Wie viele Großstädte weltweit hat auch Nairobi zwei Flughäfen. Neben dem Jomo Kenyatta International Airport, dem größten Flughafen Kenias mit fast neun Millionen Reisenden pro Jahr, gibt es nahe dem Stadtzentrum den Wilson Airport, Nairobis und Kenias wichtigsten Flughafen für Inlandsflüge, Charter- und Safari-Verkehr sowie General Aviation.
Der Flughafen Nairobi-Wilson zählt mit rund 120.000 Starts und Landungen pro Jahr zu einem der verkehrsreichsten Flughäfen Ost- und Zentralafrikas. Gegründet wurde er 1929. Damals lag er noch außerhalb der Stadt. Weil sich Nairobi seitdem immer weiter ausgebreitete, gerade in den 1990er/2000er Jahren, liegt der Airport mit seinen zwei Pisten mittlerweile mitten im Stadtgebiet.
Gebäude um Wilson Airport teilweise 20 Meter zu hoch
Und so sind rund um den Flughafen zahlreiche Gebäude entstanden, die jetzt zum Problem werden. Die kenianische Regierung hat am 26. Juni dem Senatsausschuss für Straßen, Transport und Infrastruktur eine Untersuchung vorgelegt, in deren Rahmen untersucht wurde, inwiefern die Gebäude, die in den Jahren zuvor rund um den Flughafen Nairobi-Wilson entstanden sind, die Luftfahrtsicherheit beeinträchtigen. Das Ergebnis ist eindeutig: Von 131 Gebäuden sind 41 zu hoch, darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser, Bürogebäude und sogar ein Tempel.
Nun ist in Kenia eine Debatte entstanden, wie mit den teilweise über 20 Meter hohen Gebäuden umgegangen werden soll. Einige Senatoren, deren Aufgabe es ist, die Regierung zu kontrollieren, fordern, die betreffenden 41 Gebäude abzureißen. Sie begründen das mit dem Argument, dass ein Nichthandeln die Flugsicherheit an einem der verkehrsreichsten Inlandsflughäfen Ostafrikas gefährden könnte.
Regierung will andere Flugrouten, Senatoren fordert Abriss
Die Regierung möchte die Gebäude nicht abreißen. Stattdessen will sie die Flugrouten ändern. Flugzeuge sollen dann in Richtung Nairobi-Nationalpark an- und abfliegen, um die hohen Gebäude zu umgehen. Die Staatssekretärin für Luftfahrt, Teresia Mbaika, erklärte vor dem Ausschuss, ein Abriss der Bauten sei kompliziert, da viele über reguläre Genehmigungen der Verwaltung verfügten, schreibt die Zeitung The Eastleigh Voice.
Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Die Stadtverwaltung von Nairobi hat diese Bauten genehmigt, ohne vorher die kenianische Luftfahrtbehörde KCAA zu konsultieren. Genau das hätte sie nach kenianischem Recht aber tun müssen: Jede Person, die beabsichtigt, in der Nähe eines Flughafens ein Gebäude, einen Mast, einen Telekommunikationsturm, eine Werbetafel oder ein anderes hohes Bauwerk zu errichten, muss vor Baubeginn eine Genehmigung der kenianischen Zivilluftfahrtbehörde einholen.
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