Boeing 737 Max 8: Es gibt Probleme mit den Triebwerken.

TriebwerksproblemeBoeing stoppt Testflüge mit 737 Max

Nun gibt es doch noch Probleme: Nachdem jahrelang alles reibungslos lief, muss Boeing sämtliche Flüge mit der 737 Max stoppen. Mit den Triebwerken von CFM stimmt etwas nicht.

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Eigentlich sah alles so gut aus. Die Boeing 737 Max schien ein Musterflugzeug, das stramm nach Zeitplan auch ausgeliefert wird. Eine Seltenheit in der Branche. Doch wenige Tage bevor das tatsächlich der Fall sein soll, nun das: Der US-Flugzeugbauer setzt alle Flüge mit dem neuen Jet aus, weil der Triebwerkshersteller CFM ihn über ein Problem mit dem Leap-1B Triebwerk informiert hat. CFM ist ein Joint Venture von General Electric und der französischen Safran.

Konkret hat CFM Boeing von einem Problem mit den Niederdruckturbinenscheiben des neuen Triebwerks berichtet. Offenbar handelt es sich um ein «Qualitätsproblem» beim entsprechenden Bauteil, teilt Boeing mit. Das würde bedeuten, dass das Triebwerk nicht von Grund auf falsch konstruiert ist. Es läßt sich verhältnismäßig schnell lösen und dürfte die erste Auslieferung nicht lange hinauszögern. Was dafür spricht: Laut der Zeitung Seattle Times sind nicht alle 25 Boeing 737 Max, die bereits gebaut wurden, vom Problem betroffen. Wie viele der Flieger mit fehlerhaften Triebwerken ausgestattet sind, verrät Boeing aber nicht.

CFM untersucht Triebwerke

Die betroffenen Triebwerke werden nun zu Fabriken von CFM gebracht und dort untersucht. Laut der Seattle Times geht es bei dem Problem um Teile, die von einem von drei Zulieferern kommen, mit denen CFM arbeitet. Das erklärt auch, warum nicht alle Triebwerke betroffen sind.

Die ersten Auslieferungen dürften laut Boeing dennoch so wie geplant erfolgen, so Boeing-Sprecher Doug Alder. Der Termin solle immer noch im Mai stattfinden. Wie es mit den Daten für die nächsten Kunden Norwegian und Southwest aussieht, sagt er allerdings nicht. Norwegian-Chef Bjorn Kjos hatte erst vor einem Monat im Interview mit aeroTELEGRAPH erklärt, dass er sich eigentlich keine Sorgen wegen der 737 Max mache: «Natürlich kann es immer zu Problemen kommen. Aber ich wäre überrascht.»

Keine Probleme bei Airbus und Comac

Mit dem Airbus-Pendant des Leap-1B, dem Leap-1A, gibt es keine Probleme. Mit diesem Triebwerk sind die Airbus A320 Neo ausgestattet. Auch das Leap-1C, das die C919 des chinesischen Herstellers Comac antreibt, sei problemfrei, heißt es von CFM. Laut dem Unternehmen werden für die beiden Triebwerke andere Zulieferer genutzt als für die Boeing-Version. Die Boeing-Fertigung läuft nun mit Teilen anderer Zulieferer weiter.

Eigentlich war CFM bisher der Musterschüler – und profitierte von den Problemen des Konkurrenten Pratt & Whitney. Probleme mit dessen Triebwerken hatten die erste Auslieferung des Airbus A320 Neo – dem Hauptkonkurrenten der 737 Max – deutlich hinausgezögert. Die ersten gelieferten PW1100G-Triebwerke mussten zuerst im Leerlauf drehen, bevor sie genug Schub entwickelten, damit das Flugzeug alleine rollen konnte. Hinzu kamen weitere Mängel. Inzwischen sind die Kinderkrankheiten der PW1100G größtenteils überwunden.

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