Airbus sieht sich auf Kurs für die Zertifizierung des neuen Frachters. «Im Moment liegen wir gut im Zeitplan», sagte A350-F-Chefingenieur Joël Rocker am 21. April im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten im Airbus-Werk in Bremen. «Wir haben bis heute ein Drittel der Dokumentation bei den Behörden eingereicht». Ziel sei es, bis zum Erstflug einen Wert von 50 Prozent zu erreichen - das sei für September 2026 geplant.
Wichtig sei, dass man früh begonnen habe, so Rocker. «Seit den Unfällen der Boeing 737 Max stellen die Behörden bei jeder Zertifizierung deutlich höhere Anforderungen», sagte der Chefingenieur mit Blick auf die FAA in den USA und die Easa in Europa. Das habe Airbus auch beim A321 XLR gemerkt. Für den A350 F peilt Airbus die Zulassung für Mitte 2027 an.
14 Kunden hat der Airbus A350 F aktuell
Aktuell hat Airbus feste Bestellungen für 101 A350 F, die an 14 Kunden gehen. Auf die Frage von aeroTELEGRAPH, wie viele weitere neue Kunden der Airbus A350 F langfristig noch gewinnen könnte, antwortete Rocker: «Ich denke, noch einmal die gleiche Zahl.» Mit Verweis auf den aktuellen Marktführer von Konkurrent Boeing sagte er: «Wenn man sieht, was die 777 in 25, 30 Jahren erreicht hat, denke ich, dass wir das eines Tages schaffen werden.»
Die bisherigen Kunden des Airbus A350 F sind: Air China Cargo (6 Exemplare), Air France (3), Atlas Air (20), Avilease (10), Cathay Pacific (6), CMA CGM (8), Etihad Airways (10), Korean Air (7), Martinair (3), MNG Airlines Cargo (2), Silk Way West Airlines (4), Singapore Airlines (7), Starlux Airlines (10) und Turkish Airlines (5).
Das ist Airbus' neuer Frachter A350 F
Der Airbus A350 F basiert auf dem Passagierflugzeug A350-1000 und wird wie dieses von Rolls-Royce-Triebwerken vom Typ Trent XWB 97 angetrieben. Er soll laut Airbus eine Nutzlast von bis zu 111 Tonnen haben und eine Reichweite von bis zu 4700 Seemeilen (8700 Kilometer). Das Modell verfügt über das größte Frachttor im Hauptdeck der Branche.
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