Fred Militky: Zuerst Modellflieger elektrifiziert, dann richtige Flugzeuge.

Fred MilitkyDer österreichische Pionier des Elektroflugs

Fred Militky entwickelte Modellflugzeuge. Schon früh erkannte der Österreicher jedoch, dass ein Elektroantrieb mehr kann, also nur Mini-Flieger in die Luft zu bringen. 1973 gelang ihm der weltweit erste bemannte Elektroflug.

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Schon in den 1950er-Jahren forschte Fred Militky an elektrischen Antrieben. Der 1922 geborene Chefkonstrukteur des Modellbauunternehmens Graupner wollte so ein Problem lösen, das den Modellflug bis dahin belastete: Er war laut. 1960 brachte der Österreicher ein erstes elektrisch angetriebenes Modell auf den Markt, 1972 ein größeres, besseres.

Die Reaktionen in der Szene auf das Modellflugzeug waren verhalten. Doch Militky ließ sich nicht beirren und wollte mehr. Er hatte sich vorgenommen, zu zeigen, dass man mit elektrischem Antrieb mehr kann, als nur Modellflieger in die Luft zu bringen. Er war überzeugt, dass man ein Elektroflugzeug bauen kann, in dem Menschen fliegen können.

Neun Minuten in der Luft

Militky tat sich dafür mit Heinz Brditschka zusammen, der bereits Motorsegler baute und eine seiner HB-3 zur Verfügung stellte. Das Resultat war die sieben Meter lange und 440 Kilogramm schwere Brditschka MB-E1. Dazu wurde in das Grundmodell ein Bosch-Elektromotor mit einer Leistung von rund zehn Kilowatt und Nickel-Cadmium-Akkumulatoren von Varta eingebaut. 

3-D-Animation der Brditschka MB-E1. Bild: Mateusz Śliwka

Am 21. Oktober 1973 absolvierte das weltweit erste elektrisch betriebene manntragende Flugzeug seinen Erstflug. Vom Flugplatz in Wels im Bundesland Oberösterreich flog die Brditschka MB-E1 mit einer Spannweite von zwölf Metern etwa neun Minuten auf einer Höhe von 300 Metern. Später folgten weiter Flüge. Militky hatte damit den Beweis erbracht: Elektroflug ist machbar. Es folgten einige weitere, rund 15-minütige Flüge.

Altes Problem, immer noch aktuell

Militky erklärte nach dem gelungenen Erstflug, dass man damit nachgewiesen habe, «dass es möglich ist, ein Luftfahrzeug schwerer als Luft unter Mitführung elektrischer Energie zu betreiben» und zugleich sah er auch schon die Schwierigkeit voraus. «Es wird von den Batterieherstellern abhängen, ob es gelingt, in der Zukunft noch bessere Batterien herzustellen, die zudem auch noch leichter sind und es möglich machen werden, den Elektroflug zumindest im Bereich der Sportfliegerei einer breiteren Schicht zugänglich zu machen.»

1976 verstarb Militky. Seine Vision jedoch ist aktueller denn je. Die Luftfahrtbranche hat sich angesichts des Klimaproblems der Dekarbonisierung verschrieben. Und weltweit forschen Dutzende Unternehmen daran, kommerzielle Kurzstreckenflüge mit Elektroantrieb möglich zu machen, so etwa Heart Aerospace, Wright Electric oder Beta Technologies. Mit der Herausforderung, die schon Militky sah, haben auch sie noch zu kämpfen: Leistung und Gewicht der Batterien.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie mehr Bilder der Brditschka MB-E1. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.

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