Letzte Aktualisierung: um 8:32 Uhr

Formationsflug getestet

Zwei Airbus A350 sparen dank Teamwork Geld

Seit einiger Zeit analysiert der europäische Flugzeugbauer, ob Jets wie Vögel in Formationen fliegen können. Jetzt hat Airbus es erstmals ganz konkret getestet - mit zwei A350 über dem Nordatlantik.

Airbus

Die zwei Airbus A350 auf dem Weg nach Kanada: Viel Treibstoff gespart.

In Radrennen sieht man es immer wieder. Ein Fahrer fährt ganz vorne an der Spitze einer Gruppe, nach einer Weile lässt er sich dann nach hinten fallen und ein anderer nimmt seinen Platz ein. Der Radfahrer vorne agiert dabei jeweils als Windbrecher. Im Windschatten zu fahren, kann nämlich bis zu 30 Prozent Kraft sparen.

Ingenieurinnen und Ingenieure von Airbus tüfteln seit einiger Zeit daran, ob es Flugzeuge Radfahrern gleich tun und den Windschatten nutzen könnten. Die Situation in der Luft ist indes komplizierter und deshalb orientieren sie sich dabei eher an Vögeln. Diese fliegen ebenfalls in Formationen. Dabei entsteht links und rechts vom vordersten Tier eine ausgleichende Aufwärtsströmung. Sie kann von seitlich knapp dahinter fliegenden Vögeln genutzt werden und spart Kraft.

Bis zu zehn Prozent Treibstoff sparen?

Fellofly heißt das Projekt von Airbus – ein Zusammenzug aus Fellow und Fly, also Gefährte und Flug. Mit SAS, French Bee und den Flugsicherungen von Frankreich, Großbritannien und Europa will der Flugzeugbauer herausfinden, ob Flugzeuge in Formationen fliegen könnten. Airbus hofft, so fünf bis zehn Prozent an Treibstoff zu sparen.

Jetzt hat der Hersteller erstmals den Formationsflug mit Langstreckenflugzeugen ganz konkret getestet. Am Dienstag hat Airbus zwei seiner Testflugzeuge auf die Reise über den Nordatlantik geschickt. Zwei A350 flogen im Abstand von drei Kilometer von Toulouse nach Montreal.

Fünf Tonnen weniger CO2

Der A350 mit der Seriennummer 1 flog voraus, der mit der Nummer 59 folgte ihm. Das selbst entwickelt Flugsteuerungssystem habe es möglich gemacht, «das hintere Flugzeug sicher im Windschatten-Aufwind der vorausfliegenden Maschine zu platzieren», so der Flugzeugbauer in einer Mitteilung. So habe die Schubleistung des hinteren Flugzeugs und damit der Treibstoffverbrauch reduziert werden können.

Fünf Tonnen CO2 habe man vermieden und gleichzeitig gezeigt, dass über fünf Prozent Spriteinsparung möglich sei. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern hilft Fluggesellschaften auch zu sparen. Beim Testflug ging es um mehere Tausend Euro.

Noch die Behörden überzeugen

Im nächsten Schritt will Airbus die Behörden davon überzeugen, den Formationsflug zu zertifizieren. Geeignet wäre er vor allem für hochfrequentierte Strecken – wie etwa den seit
Montag (8. November) wieder für Reisende aus Europa geöffneten Transatlantik-Korridor, wo gleichzeitig sehr viele Flugzeug unterwegs sind.



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