Aufgebot für den letzten Air-Berlin-Flug ab Düsseldorf: Die Maschine startete Richtung München.

Düsseldorf verabschiedet Air Berlin«Das sind unsere Strecken und Flugzeuge»

Tränen, Wehmut, Pragmatismus und auch eine gehörige Portion Frust: So verabschiedeten sich Mitarbeiter in Düsseldorf von Air Berlin.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

«Wie kann es sein, dass Air Berliner und LTUler hier nicht durchgelassen werden», fragt eine junge Frau aufgebracht einen Mitarbeiter des Flughafens Düsseldorf. Der Mann versperrt ihr und rund zwanzig weiteren Menschen den Weg zur Besucherterrasse. Von dort soll rund eine halbe Stunde später zu sehen sein, wie zum letzten Mal ein Air-Berlin-Flug vom Flughafen Düsseldorf aus startet, um 21:05 Uhr Richtung München.

Doch der Andrang an der Terrasse ist am Abend des 27. Oktober groß, die Sicherheitskontrollen am einzigen Eingang ziehen sich hin. Air Berliner müssen - nachdem der erste Flughafenmitarbeiter sie hat passieren lassen - genauso in der Warteschlange anstehen wie normale Besucher. Etliche werden den letzten Abflug verpassen.

Was kommt am Montag?

Ein Pilot entschließt sich gleich, auf das Warten zu verzichten. Das Aus seiner Airline scheint ihn nicht sehr aus der Ruhe zu bringen. «Ich fliege jetzt erstmal drei Monate für Eurowings weiter», sagt er. Optionen auf neue Jobs gebe es, da mache er sich keine Gedanken. So zuversichtlich ist nicht jeder an diesem Abend.

Nach und nach schaffen es doch alle auf die Aussichtsplattform, um zumindest die Ankunft des letzten Düsseldorfer Air-Berlin-Fluges mitzuerleben. Viele der Airline-Mitarbeiter wissen noch nicht, wie es nun weitergeht. Einer vom Bodenpersonal, der jahrzehntelang in Düsseldorf gearbeitet hat und vor anderthalb Jahren nach Berlin versetzt wurde, erzählt, dass er zwar noch einen Vertrag habe. Aber er wisse nicht, was ihn am Montag im Büro erwarte.

Flugpersonal frustriert

«Zumindest bin ich durch meine Versetzung auf all so etwas gedanklich schon etwas vorbereitet», sagt der Mann, der seinen Namen lieber nicht veröffentlicht sehen will, wie so viele an diesem Abend. Andere Kollegen hätten es in den vergangenen drei Monaten dagegen gerade einmal geschafft, ihre Bewerbungsmappe zusammenzustellen.

Viele Frauen und Männer des Flugpersonals frustriert es, dass sie sich überhaupt bewerben müssen, um in den Flugzeugen blieben zu dürfen, in denen sie schon seit Jahren arbeiten - und das wohl erst noch für deutlich weniger Lohn. «Wenn ich bei einem anderen Arbeitgeber in einer anderen Branche neu anfangen würde», so eine Flugbegleiterin von Air Berlin, dann wäre all das klar. «Aber das sind unsere Strecken und unsere Flugzeuge», sagt die Frau. Nur verdiene nun jemand anderes daran. Wie es für sie selber weitergeht, weiß die Flugbegleiterin noch nicht - ihr Dienstplan zeigt vorerst nur noch freie Tage.

«Es tut echt weh»

Die Unsicherheit prägt auch die Stimmung an diesem Abend in Düsseldorf. Zwar fließen immer wieder Tränen und ein Mann sagt in sein Telefon: «Es ist schon eine traurige Veranstaltung hier. Es tut echt weh.» Trotzdem wirkt fast niemand aufgelöst oder verzweifelt.

Einige scheinen sogar in Stimmung für eine große Abschiedsfeier, das Sektglas in der Hand. Vor allem machen viele Air-Berlin-Mitarbeiter aber einen wehmütigen, stolzen, etwas frustrierten und doch pragmatischen Eindruck - harrend der Dinge, die da kommen.

Mehr zum Thema

Flughafen Mönchengladbach: Wirkt ruhig - ist aber ganz schön geschäftig.

Einst Grasfeld, dann Air Berlins Düsseldorf-Alternative und heute Innovationslabor

Flugzeug von Condor in Wien: Hier brummt das Geschäft.

Condor nennt ihre erfolgreichsten Städte-Strecken - und Unterschiede zu Air Berlin

Ein Eurowings-Flugzeug über der Altstadt von Jeddah: Die Airline fliegt im Winter ab Stuttgart neu in die saudische Hafenstadt.

Eurowings wird zum Arabien-Shuttle

D-ALPG in der Lackierung von Air Berlin.

Ex-Air-Berlin A330 hebt nach langer Pause wieder ab - jetzt für bulgarische Airline

Video

Cessna 182 nach der Landung: Der Propeller fehlt.
Nachdem er einen ungewöhnlichen Geruch bemerkt hatte, brach ein Fluglehrer den Flug mit einer Cessna 172 ab. Im Landeanflug spitzte sich die Lage dann dramatisch zu.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Alternativroute für Project Sunrise: Sie führt am Nordpol vorbei.
Wenn die australische Fluggesellschaft ab 2027 nonstop zwischen Sydney und London fliegt, führt ein Teil der Flüge über eine der entlegensten Regionen der Erde. Die nördliche Alternativroute über die Polarregion bringt Qantas mehr Flexibilität und den Passagieren außergewöhnliche Ausblicke.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
INNA und Wizz Air: Das Video zu Wizz Away wurde am Flughafen Bukarest gedreht.
Wizz Air bringt mit dem Popstar Inna einen Song heraus. Wizz Away soll zum Sommerhit werden. Die Kombination Fluggesellschaft und Musik ist nicht neu. Ein Überblick von Fantasiesprache über Kerosin im Blut bis zu Mr. Trololo.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies