Blick aus dem Airbus A340-600 von Lufthansa: Jetzt ein Bild der Vergangenheit.

Flug LH419Das war der letzte Flug des Airbus A340-600 für Lufthansa

Nach 23 Jahren hat Lufthansa ihren letzten regulären Flug mit einem Airbus A340-600 absolviert. Am Steuer saß Konzernvorstand Francesco Sciortino. Es war ein emotionaler Abschied von einem Flugzeug, das für viele etwas Besonderes war - aber einfach nicht mehr mit den moderneren Modellen mithalten kann.

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«Es ist ein ganz besonderes Gefühl, den letzten Flug mit dem Airbus A340-600 durchführen zu dürfen. Das ist für mich echt ein Privileg», sagt Francesco Sciortino. Der 52-Jährige ist Kapitän bei Lufthansa, vor allem aber auch als Vorstandsmitglied von Lufthansa Group zuständig für das Drehkreuz Frankfurt, wo die imposanten Vierstrahler zuletzt stationiert waren. «Es ist ein Stück weit emotional, wir schauen zurück auf 23 wundervolle Jahre mit dem Flugzeug.»

Sciortino war am Samstag nach Washington DC gereist und hatte am Sonntagabend (18. Oktober) das Kommando auf dem allerletzten regulären Lufthansa-Flug mit einem Airbus A340-600. LH419 sollte um 17:55 Uhr am Flughafen Washington-Dulles starten. Am Gate warteten nicht nur blau-gelbe Ballone, sondern auch eine Schar von mehrheitlich männlichen Fans, die extra diesen Flug gebucht hatten. «Das konnte ich mir nicht entgehen lassen», sagte Swen, der sich noch einen der begehrten Platz am Fenster ergattern konnte. «Ich liebe dieses Flugzeug einfach.»

Freude auf mehr Boeing 787 und erste 777X

Vor dem Abflug - der sich angesichts der ganzen Aufregung leicht verzögerte - hielt Sciortino am Washingtoner Flughafen eine kleine Ansprache. Er verriet, dass der A340-600 in seiner Zeit bei Lufthansa mehr als 40 Millionen Fluggäste beförderte und mehr als 70 Ziele ansteuerte. Auch besondere Ereignisse waren dabei. Unter anderem stellte der Flieger in Überlänge auch einmal einen Rekord auf - er flog nonstop von München nach Santiago de Chile. Und er brachte 2014 die deutsche Fußballnationalmannschaft nach Brasilien, so sie am Ende Weltmeister wurde.

Dennoch sei es nun an der Zeit, den Airbus A340-600 zu verabschieden. Er könne einfach nicht mehr mit moderneren Flugzeugen mithalten, die deutlich günstigere Kosten pro Sitzplatz aufweisen. Mindestens 20 Prozent betrage der Unterschied, so Sciortino. «Der A340-600 kann einfach nicht mehr mithalten.» Man erhalte in nächster Zeit jede Woche ein neues Flugzeug. «Darum schauen wir beim Abschied nicht nur zurück, sondern auch ein Stück weit nach vorn. Wir freuen uns auf die neuen Flieger.» Die Boeing 787 wird künftig in Frankfurt die größte Langstrecken-Teilflotte bilden, ergänzt um die größere Boeing 777X.

«Sie haben sich umgedreht und gestrahlt»

Dann ging es los. Auch wenn einige Passagierinnen und Passagiere nicht gewusst haben, was an diesem Sonntagabend am Flughafen Washington genau passiert - sie spürten es nicht nur an der Aufregung am Gate. Denn alle Fluggäste bekamen eine spezielle Broschüre und Schokolade zum Letztflug. An Bord der D-AIHW klärte Sciortino alle nochmals auf und verwies darauf, dass dies zwar ein ganz normaler, aber eben doch ein besonderer Flug sei. Und nach dem Start verabschiedete sich der Langstreckenjet mit einem Wing Wave, einem Winken mit dem Flügeln, bei dem die Piloten den Flieger zuerst einmal leicht nach rechts kippen, dann nach links.

Und nach der Landung in Frankfurt warteten ebenfalls Scharen von Schaulustigen auf den besonderen Flieger, der in Rente geht. Und eine Wasserfontäne der Feuerwehr. Es war eine Herzensangelegenheit, wie man in Frankfurt merken konnte. Liebevoll wurde dem langen Flugzeug zugewinkt. Als Kapitän hat Sciortino den A340-600 geliebt. «Wenn Sie diesen Flieger jeweils verlassen haben und zum Crewbus liefen, haben Sie sich nochmals umgedreht und gestrahlt», sagt er.

Das höhere Gewicht war deutlich spürbar

Der Airbus A340-600 sei ganz einfach «majestätisch» in der Luft gelegen mit seinen rund 100 Tonnen Mehrgewicht gegenüber dem kürzeren Airbus A340-300. «Das haben Sie schon gemerkt», erzählt Sciortino. Er sei zudem ein sehr zuverlässiges Flugzeug gewesen. «Ich hatte kein einziges negatives Erlebnis mit ihm», so der Manager und Pilot.

Klar ist auch, dass das Rollen am Boden beim A340-600 mit seiner Länge von 75,4 Metern höchste Konzentration erforderte. «An manchen Flughäfen gab es schon Flecken, wo er nicht durchkam.» Und auf welchem Modell macht Sciortino selbst weiter? «Ich weiß es bisher noch nicht ganz sicher, aber mit größter Wahrscheinlichkeit werde ich auf unsere neue Boeing 787 umschulen.»

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