Die Fregate F-100 im Einsatz: Europäisches Produkt.

Hynaero Fregate F-100Europas neue Waffe gegen Waldbrände könnte aus Frankreich kommen

Europas Waldbrandsaisons werden immer verheerender, während viele Löschflugzeuge bereits Jahrzehnte im Einsatz stehen. Die EU hat deshalb neue Canadair 515 bei De Havilland bestellt. In Frankreich denkt Hynaero bereits einen Schritt weiter – mit einem größeren, schnelleren und von Grund auf neu entwickelten Amphibienflugzeug.

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Vergangenes Jahr erlebte Europa die schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Über eine Million Hektar Land verbrannten. Und dieses Jahr wird nicht besser. Auch 2026 liegen die Schäden durch die Feuer weit über dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Bis zum 12. August zählte man 567.000 Hektar verbranntes Land.

Besonders heftig wüteten die Flammen in Frankreich (93.000 Hektar), Italien (81.000) und Spanien (276.000). Aber auch Deutschland, die Niederlande, Ungarn oder die Slowakei erleben eine überdurchschnittlich schlechte Waldbrandsaison, wie Zahlen der EE-Datenbank EFFIS zeigen. Um gegen diese und andere Katastrophen anzukommen, rief die Europäische Union 2019 Resc EU ins Leben. Sie hat eine eigene Flotte an 22 Löschflugzeugen sowie fünf Hubschrauber, stationiert in Zypern, Tschechien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Kroatien, Italien, Rumänien, Portugal, Schweden, Slowakei und Nordmazedonien.

EU hat 22 De Havilland Canadair 515 bestellt

Den größten Teil der Flotte von Resc EU machen 14 Canadair CL-215 und CL-415 aus. Doch die sind in die Jahre gekommen. Im Schnitt sind sie mehr als 30 Jahre alt. Für die Zukunft hat die EU bereits vorgesorgt: Zusammen mit sechs Mitgliedstaaten hat die Kommission in mehreren Schritten 22 neue Löschflugzeuge des Typs De Havilland Canadair 515 bestellt.

Die Bestellungen lösen allerdings nicht die grundsätzliche Frage, wie Europas Löschflugzeugflotte langfristig aussehen soll, um den immer größeren und komplexeren Aufgaben gewachsen zu sein. Genau hier setzt ein junges französisches Unternehmen an. Hynaero entwickelt mit der Fregate-F100 ein komplett neues Amphibienflugzeug, das speziell für die Bekämpfung von Waldbränden ausgelegt ist.

Die Fregate F-100 von Hynaero kann viel mehr Wasser fassen

Hinter dem Projekt steht David Pincet. Der frühere Angehörige der französischen Luftwaffe und des französischen Katastrophenschutzes will dabei nicht einfach ein weiteres Löschflugzeug auf den Markt bringen. Er sieht die Chance, Technik und Einsatzkonzept grundlegend neu zu denken – und zugleich eine europäische Alternative in einem Markt aufzubauen, der seit Jahrzehnten von De Havilland Canada geprägt wird.

Die Fregate F-100 ist ein zweimotoriger Schulterdecker mit einer Kapazität von 10.000 Liter (zehn Tonnen) Löschflüssigkeit. Das sind rund 50 Prozent mehr als bei der CL515. Zudem planen die Ingenieurinnen und Ingenieure von Hynaero eine vollständig elektronische Flugzeugsteuerung, im Jargon Fly-by-Wire genannt. Im Cockpit soll ein Head-up-Display die Pilotinnen und Piloten unterstützen. Zudem ist der neue Löschflieger von Hynaero mit 463 km/h sie schneller als das Konkurrenzprodukt, das auf 346 km/h kommt.

Im Einsatz ab 2032

Die Macher von Hynaero rechnen mit einer Einsatzdauer von mehr als drei Stunden bei einer Entfernung von 250 Kilometern zur Heimatbasis. Zum Füllen braucht die Fregate F-100 eine Strecke von rund 800 Metern auf einem Gewässer. Das ist praktisch gleich viel wie die Canadair CL-515.

Auftrieb erhielt das Projekt durch eine Absichtserklärung mit Airbus Defence and Space. «Die Vereinbarung umfasst unter anderem die Bereiche Konstruktion, Zertifizierung, Vermarktung, Strukturen und Lieferkette», sagt Pincet zu aeroTELEGRAPH. Spanien möchte einen Teil des Flugzeugs in Andalusien bauen. Zudem arbeitet Hynaero mit Latécoère zusammen. «Das Unternehmen stellt zusätzliche Entwicklungskapazitäten zur Verfügung.» Bereit stehen soll die Fregate F-100 ab 2023. Pincet: «Das ist nicht zu spät, denn genau so lange dauert es, ein neues Löschflugzeug zu entwickeln und zu bauen, das den Bedarf für die nächsten 30 Jahre decken wird.»

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