Airbus A340-600 von Lufthansa: Das Modell verlässt bald die Flotte.

Verschärfter SparkursLufthansa verkleinert Flotte, um zu sparen - Discover Airlines bekommt dafür neun weitere Airbus A350-900

Der deutsche Luftfahrtkonzern beschleunigt seinen Sparkurs. Cityline wird stillgelegt, die letzten Airbus A340-600 verlassen Lufthansa früher und Discover Airlines wird deutlich mehr Airbus A350-900 erhalten.

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Schon am vergangenen Freitag wurde klar: Lufthansa Group setzt vor der Woche des Festaktes zum 100-Jahre-Jubiläum am 15. April nicht auf Harmonie und eitel Sonnenschein. Denn die größte deutsche Fluggesellschaft schloss mitten im Streik der Kabinengewerkschaft Ufo einen Tarifvertrag mit der konkurrierenden Gewerkschaft Verdi für die neue Tochter City Airlines.

Nach diesem Affront riefen Ufo und die Cockpitcrew-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit zu neuen Streiks auf - auch am Mittwoch (15. April), als Bundeskanzler Merz zu Gast war beim Festakt. Zudem wurde bekannt, dass Lufthansa Group den Sparkurs bei den Töchtern verschärft hatte. Der Konzern verordnete Austrian Airlines, Brussels Airlines, Edelweiss, Lufthansa und Swiss einen Einstellungsstopp, ein Reiseverbot und Budgetkürzungen.

Lufthansa nimmt Cityline aus dem Betrieb

Aber damit ist noch nicht Schluss. Am Donnerstag (16. April) teilt der Luftfahrtkonzern mit, dass er die Zügel weiter anzieht. «In Anbetracht deutlich gestiegener Kerosinpreise, die sich im Vergleich zum Zeitraum vor dem Iran-Krieg mehr als verdoppelt haben, sowie steigender Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen, wird die Umsetzung der Unternehmensstrategie in Teilen vorgezogen», so Lufthansa Group. Dazu habe man ein erstes Paket beschlossen.

Als erster Schritt werden ab Samstag (18. April) «zunächst die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren», schreibt Lufthansa Group. Im zweiten Schritt wird die Langstreckenkapazität zum Ende des Sommerflugplans um sechs Jets reduziert.

Vier Airbus A340-600 gehen, Winterpause für zwei Boeing 747-400

Dazu sollen die letzten vier Airbus A340-600 die Flotte im Oktober verlassen, womit dann die Ära dieses Modells bei Lufthansa endgültig zu Ende geht. Zusätzlich werden ab Oktober zwei Boeing 747-400 über den kommenden Winter stillgelegt. «Der endgültige Abschied dieses Flugzeugtyps ist für das kommende Jahr vorgesehen», so Lufthansa.

Im kommenden Winterflugplan 2026/27 folgt als dritter Schritt eine Reduzierung der Kapazitäten der Lufthansa-Kernmarke «im Rahmen der avisierten Konsolidierung von Kurz- und Mittelstreckenverkehren über sechs Drehkreuze der Lufthansa Group», heißt es. Diese zusätzliche Angebotsreduktion entspreche fünf Flugzeugen der Lufthansa-Kernmarke.

Lufthansa will weniger nicht abgesicherte Kerosinkäufe

Mit diesen Schritten wolle man sich von «besonders ineffizienten Flugzeugen» trennen. Die folgenden Kerosin-Einsparungen würden auch dazu führen, dass der Rest der Flotte weniger schnell auf den nicht abgesicherten Teil des Treibstoffs der Gruppe angewiesen sei.

«Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Lufthansa Group ist auf Basis des Rohöl-Preises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert», erklärt der Konzern. Die verbleibenden 20 Prozent müssten aber zu deutlich gestiegenen Preisen gekauft werden. «Dieser besonders teure Anteil des Treibstoffbedarfs wird um rund zehn Prozent reduziert.»

Discover Airlines bekommt neun weitere Airbus A350-900

Weiterhin kündigt der Konzern die «Zuordnung von neun weiteren Airbus A350-900 zu Discover Airlines» an. Dies erfolge im Rahmen der mittelfristigen Flottenplanung. Bisher waren nur vier A350-900 für Discover Airlines angekündigt.

Lufthansa Group kündigt weiterhin neue Sparvorgaben für Stellenbesetzungen, interne Veranstaltungen und externe Beratungsleistungen an. «Sie flankieren das bestehende Abbauziel von konzernweit 4000 Stellen in der Verwaltung bis 2030», heißt es.

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