Bei häufigen Starts und Landungen kann der Druckausgleich ziemlich belastend sein.

Die Tücken des Druckausgleichs

«Haben Piloten eine Technik, besser mit dem Druckausgleich klarzukommen?», fragt Leser M. Nicolai. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Meiner Erfahrung nach haben Piloten keine anderen oder bessere Techniken, um mit dem Druckausgleich klar zu kommen. Wir sind aber die stetigen Druckunterschiede wohl mehr gewöhnt als der normale Passagier und können deshalb besser damit umgehen. Übrigens geschieht der Druckausgleich im Steigflug eigentlich automatisch. Nur im Sinkflug sollte man das sogenannte Valsalva-Manöver probieren: Nase zuhalten, Mund schließen und versuchen auszuatmen.

Aber der Druckausgleich hat für uns einige Tücken: Kurzstreckenpiloten etwa absolvieren bis zu vier Flüge pro Tag. Der Druckausgleich muss also vier Mal pro Tag jeweils im Steigflug und im Sinkflug funktionieren. Während das Flugzeug auf etwa 10’000 Meter Höhe steigt, bleibt der Kabinendruck bei gut 2000 Meter Höhe. Aber auch die sind nicht zu unterschätzen. Vom Druck- und Sauerstoffgehalt ist diese Höhe zwar für einen gesunden Mensch kein Problem. Wenn man aber mehrmals pro Tag da rauf und runter geht, muss der Druckausgleich einwandfrei funktionieren. Zudem sind diese Höhenunterschiede sehr ermüdend.

Bei Erkältung kommen die Probleme

Das Problem ist daher folgendes: Hat ein Pilot nur ein Hauch einer Erkältung, gibt es verschiedene negative Implikationen. Zu beachten ist zum einen, dass die Kabinenluft extrem trocken ist (um die fünf Prozent Feuchtigkeit). Dies ist schon mal eine schlechte Voraussetzung, um einer Erkältung auszuweichen. Zudem sind die mehrmaligen Druckunterschiede in diesem Zustand schwieriger auszugleichen, da die Eustachische Röhre - die Verbindung zwischen Mittelohr uns Nasenrachen - nicht mehr ganz frei ist. Will der Pilot dann mit Kraft den Druckausgleich erzwingen, so verschlechtert sich die Situation sogar noch. Die Erkältung hat also bei einem Piloten oftmals freies Feld, um sich so richtig schön auszubreiten.

Für uns gibt es daher nur eines. Sobald wir erkältet sind, bleiben wir am Boden, bis wir wieder 100 Prozent fit sind. Auch wenn der Arbeitgeber dies oft nur zähneknirschend akzeptiert.

[image2]Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an redaktion@aerotelegraph.com. Jede Woche wird eine der eingesandten Fragen beantwortet.

Mehr zum Thema

Die EU plant neue Regeln für Verkehrssuchmaschinen: Damit sollen mehr Reisende auf die Schiene gelockt werden.
<h1 class="article-header__title"></h1>

EU will, dass Flugsuchmaschinen auch Züge anzeigen

Ein Rollstuhlfahrender an einem Flughafen: Simulierende Reisende stellen Fluggsellschaften und Flughäfen vor Probleme.

Wenn 55 Gäste im Rollstuhl ein- und 30 von ihnen zu Fuß aussteigen

Koffer: Eine kleine, aber schnelle Reise am Flughafen.

So kommt der Koffer in den Flieger

Flugzeughotel mal anders

Flugzeughotel mal anders

Video

Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack