LMS-901 Baikal: Bei der Luftfahrtmesse Maks erstmals zu sehen.

LMS-901 BaikalKommt der Antonov An-2-Nachfolger noch oder nicht?

Ein hochrangiger russischer Politiker erklärte das Aus des Projekts LMS-901 Baikal. Doch nun erklärt die Regierung, die Entwicklung des Turbopropflugzeuges gehe doch weiter.

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An Russlands Himmel sollten bereits seit zwei Jahren LMS-901 Baikal zu sehen sein. 2019 kündigte das Wartungsunternehmen Ural Works of Civil Aviation an, ein Flugzeug für bis zu neun Passagiere oder zwei Tonnen Fracht zu entwickeln. Es sollte Nachfolger für die Antonov An-2 werden, die noch im Land im Einsatz stehen, aber inzwischen uralt sind.

Die LMS-901 Baikal ist jedoch keine vollständige Neuentwicklung. Sie basiert im Kern auf der Aeroprogress T-101 Grach, einem Flugzeug, das in den letzten Tagen der Sowjetunion entwickelt wurde, jedoch nie in Serie produziert wurde. Ihren Erstflug absolvierte die LMS-901 Baikal Ende Januar 2022.

Gerüchte über das Aus

Das waren auch die letzten guten Nachrichten aus Jekaterinburg. Die für 2022 geplante Zertifizierung sowie der Start der Serienproduktion ein Jahr später konnten nicht eingehalten werden. Stattdessen wurden alle Termine immer weiter nach hinten verschoben, was sogar den Unmut des russischen Präsidenten Vladimir Putin nach sich zog.

Putin schlug vor, den Hersteller zu wechseln, nicht nur wegen der immer weiter wachsenden Verspätung, sondern auch, weil der Preis für die Maschine um das Vierfache auf umgerechnet rund 4,45 Millionen Euro gestiegen ist. Im Herbst 2024 wurde bereits ein Aus des gesamten Projekts diskutiert, was von russischen Behörden umgehend dementiert wurde.

Stellvertretender Ministerpräsident erklärt das Aus

In der vergangenen Woche sagte Juri Trutnev, stellvertretender Ministerpräsident und Bevollmächtigter des Präsidenten für den Föderationskreis Fernost in der Staatsduma, dass das Projekt LMS-901 in eine Sackgasse geraten sei. Er rechnet nicht mehr mit dem Flugzeug. Laut Trutnev sei es billiger, die AN-2 neu zu motorisieren.

Das Problem der LMS-901 seien Konstruktionsprobleme, die erst in einem späten Stadium der Produktion festgestellt wurden. Um die Fehler zu beheben, seien weitere drei bis fünf Jahre nötig. Hersteller Ural Civil Aviation Plant soll laut Ministerium für Industrie und Handel zusätzliche Mittel in Höhe von rund 10 Milliarden Rubel (rund 110 Millionen Euro) beantragt haben.

Eine Woche später gehts doch weiter

Eine Woche später, am 14. Mai, erfolgte wieder die Rolle rückwärts. Die Arbeiten an der Entwicklung des leichten Mehrzweckflugzeugs LMS-901 Baikal mit einem einheimischen Motor werden fortgesetzt, berichtete der Pressedienst des Ministeriums für Industrie und Handel der Russischen Föderation.

Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax soll das Flugzeug mit dem russischen Triebwerk VK-800SMr und einem Propeller russischer Produktion AV-901 ausgestattet werden. Durchgeführte Testflüge hätten gezeigt, dass das Regionalflugzeug mit den neuen Triebwerken weiterentwickelt werden könnte. Wann das Ministerium für Industrie und Handel mit einer Zertifizierung rechnet, bleibt unklar.

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