Die ursprüngliche Hawaii Mars bei der Auslieferung 1945.

Martin JRM MarsEine Legende flog zum allerletzten Mal

Nur zwei Exemplare des legendären Flugbootes existieren noch. Eines flog nun zum letzten Mal. Die Martin JRM Mars wird künftig in einem kanadischen Museum zu sehen sein.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Sie war ein wahres Ungetüm. Mit 35,7 Meter Länge, 15 Meter Höhe und einer gigantischen Spannweite von 60,7 Metern war die Martin JRM Mars für ihre Zeit ein riesiges Flugzeug. Und sie ist bis heute Rekordhalterin geblieben: Sie ist das größte jemals serienmäßig produzierte Flugboot.

Ihre Geburt verdankt die Martin JRM Mars der Marine der Vereinigten Staaten. Im Zweiten Weltkrieg suchte diese einen großen Seefernaufklärer. Und Hersteller Glenn L. Martin Company glaubte, die Fähigkeiten für das Projekt zu besitzen. Er bekam 1938 den Auftrag. Am 3. Juli 1942 flog der Prototyp das erste Mal.

Marine ändert Anforderungen

Doch während der Entwicklung änderte die US Navy ihre Anforderungen. Sie wollte jetzt lieber ein Transportflugzeug, um Truppen in der Luft transportieren zu können. Der Transport auf Schiffen war wegen gehäuften Angriffen von deutschen U-Booten immer gefährlicher geworden.

Die Martin Company verlängerte den Rumpf des Prototyps um 1,8 Meter, entfernte die Halterungen für Bomben und ersetzte das doppelte Seitenleitwerk durch ein einfaches. Damit überzeugte sie die US Navy, die im Januar 1945 20 Exemplare des viermotorigen Flugbootes mit einem maximalen Startgewicht von 74,8 Tonnen bestellte.

Fünf von sieben Martin JRM Mars gingen verloren

Das Ende des Krieges bedeutete jedoch eine Verkleinerung des Auftrages. Die Marine wollte nun nur doch die fünf Exemplare, die sich in Produktion befanden. Sie bekamen die Beinamen der wichtigsten Inseln ihres Einsatzgebietes im Pazifik: Hawaii Mars, Philippine Mars, Marianas Mars, Marshall Mars und Caroline Mars.

Die Hawaii Mars (Seriennummer, oder wie es bei der US-Marine heißt Bureau Number, 76819) wurde allerdings schon 1945 bei einem Unfall zerstört. Sie wurde ersetzt - durch die Hawaii Mars II (Seriennummer 76823). Zusammen mit dem Prototyp wurden also insgesamt sieben Martin JRM Mars gebaut. Fünf davon überlebten nicht. Sie wurden im Laufe der Zeit als Totalverluste abgeschrieben.

Ein allerletzter, kurzer Flug

Zwei in der Zwischenzeit zu Wasserbombern umgebaute Exemplare wurden 2007 von Coulson Aviation gekauft. Dort bekämpften sie Waldbrände in der kanadischen Provinz British Columbia. Die Hawaii Mars II wurde dort kräftig aufgerüstet. Sie bekam ein Glascockpit und moderne Kommunikationsmittel. 2015 wurde sie außer Betrieb gestellt.

Am Sonntag (11. August 2024) flog sie nach monatelangen Vorbereitungen ein allerletztes Mal. Der Flug ging von Sproat Lake auf Victoria Island zur Patricia Bay neben dem Victoria International Airport. Dort wird das Flugzeug in nächster Zeit aus dem Wasser gehievt und auf einen Schwerlaster geladen.

Künftig im Museum

Der Lkw bringt das legendäre Flugzeug schließlich via Start- und Landebahnen und Rollwege des Flughafens zum angrenzenden British Columbia Aviation Museum. Dort wird die 78-jährige Hawaii Mars II künftig ausgestellt. Die Provinz British Columbia finanziert das Projekt mit. Die zweite noch existierende Martin JRM Mars soll ebenfalls bald ausgestellt werden - im Pima Air and Space Museum im US-Bundestaat Arizona.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie weitere Bilder und Videos der Martin JRM Mars. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.

Mehr zum Thema

Wasserflugzeuge von Tailwind Air heben nicht mehr ab

Wasserflugzeuge von Tailwind Air heben nicht mehr ab

Wasserflugzeug kollidiert in Vancouver mit Boot

Wasserflugzeug kollidiert in Vancouver mit Boot

Boeing 767: So soll das Flugzeug von Coulson ach dem Umbau aussehen.

Boeing 767 sollen bald als Löschflugzeuge unterwegs sein

Eine Boeing 737-700 von Southwest: Das Flugzeug wird zum Large Air Tanker (LAT) umgebaut.

Boeing 737 von Southwest wird zum Super-Löschflugzeug

Video

privatjet nigeria landung
Eine Bombardier Challenger 600 musste in Nigeria außerhalb des Flughafens Asaba auf einer Straße aufsetzen. Während alle Insassen unverletzt blieben, sorgte wenige Stunden später ein eigenmächtiger Start des Privatjets für Ermittlungen der Luftfahrtbehörden.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Papst Leo: Offenbar auch ein Luftfahrtfan.
Kampfjet-Eskorte, Funkkontakt und ein Platz auf dem Jumpseat: Papst Leo XIV. erlebte bei einem Flug durch Spanien einen besonderen Moment.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Draco Aircraft will die Draco Hyper-Stol in Serie bauen: Entwickelt wurde sie von einem Tüftler aus den USA.
Ein Motorausfall über Utah brachte Mike Patey dazu, ein Buschflugzeug mit einer Turboprop-Turbine auszustatten. Das Flugzeug wurde zum Hit. Nun will ein polnisches Startup das Konzept zur Serienreife bringen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies