Sonnenuntergang im Cockpit beobachten: Ein unvergesslicher Glücksmoment.

Müdigkeit und Glücksmomente

«Hat man bei all der Automatisierung überhaupt noch Freude am Fliegen?», fragt Leser Kim Große. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Freude ist der Antrieb eines Piloten. Und hinter dieser Freude steht der verwirklichte Traum. Die meisten Piloten empfanden wohl den Traum vom Fliegen als Ursprung ihrer Karriere. Fliegen ist Freiheit. Fliegen ist das sich Entfernen von irdischen Problemen. Und Fliegen ist die pure Freude. Trotz Traum und Freude realisierte ich bereits in der Ausbildung, dass Fliegen auch harte Arbeit und extreme Konzentration bedeutet. Als Linienpilot ist Fliegen natürlich teilweise auch nichts anderes als Geld verdienen, zur Arbeit gehen, einen guten Job machen und seine Pflichten einhalten.

Gerade wenn man ans gesetzliche Maximum von neunzig monatlichen Flugstunden kommt, kann dieser Traum vom Fliegen auch zur extremen Erschöpfung führen. An einem sommerlichen Arbeitstag, seit sechs Tagen unterwegs und auf dem letzten von vier Tages-Flügen spürt man eine krasse Müdigkeit. Die Gewitter zu umfliegen und das Flugzeug bei Böen und Regenschauer noch sicher zu landen, wird zur echten Herausforderung.

Schöner Anblick

Aber genau diese Herausforderung will ich im Grunde ja auch. Ein Pilot trägt die große Verantwortung gerne, stellt sich ihr und kann auch in schwierigen Situationen die Ruhe behalten. Es sind nämlich Glücksmomente, welche einem so schwierigen Einsatz folgen. Nachhallende Eindrücke schenken mir als Pilot große Freude an der geleisteten Arbeit.

Und solche Glücksmomente gibt es nicht nur bei schwierigen, sondern auch bei schönen Einsätzen. Einen voll-manuellen Sichtanflug (Visual Approach) in Nizza bei Abenddämmerung, ein Sonnenaufgang im Westen auf einem Rückflug von Budapest oder ein atemberaubender Abflug in Venedig mit Sicht auf den Markusplatz sind Momente der reinen Freude. Der Traum vom Fliegen, welcher am Ursprung eines Pilotenlebens steht wird in solchen Situationen immer wieder ausgelebt und sorgt für strahlende, unendlich zufriedene Gesichter im Cockpit.

Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen europäischen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können.  Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com.  Unter den eingesandten Fragen werden die spannendsten jeweils auf aeroTELEGRAPH beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.

Mehr zum Thema

Wie nutzen sich Reifen ab? Und kann man etwas dagegen tun?

Wie nutzen sich Reifen ab? Und kann man etwas dagegen tun?

Flugzeuge am Himmel: Kollisionen gilt es zu vermeiden.

Wie man Kollisionen vermeidet

Jedes Licht hat einen anderen Zweck - doch alle sind wichtig.

Was welches Licht bedeutet

Piloten im Cockpit: Vor dem Flug noch die letzten Entscheidungen treffen.

Wie man die Flugzeit berechnet

Video

Rundflug zur Aero Friredrichshafen: Blick auf die Insel Mainau
Auf der Aero Friedrichshafen wurden die Flugzeuge ausgestellt und bewegten sich nicht – außer das von Alpen Air. Die kleine deutsche Airline hobab und zeigt, wie sich die Allgemeine Luftfahrt wirklich anfühlt. Ein kurzer Flug, der lange im Kopf bleibt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
TV-Bericht über den Zwischenfall: Drei Verletzte.
Flughafen Araxos
Die Taufe einer Boeing 737 Max von Tuifly wird jäh unterbrochen: Kurz vor Beginn der Zeremonie bricht eine Treppe am griechischen Flughafen Araxos zusammen. Mehrere Menschen stürzen, drei von ihnen müssen ins Krankenhaus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Bildschirmfoto 2026-05-01 um 164538
Am Flughafen São Paulo-Congonhas kamen eine landende Boeing 737 und eine startende Embraer E2 sich extrem nahe, so nahe, dass das Kollisionswarnsystem Alarm schlug. Der Jet von Gol und der Jet von Azul näherten sich entlang der Piste bis auf 22 Meter an.
Laura Frommberg
Laura Frommberg