Eigentlich war als Nächstes ein riesiger Auftrag für Boeing erwartet worden. Bis zu 500 Kurz- und Mittelstreckenflieger und bis zu 100 Langstreckenjets werde die Volksrepublik beim amerikanischen Hersteller ordern, hieß es. Doch dann wurde der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump beim chinesischen Präsidenten Xi Jinping abgesagt. Offizieller Grund: Der Iran-Krieg, auf den sich das Weiße Haus derzeit konzentrieren will.
Hinter den Kulissen deutet sich jedoch ein komplexeres Bild an. Bereits vor der jüngsten Eskalation hatten sich Spannungen aufgebaut: unterschiedliche Erwartungen, stockende Abstimmungen und eine zunehmend abgelenkte Regierung der USA belasteten die Vorbereitung des Treffens, berichtet die Zeitung South China Morning Post.
Friedrich Merz deutete den Auftrag aus China schon an
Und so lässt die Ankündigung des großen Deals auf sich warten. Derweil kommt nun zuerst Airbus zum Zug. Schon vergangenen Monat gab der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Besuch in Peking bekannt, China werde bis zu 120 zusätzliche Flugzeuge beim europäischen Hersteller ordern. Nun ist der Auftrag offiziell da - wenn auch etwas kleiner.
China Eastern Airlines bestellt insgesamt 101 Flugzeuge der A320-Neo-Familie, wie die Fluggesellschaft am Mittwoch (25. März) in einer Börsenpflichtmitteilung bekannt gab. Die staatliche Fluggesellschaft erklärte, der Auftrag diene der Flottenerneuerung sowie dem Kapazitätsausbau. Die neuen Jets sollen auch Treibstoffverbrauch und Stückkosten senken.
Aufteilung auf Airbus A320 Neo, A321 Neo und A321 XLR offen
China Eastern schreibt, dass sie sowohl Airbus A320 Neo als auch A321 Neo übernehmen wird. Eine Aufteilung auf die beiden Modelle gab die Fluglinie jedoch noch nicht bekannt. Neben den beiden Grundmodellen wird sie aber auch A321 XLR erhalten. Auch hier wurde indes keine Zahl genannt. Damit ist China Eastern die erste chinesische Fluggesellschaft, welche die Langstreckenversion des A321 Neo bestellt.
Die ersten Auslieferungen sind für 2028 geplant. In jenem Jahr soll China Eastern neun Exemplare erhalten, 2029 dann 19, 2030 30, 2031 27 und weitere 16 schließlich 2032. Im Gegenzug wird die Fluggesellschaft 58 ältere Airbus-Jets ausflotten. Sie spricht von einem Bestellwert nach Listenpreisen von 15,8 Milliarden Dollar. Bei derlei großen Aufträgen sind jedoch hohe Rabatte sicher.
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