N837NA: Die Boeing 737 wird zum Vomit Comet.

N837NANicht einmal die Nasa kennt alle Geheimnisse ihrer neuen Boeing 737

Die Raumfahrtbehörde der USA macht mit einer Boeing 737 Crews fit für Mondmissionen. Zuvor flog der Jet für die US Air Force – mit einer Aufgabe, die bis heute geheim ist. Selbst die Nasa darf nicht alle Details kennen.

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Die Nasa hat eine neue Boeing 737. Doch wer nun wissen möchte, was das Flugzeug in seinem bisherigen Leben gemacht hat, stößt ziemlich schnell an Grenzen. Und das gilt offenbar sogar für die amerikanische Raumfahrtbehörde selbst. Denn bestimmte Modifikationen aus der Vergangenheit des Jets sind geheim. In Unterlagen zur Vergabe der Umbauarbeiten wurde festgehalten, dass Nasa-Personal keine Need to know-Berechtigung habe, also keine dienstliche Notwendigkeit, die Details zu kennen.

Inzwischen beginnt für die Boeing 737-700 mit der Seriennummer 40116 ein wesentlich öffentlicheres Kapitel. Das Armstrong Flight Research Center übernahm sie im Juni von der United States Air Force. Der Jet bekommt nicht nur eine neue Lackierung, sondern auch eine neue Aufgabe: Als N837NA soll sie künftig unter anderem Mondgravitation simulieren und damit das Artemis-Programm unterstützen.

Boeing 737 wurde 2013 gebaut - aber nicht als Passagierjet

Gebaut wurde die Boeing 737-700 im Jahr 2013. Eine klassische Karriere als Passagierjet folgte nicht. Stattdessen setzte die amerikanische Luftwaffe sie als fliegende Testplattform ein. Um 2020 tauchten Bilder des Flugzeugs in Kalifornien auf. Der Rumpf trug noch die grüne Schutzbeschichtung, die man von nicht fertiggestellten Boeing-Flugzeugen kennt. Außen waren Instrumente und Sensoren angebracht, Kabel verliefen durch Fenster.

Später wurde die Boeing 737 unter dem Rufnamen Sting 38 von Santa Maria in Kalifornien aus betrieben und flog Missionen im Zusammenhang mit militärischen Testgebieten vor der kalifornischen Küste. Eine Registrierung war am Flugzeug nicht zu sehen. Die Air Force bestätigte später lediglich, dass sie die Maschine als fliegende Testplattform beschafft hatte und das dazugehörige Programm inzwischen beendet sei. Wofür sie Sting 38 konkret einsetzte, verriet sie nicht.

Boeing 737 wird zum Vomit Comet

Diese Vergangenheit spielte auch eine Rolle, als die Nasa einen Partner für den Umbau suchte. Sie beauftragte Demar Technical Services, der Vertrag kann einen Wert von bis zu 8,4 Millionen Dollar erreichen. Das Unternehmen hatte bereits für die Air Force an genau dieser Boeing 737 gearbeitet. Es kannte damit Modifikationen, deren Details nicht für alle Nasa-Beschäftigten zugänglich waren. Dieses Wissen war ein Argument dafür, für die neue Aufgabe erneut auf denselben Auftragnehmer zu setzen.

Die Nasa lässt die Kabine der N837NA jetzt für Parabelflüge vorbereiten. Dabei steigt die Boeing 737 steil an und folgt anschließend einer kontrollierten ballistischen Flugbahn. So lassen sich im Inneren vorübergehend Bedingungen mit reduzierter Schwerkraft erzeugen. Flugzeuge für solche Missionen tragen den wenig schmeichelhaften Spitznamen Vomit Comet.

Schwerkraft des Mondes simulieren

Die Nasa will mit ihrer 737 vor allem die Schwerkraft des Mondes simulieren. Astronautinnen und Astronauten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure sollen so Raumanzüge und weitere Systeme für Artemis erproben können. Die Flüge finden vom Johnson Space Center in Houston aus statt, das Armstrong Flight Research Center übernimmt die Aufsicht. Daneben bleibt die 737 ein fliegendes Labor. Die Nasa plant mit ihr auch Forschung zur Systemintegration und Tests von Autonomietechnologien, Sensoren und anderen digitalen Systemen.

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