Die Tupolev Tu-154 ist das meistgebaute sowjetische Verkehrsflugzeug für die Mittelstrecke. Zwischen 1968 und 2013 hat Tupolev insgesamt 1026 Exemplare gefertigt. Laut der Luftfahrtdatenbank CH-Aviation sind davon noch 39 im Einsatz, vorrangig bei russischen und chinesischen Staatsinstitutionen. Wer als normaler Fluggast in einer Tu-154 fliegen will, muss nach Nordkorea. Dort betreibt Air Koryo noch zwei Exemplare.
Bald könnten es 40 aktive Tu-154 sein. Denn russische Planespotter haben beobachtet, wie die Tu-154 M mit dem Kennzeichen RA-85782 am 26. Oktober von Mirny nach Novosibirsk-Tolmatschovo flog. Das Besondere daran ist, dass der Dreistrahler zuvor rund zehn Jahre am Flughafen der sibirischen Diamantenstadt am Boden gestanden hatte. Davor war er laut der Plattform Russianplanes.net bereits mehrere Jahre in Moskau-Domodedovo geparkt.
Tupolev Tu-154 mit VIP-Kabine
Die RA-85782 ist aber keine gewöhnliche Tu-154, sie hat eine besondere Geschichte. Fertiggestellt wurde sie im September 1993 im Flugzeugwerk Samara. In den ersten Jahren wechselte sie mehrfach den Besitzer. Sie flog für Iron Dragonfly und Air Volga, wurde an China Xinjiang Airlines vermietet und war ab 1997 als UN-85782 bei der kasachischen VIP Air registriert. Ob sie schon ab Werk eine VIP-Kabine hatte, ist nicht belegt.
Spätestens seit der Übernahme durch den russischen Diamantenkonzern Alrosa im August 2005 ist das aber der Fall. Das staatlich kontrollierte Unternehmen gehört zu den größten Diamantenproduzenten der Welt und betreibt mit Alrosa Airlines eine eigene Fluggesellschaft. Alrosa setzte den Dreistrahler mit einer VIP-Kabine ein, in der laut Russianplanes.net 53 Reisende Platz fanden. Die Farben von Alrosa trägt das Flugzeug bis heute, wie aktuelle Spotter-Fotos und Videos bei Instagram zeigen.
Luft- und Weltraumstreitkräfte sollen neuer Betreiber sein
Für wen die RA-85782 künftig fliegt, ist offiziell nicht bestätigt. Schon am 18. September meldete der russische Luftfahrt-Kanal Frequent Flyers auf Telegram, die Tu-154 sei in Mirny wieder lufttüchtig gemacht worden. Künftig werde sie im Auftrag des Verteidigungsministeriums fliegen. Der Telegram-Kanal Fighterbomber meldet inzwischen, die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte hätten den Jet übernommen.
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