprecher des Herstellers hat CFM 72 gefälschte Lufttüchtigkeitszertifizierungsdokumente mit 50 Teilenummern entdeckt, die von AOG Technics für das CFM56 geliefert wurden. Außerdem seien zwei gefälschte Dokumente für Komponenten des CF6 von GE, einem Triebwerk für Langstreckenflugzeuge der früheren Generation, gefunden worden. Offenbar fiel der Betrug dem Triebwerskbauer auf.

AOG Technics wurde 2015 gegründet. Das Unternehmen ist auf Teile für Airbus A320 und Boeing 737 spezialisiert. ist kein geprüfter Lieferant von CFM. Das Unternehmen gibt an, über eigene Lager in London, Frankfurt, Miami und Singapur zu besitzen. Gefälschte Teile könnten also auch in Deutschland im Umlauf sein.

Teile müssen ersetzt werden

Die Easa hat betroffene Flugzeugbetreiber aufgerufen, betroffene Teile umgehend zu ersetzen. Sie behält sich weitere Maßnahmen vor. AOG Technics ist nicht erreichbar, auch die Webseite des Unternehmens ist aktuell nicht mehr erreichbar.

Gefälschte Teile sind in der Luftfahrt generell rar, da es rigorose Kontrollen gibt. Doch der Anreiz für Kriminelle ist groß. Denn schon kleine Ersatzteile kosten schnell mehrere Zehntausend Euro.

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