Flieger im neuen Brussels-Airlines-Design: Das Wort brussels ist nun deutlich größer als zuvor.

Angestellte sauerNeues Brussels-Airlines-Logo ruft Protest hervor

Der neue Markenauftritt der Lufthansa-Tochter war bereits durchgesickert, jetzt stellt Brussels Airlines ihn offiziell vor. Etliche Angestellte sind wütend und protestieren.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Neues Aussehen für die Lufthansa-Tochter: Am Donnerstag (18. November) hat Brussels Airlines ihren neuen Markenauftritt offiziell vorgestellt. Mit dem aufgefrischten Design will sie sich besonders der Billigkonkurrentin Ryanair als Premium-Marke entgegenstellen. Doch Teile des Brussels-Personal zeigen sich alles andere als zufrieden.

«Uns gefällt das neue Logo nicht, aber es geht uns um viel mehr als die erneuerte Marke», sagt eine Flugbegleiterin von Brussels Airlines. Sie hat sich an ihrem freien Tag gemeinsam mit etwa 100 Mitarbeitenden des Boden-, Cockpit- und Kabinenpersonals vor der Pressekonferenz zum neuen Markenauftritt eingefunden, um gegen das Rebranding zu protestieren. «Wir haben auf Teile unseres Gehalt verzichtet und zahlreiche Kündigungen hingenommen», empört sich ein Kapitän. «Und jetzt hat man das Geld für eine neue Marke?» Es sei schlichtweg der falsche Zeitpunkt dafür.

Vielfältige Punkte

Bei der Pressekonferenz im Hangar 41 des Flughafens Brüssel spürt man wenig von der Empörung draußen. Eine-360-Grad Leinwand umgibt die Gäste, feine Backwaren und Blumen stehen auf den Tischen, dazu läuft Musik. Nach kurzer Ansprache fällt ein Teil des Vorhangs und enthüllt damit das erste neu bemalte Flugzeug.

Statt dem bisherigen b aus roten Punkten stehen auf dem Heck nun einfach unterschiedlich große roten Punkte. Das soll Vielfalt symbolisieren. «Kein Punkt ist wie der andere», so Brussels. Der Schriftzug auf dem Rumpf kommt in einer neue Schriftart daher. Zudem stehen die Worte «brussels» und «airlines» nun nicht mehr gleich groß nebeneinander, sondern oben groß «brussels» und darunter kleiner «airlines». Das soll die belgische Identität hervorheben. Am unteren Rumpf finden sich zudem blaue und graue Punkte.

Zukunft in der Lufthansa-Gruppe

«Mit dem Logo wollen wir ein neues Kapitel starten. Und die belgische Identität unserer Airline stärken», sagt Brussels-Airlines-Chef Peter Gerber. Die Fluglinie möchte sich so vor allem auch gegenüber Ryanair in Szene setzen, die im belgischen Markt zunehmend stark ist.

Gleichzeitig nähert sich das schlichte, aber auf Eleganz bedachte Design weiter demjenigen der Lufthansa-Gruppe an. «Unsere Zukunft ist mit Lufthansa. In der Corona-Krise haben uns die zahlreichen Synergien geholfen», so Gerber. Mit dem Fokus auf den belgischen und afrikanischen Markt komplementiere Brussels Airlines die Lufthansa sehr gut. Man habe die zahlreichen Restrukturierungen überstanden. Jetzt sei es Zeit für den nächsten Schritt in die Zukunft, weshalb die neue Markenidentität genau zum richtigen Zeitpunkt komme.

Brussels verteidigt Investition

Im Sommer musste Brussels Airlines 800 Mitarbeitenden kündigen, mittlerweile sind noch 2,6 Prozent in Kurzarbeit. «Ich kann die Empörung der Menschen draußen verstehen, gerade nach so einer schwierigen Zeit», sagt Wencke Lemmes-Pireaux, Vize-Kommunikationschefin von Brussels Airlines, zu aeroTELEGRAPH. Da das Logo vorzeitig geleakt worden sei, habe man gegenüber den Mitarbeitenden nicht rechtzeitig kommunizieren können. In den nächsten Tagen seien zusätzliche Workshops geplant.

Das Projekt begann vor eineinhalb Jahren. Bislang habe es weniger als 500.000 Euro gekostet. «Weil wir das Rebranding schrittweise ausrollen, die Flieger sukzessive umlackieren, teilweise auf Branding von Produkten ganz verzichten, ist es nicht teurer», so Lemmes-Pireaux. Es fließe auch nicht das Geld des belgischen Staates in das Rebranding. «Es war sogar eine Bedingung des belgischen Staates, dass wir die belgische Marke weiter stärken», sagt sie. Draußen sehen das die Protestierenden anders. «Nicht das Logo, sondern wir mit unserem freundlichen Service sind die Marke», sagt eine Flugbegleiterin.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Fotos von Brussels’ Logo-Vorstellung.

Mehr zum Thema

Airbus A319 von Brussels Airlines, neues Logo: «Verankerung in Belgien».

Brussels Airlines verpasst sich eine Auffrischung

Brussels Airlines‘ Airbus A320 im Tim-und-Struppi-Design: Die Bemalung des Jets ...

Das ist Brussels‘ überarbeiteter Tim-und-Struppi-Jet

Flieger von Ryanair: 2022 sollen mehr in Brüssel stationiert werden.

Ryanair attackiert Brussels am Heimatflughafen

ticker-wizzair-1

Wizz Air und Ryanair nehmen Flüge nach Jordanien wieder auf

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier