Abtransport des DC-3:Simulators: neue Heimat in Übersee.

Stück LuftfahrtgeschichteNiemand wollte ihn: Der weltweit einzige Douglas-DC-3-Simulator verlässt Europa

Ein niederländisches Unternehmen baute den weltweit einzigen zertifizierten Simulator für die Douglas DC-3. Das außergewöhnliche Trainingsgerät wurde Interessenten in Europa angeboten. Doch niemand griff zu. Nun geht es in die USA – sehr zum Bedauern seiner bisherigen Betreiber.

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Die Douglas DC-3 ist eine Ikone. Tausendfach transportierte sie Soldaten im Krieg und Passagiere in Friedenszeiten. Doch ausgerechnet für diese Ikone gab es lange Zeit keinen echten Flugsimulator. Wer die «Dakota» fliegen wollte, lernte dies direkt im Cockpit des Originals. Nun verlässt der weltweit einzige zertifizierte DC-3-Simulator Europa – und mit ihm ein Stück Luftfahrtgeschichte.

Douglas baute rund 10.000 Exemplare der DC-3 und ihrer militärischen Variante C-47. Weitere etwa 5.000 Maschinen entstanden in Lizenz, überwiegend in der Sowjetunion. Dennoch wurde nie ein serienmäßiger Simulator für die Pilotenausbildung entwickelt.

Einziger Simulator für die DC-3 stand in Utrecht

Eine Ausnahme stand im niederländischen Utrecht. Dort betrieb die Pilotenausbildungsgesellschaft EPST (European Pilot Selection and Training) den weltweit einzigen zertifizierten DC-3-Flugsimulator. Nun wurde die Anlage an einen amerikanischen Betreiber verkauft und verlässt Europa endgültig.

Die Nachricht fällt in eine Zeit, in der die Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die legendäre Maschine gerichtet ist. Erst am 6. Juni wurde in der Normandie der D-Day und damit der Beginn der Befreiung Europas im Zweiten Weltkrieg gewürdigt. Die DC-3 gehörte damals zu den wichtigsten Arbeitspferden der Alliierten.

DC-3 prägte über Jahre den weltweiten Linienverkehr

Nach Kriegsende prägte sie noch über Jahre den weltweiten Linienverkehr, ehe modernere Flugzeuge ihren Platz einnahmen. Viele Exemplare wurden verschrottet, einige wenige blieben jedoch als fliegende Zeitzeugen erhalten.

Allerdings wird ihre Zahl immer kleiner. Hohe Wartungskosten, steigende Versicherungsprämien, das fortgeschrittene Alter der Flugzeuge und strengere regulatorische Anforderungen setzen den Betreibern zunehmend zu. Dies bekam zuletzt auch die Dutch Dakota Association zu spüren, die ihre DC-3 PH-PBA – ein ehemaliges Regierungsflugzeug der Niederlande mit dem Rufnamen «Prins Bernhard Alpha» – im vergangenen Jahr endgültig stilllegen musste.

Pilotinnen und Piloten aus aller Welt trainierten in den Niederlanden

Der Simulator, gebaut vom niederländischen Unternehmen Multi Pilot Simulations, wurde ursprünglich für die Ausbildung von Besatzungen der Dutch Dakota Association und von Historische Luchtvaart Nederland in Gilze-Rijen eingesetzt. Seit seiner Inbetriebnahme 2018 trainierten dort auch Piloten der britischen Battle of Britain Memorial Flight, von Historic Flight UK und Flygende Veteraner aus Norwegen. Hinzu kamen Kunden aus Frankreich, Australien und den USA.

Das Cockpit des Simulators.

Nachdem die letzte flugfähige DC-3 in den Niederlanden außer Dienst gestellt worden war, verlor die Anlage für EPST ihren ursprünglichen Zweck. Käufer wurde schließlich das amerikanische Unternehmen Flabob Aviation Associates am Flabob Airport in Jurupa Valley im US-Bundesstaat Kalifornien. Der kleine Flugplatz gilt als Mekka für historische Flugzeuge, Eigenbauten und experimentelle Luftfahrzeuge. Mit der «Flabob Express» betreibt das Unternehmen selbst eine flugfähige DC-3.

Kein Unternehmen aus Europa wollte den DC-3-Simulator

Warum der Simulator nicht in Europa blieb, erklärt EPST-Chef Eric Duijkers gegenüber aeroTELEGRAPH offen: «Der Simulator wurde mehreren Unternehmen in den Niederlanden und England angeboten, aber keines dieser Unternehmen hatte den Mut zu schalten. Die Amerikaner konnten es, und so taten sie es.»

Dass damit ein Stück niederländischer Luftfahrtgeschichte verloren geht, bedauert Duijkers ausdrücklich. «Natürlich ist es schade, ein Stück niederländisches Kulturerbe verschwinden zu sehen. Leider fehlt es in den Niederlanden an Visionen und dem Willen, historische Flugzeuge in flugfähigem Zustand zu erhalten.»

Erhalt historischer Flugzeuge ist eine Herausforderung

Diese Einschätzung ist unter Luftfahrtenthusiasten in den Niederlanden immer wieder zu hören. Der Abschied des weltweit einzigen zertifizierten DC-3-Simulators steht damit symbolisch für eine Entwicklung, die viele historische Flugzeuge betrifft: Die Leidenschaft für fliegendes Kulturgut ist zwar ungebrochen. Doch ihr Erhalt wird zunehmend zu einer finanziellen und organisatorischen Herausforderung.

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Redaktion