Bei häufigen Starts und Landungen kann der Druckausgleich ziemlich belastend sein.

Die Tücken des Druckausgleichs

«Haben Piloten eine Technik, besser mit dem Druckausgleich klarzukommen?», fragt Leser M. Nicolai. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Meiner Erfahrung nach haben Piloten keine anderen oder bessere Techniken, um mit dem Druckausgleich klar zu kommen. Wir sind aber die stetigen Druckunterschiede wohl mehr gewöhnt als der normale Passagier und können deshalb besser damit umgehen. Übrigens geschieht der Druckausgleich im Steigflug eigentlich automatisch. Nur im Sinkflug sollte man das sogenannte Valsalva-Manöver probieren: Nase zuhalten, Mund schließen und versuchen auszuatmen.

Aber der Druckausgleich hat für uns einige Tücken: Kurzstreckenpiloten etwa absolvieren bis zu vier Flüge pro Tag. Der Druckausgleich muss also vier Mal pro Tag jeweils im Steigflug und im Sinkflug funktionieren. Während das Flugzeug auf etwa 10’000 Meter Höhe steigt, bleibt der Kabinendruck bei gut 2000 Meter Höhe. Aber auch die sind nicht zu unterschätzen. Vom Druck- und Sauerstoffgehalt ist diese Höhe zwar für einen gesunden Mensch kein Problem. Wenn man aber mehrmals pro Tag da rauf und runter geht, muss der Druckausgleich einwandfrei funktionieren. Zudem sind diese Höhenunterschiede sehr ermüdend.

Bei Erkältung kommen die Probleme

Das Problem ist daher folgendes: Hat ein Pilot nur ein Hauch einer Erkältung, gibt es verschiedene negative Implikationen. Zu beachten ist zum einen, dass die Kabinenluft extrem trocken ist (um die fünf Prozent Feuchtigkeit). Dies ist schon mal eine schlechte Voraussetzung, um einer Erkältung auszuweichen. Zudem sind die mehrmaligen Druckunterschiede in diesem Zustand schwieriger auszugleichen, da die Eustachische Röhre - die Verbindung zwischen Mittelohr uns Nasenrachen - nicht mehr ganz frei ist. Will der Pilot dann mit Kraft den Druckausgleich erzwingen, so verschlechtert sich die Situation sogar noch. Die Erkältung hat also bei einem Piloten oftmals freies Feld, um sich so richtig schön auszubreiten.

Für uns gibt es daher nur eines. Sobald wir erkältet sind, bleiben wir am Boden, bis wir wieder 100 Prozent fit sind. Auch wenn der Arbeitgeber dies oft nur zähneknirschend akzeptiert.

[image2]Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an redaktion@aerotelegraph.com. Jede Woche wird eine der eingesandten Fragen beantwortet.

Mehr zum Thema

Die EU plant neue Regeln für Verkehrssuchmaschinen: Damit sollen mehr Reisende auf die Schiene gelockt werden.
<h1 class="article-header__title"></h1>

EU will, dass Flugsuchmaschinen auch Züge anzeigen

Ein Rollstuhlfahrender an einem Flughafen: Simulierende Reisende stellen Fluggsellschaften und Flughäfen vor Probleme.

Wenn 55 Gäste im Rollstuhl ein- und 30 von ihnen zu Fuß aussteigen

Koffer: Eine kleine, aber schnelle Reise am Flughafen.

So kommt der Koffer in den Flieger

Flugzeughotel mal anders

Flugzeughotel mal anders

Video

Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies