Die D-AEUC am Flughafen Frankfurt: Der Airbus A321 P2F hat seine Lufthansa-Insignien verloren.

Geparkte UmbaufrachterLufthansa Cargo entfernt Logos von Airbus A321 P2F - der Anfang vom Abschied?

Mit den Airbus A321 P2F wollte die deutsche Frachtfluglinie ein neues Geschäftsfeld erschließen. Seit dem Aus von Lufthansa Cityline stehen sie jedoch still. Nun wurde die Lufthansa-Cargo-Bemalung von den Umbaufrachtern teilweise entfernt. Das wirft neue Fragen über ihre Zukunft auf.

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Es war eine Premiere. War sie bisher nur mit Langstreckenflugzeugen unterwegs, erhielt Lufthansa Cargo im Jahr 2022 ihre ersten zwei Airbus A321 P2F. 2023 folgten zwei weitere Exemplare des Umbaufrachters auf Basis des A321. Damit eröffne man sich «ein ganz neues strategisches Geschäftsfeld», sagte die Frachtairline damals.

Mit dem Betrieb der vier kleinen Frachter beauftragte Lufthansa Cargo die Konzernschwester Lufthansa Cityline, die bereits Pilotinnen und Piloten dafür hatte. Das wurde diesen April ein Problem. Lufthansa Group beschloss vor dem Hintergrund von hohen Treibstoffpreisen und Streiks die Schließung von Lufthansa Cityline. Wie die gesamte FLotte bleiben seit dann auch die vier A321 P2F am Boden.

Lufthansa-Chef: Airbus A321 P2F «nicht oberste Priorität»

Seitdem ist die Frage, wie es weitergeht mit den Flugzeugen. Einerseits sagte Ashwin Bhat kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH: «Unser strategisches europäisches Netzwerk ist ein wichtiger Baustein, um globale Lieferketten aufrechtzuerhalten.» Dieser Verantwortung seien sich Lufthansa Cargo und Lufthansa Group bewusst. «Wir werden nun gemeinsam einen Weg finden, unseren Kunden schnellstmöglich wieder diese Frachtkapazitäten anbieten zu können», so der Lufthansa-Cargo-Chef.

Archivbild von einem der vier A321 P2F: Sehen heute nicht mehr so aus.

Andererseits sagte Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr Anfang Mai, die Airbus A321 P2F hätten «nicht unsere profitabelsten Routen bedient». Und das sei «vorsichtig» ausgedrückt. Das Geld werde derzeit mit Fracht auf der Langstrecke verdient. Daher habe man aktuell «nicht so eine Hektik, eine Nachfolgelösung zu finden». Zwar arbeite Lufthansa Cargo an der Frage: «Wer könnte als Betreiber für diese wenigen Flugzeuge in Betracht kommen?», sagte Spohr. «Aber das hat jetzt nicht oberste Priorität.» Die vier A321 P2F würden nicht mal 3 Prozent der gesamten Luftfracht der Lufthansa-Gruppe ausmachen, schätzte der Konzernchef.

Lufthansa-Logo und Cargo-Schriftzug verschwunden

Als mögliche Betreiber innerhalb der Gruppe wurden Fluglinien mit A320-Cockpitcrews gehandelt, etwa City Airlines, Brussels Airlines oder Discover Airlines. Auch eine externe Lösung schien denkbar. Doch egal wer den Auftrag übernimmt, er könnte die Flugzeuge - wie auch Cityline es tat - mit Lufthansa-Logo und Lufthansa-Cargo betreiben.

Doch danach sieht es aktuell nicht mehr aus. Wie aeroTELEGRAPH weiß, wurde bei den drei Airbus-A321-Umbaufrachtern, die in der Cargo City Süd des Flughafens Frankfurt stehen, das Kranich-Logo vom Heck und der Lufthansa-Cargo-Schriftzug vom Rumpf entfernt.

Lufthansa Cargo: Arbeiten weiter an externer Bereederung

Insgesamt sieht es als kaum danach aus, als würden die kleinen Frachter nochmal für Lufthansa Cargo fliegen - sondern eher, als sollten sie verkauft werden. Die Frachtfluglinie relativiert allerdings. Laut dem Unternehmen arbeitet Lufthansa Cargo nach wie vor «an einer externen Bereederung» der Flugzeuge. «Es liegt derzeit keine Entscheidung zu einem Verkauf vor.» Die Entfernung des Schriftzugs liege «in internen Prozessen begründet».

Die drei Flugzeuge, die am Flughafen Frankfurt stehen, tragen die Kennzeichen D-AEUA, D-AEUC und D-AEUI. Der vierte A321-Umbaufrachter, die D-AEUJ, steht im bulgarischen Sofia.

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