2015 war für Boeing in China der Höhepunkt einer Beziehung, die danach deutlich abkühlen sollte. Fluggesellschaften und Leasingfirmen aus der Volksrepublik bestellten damals 210 Flugzeuge: 180 Exemplare der 737 und 737 Max sowie 30 Boeing 787. Damals waren sie für den amerikanischen Hersteller verlässliche Großkunden.
Doch das änderte sich wenig später dramatisch. Was einst ein stetiger Strom neuer Aufträge war, wurde zum Rinnsal. In den zehn Jahren zwischen 2016 und 2025 sammelte Boeing aus China insgesamt nur noch Bestellungen für 185 Jets ein. In mehreren Jahren blieb das Orderbuch sogar komplett unverändert (siehe Grafiken). 2017 wurde zwar eine große Order von 300 Jets angekündigt. Bisher fand sie aber ihren Weg nicht oder zumindest nur teilweise in die Bücher des Flugzeugbauers.
Handelsstreit, 737-Max-Grounding und eigene Industrie
Boeing verkauft wieder groß nach China
Von dieser Flaute wurde Boeing nun erlöst. Am Freitagabend (15. Mai) bestätigte der Flugzeugbauer, dass er eine Zusage für eine Bestellung von 200 Flugzeugen bekommen habe. Details nannte der Konzern aber nicht - weder zu Modellen, noch zu den einzelnen Kunden aus China, noch zu den Lieferfristen. Zuvor hatte Präsident Trump diese Zahl ebenfalls schon bekannt gegeben.
So schön der Auftrag für Boeing ist, er ist zugleich eine Enttäuschung. Zwischenzeitlich gab es Berichte, dass China mit dem amerikanischen Flugzeugbauer um eine drei Mal so große Order verhandle. Im Raum stand eine Bestellung von bis zu 500 Boeing 737 Max sowie 100 Boeing 787 und Boeing 777X.
«Falls sie bei den ersten 200 einen guten Job machen»
Doch immerhin könnte die Bestellung am Ende doch noch so groß ausfallen. Boeing erklärte, es könnten «weitere Zusagen folgen». Doch auch hier wurden keine Details genannt. Trump hatte zuvor von bis zu 750 Flugzeugen gesprochen, «falls sie bei den ersten 200 einen guten Job machen», so der US-Präsident.
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