Weiterhin gingen zwei Bestellungen von namentlich nicht genannten Käufern ein - beide für je zehn A220-300. Derweil musste Airbus Stornierungen für zehn A220-100 verzeichnen.
NAS Aviation Services bestellt 100 Flugzeuge bei Airbus
Es gab aber noch eine weitere große Order: NAS Aviation Services bestellte insgesamt 100 Flugzeuge bei Airbus - 23 A320 Neo und 77 A321 Neo. Doch wer ist dieser große Kunde?
Wer «NAS Aviation Services» bei Google eingibt oder KI danach fragt, bekommt wohl zuerst NAS National Aviation Services als Ergebnis. Doch dabei hat sich nicht nur das Wort National eingeschlichen, sondern es handelt sich auch um eine Bodenabfertigungsfirma aus Kuwait. Und warum sollte solch ein Unternehmen 100 Flugzeuge bei Airbus bestellen?
Hunderte Jets gekauft, aber keinen einzigen betrieben
Ein Blick in den älteren Teil des Orderbuchs zeigt zudem: NAS Aviation Services hat bereits früher insgesamt rund 600 Airbus-Jets geordert, betreibt aber keinen einzigen. Das deutet auf eine Leasingfirma hin. Doch ein großes Leasingunternehmen dieses Namens gibt es nicht.
Auch in Boeings Orderbuch findet sich NAS Aviation Services als Kunde in der Vergangenheit, allerdings mit einem Zusatz im Namen aufgeführt: «NAS Aviation Services LLC». LLC steht für Limited Liability Company und ist eine Rechtsform von Unternehmen in den USA. Und über dieses Kürzel führt die Spur zur Identität des großen Kunden. So findet sich «NAS Aviation Services LLC» zum Beispiel in den Datenbanken der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC - als hundertprozentiges Tochterunternehmen von Aercap.
Screenshot aercap.com / Bearbeitung aeroTELEGRAPH
Der Riese, der hinter NAS Aviation Services steht
Das bedeutet: Hinter dem geheimnisvollen Kunden steht ein Riese. Denn Aercap ist die größte Leasinggesellschaft der Welt, mit einer Flotte von rund 1700 Flugzeugen, und NAS Aviation Services ist eine ihrer Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicle, kurz SPV).
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