Airbus A321 XLR: Airbus verpasst auch dem Rest der A320-Neo-Famile Updates vom Airbus A321 XLR.

Bessere LeistungenAirbus macht den A321 Neo besser – mit Technik aus dem Airbus A321 XLR

Airbus steckt Know-how aus dem A321 XLR in die gesamte A320-Neo-Familie. Am meisten profitiert der A321 Neo, der unter anderem den neuen Flügel und bessere Startleistung erhält.

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Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren erhielt der Airbus A321 XLR die Musterzulassung der europäischen Flugsicherheitsagentur Easa. Das Flugzeug, auf das Airlines und Flughäfen weltweit gewartet hatten, war da. Und um aus dem Mittelstreckenjet ein Langstreckenflugzeug zu machen, hat Airbus viel Entwicklungsarbeit investiert.

Die zusätzlichen Tanks sind dabei der größte bekannte Unterschied, aber das ist bei weitem nicht alles. Airbus hat für die A321 XLR auch die Tragflächen und die Klappen überarbeitet, den Flügelkasten verstärkt, das Hauptfahrwerk samt Stoßdämpfer robuster ausgelegt und bei der Steuerung neue Startkonfigurationen eingeführt. Dazu kommen mehrere Systeme, die den Zusatztank im Brandfall absichern sollen.

Airbus A320-Familie bekommt viertes Modernisierungspaket

Airbus hat jetzt angekündigt, einige Entwicklungen aus dem XLR-Programm auf die aktuelle A320-Neo-Familie zu übertragen. Damit will der Hersteller auch über 2030 hinaus technisch auf der Höhe der Zeit und konkurrenzfähig bleiben. Das Verbesserungspaket trägt den Namen STEP4, kurz für Synchronized Targeted Embodiment Point. 4, weil es sich um die vierte Ausbaustufe der A320-Neo-Familie handelt.

«Wir übertragen die guten Zutaten aus unserer XLR-Entwicklung auf unsere Hochvolumen-Plattform, den A321 Neo», erklärt Torsten Hartung, der bei Airbus die Entwicklung der A320-Familie leitet, in einer Pressemitteilung. Airbus kündigt jetzt das an, worüber schon vor einem Jahr spekuliert wurde: Der Airbus A321 Neo bekommt den leichteren Flügel des A321 XLR, inklusive der einteiligen inneren Landeklappenkonstruktion, als auch das neue elektronische Seitenruder. *Die Stellantriebe des Seitenruders bleiben hydraulisch, werden künftig aber elektrisch statt über Seilzüge angesteuert.

Airbus A321 Neo mit einer Klimaeinstellung

Und wird durch die neue Landeklappe auch fit gemacht für Enhanced Takeoff Performance Improvement Package kurz ETOC, das ursprünglich für den Airbus A350 und A330 Neo entwickelt wurde. Dabei wird eine zusätzliche Zwischenstellung der Landeklappen beim Start möglich, was die Startleistung optimiert. In der Praxis heißt das, dass der Airbus A321 Neo mehr zuladen oder auch von kürzeren Startbahnen abheben kann, ohne dass Gewicht reduziert werden muss.

Zudem stattet Airbus den A321 Neo mit einer optionalen vorderen Kabinentemperaturzone aus, mit der sich der vordere Bereich künftig unabhängig vom Rest der Kabine temperieren lässt. Das ist vor allem für Airlines mit einer Business- oder Premium-Kabine vorne interessant. Neu sind außerdem generische Flugsteuerungsgesetze, also das Computerprogramm, das die Befehle des Piloten in Bewegungen der Ruder und Klappen umsetzt und dabei automatisch gefährliche Fluglagen verhindert, eine neue Flugdatenmanagementeinheit sowie aktualisierte Multifunktions-Landebahnlichter, LED-Leuchten, die mehrere Aufgaben bündeln und so Gewicht und Wartungsaufwand sparen.

Airbus modernisiert auch Airbus A321 XLR

Aber auch der Airbus A321 XLR wird weiterentwickelt. Sowohl der Langstrecken-Airbus als auch der A321 Neo verschiedene Neuerungen. Zum einen wird der Lufteinlass für das Hilfstriebwerk (APU) versetzt. Der neue sogenannte «Cobra Duct» sitzt jetzt weiter oben und soll die Luftqualität der Kabine verbessern. Zum anderen verbessert Airbus den orrosionsschutz, unter anderem an Kabinenboden, Frachtraum und den Türen 1 und 4, einen verstärkten Kabinenboden für mehr Flexibilität bei der Beladung sowie mehr LED-Technik, etwa bei Start- und Landebahnbeleuchtung und den Positionslichtern.

Beim Korrosionsschutz setzt Airbus im Oberdeck auf Sitzschienen aus Vollmetall-Titan sowie Titan-Abdeckbleche für die Aluminiumschienen von Toilette und Küche. Im Unterdeck verbessert der Hersteller Entwässerung, Dichtstoffe und Schwellen.

Airbus A320 ist zuerst dran

Laut Airbus sollen aber nicht nur der Airbus A321 Neo und der Airbus A321 XLR profitieren, sondern auch der Airbus A320 Neo. Das kleinste Familienmitglied bekommt alle Neuerungen, bis auf den neuen Flügel, dem ETOC und der neuen Kabinentemperaturzone. Airbus startet sogar mit den Neuerungen bei der Airbus-A320-Familie. Zum einen, weil weniger produziert wird. Dadurch können laut Airbus wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, bevor die Verbesserungen auf die gesamte Produktionsmenge des A321 übertragen werden.

Zudem sorgen die Neuerungen für Airbus für eine höhere Standardisierung innerhalb der Produktfamilie, was helfen soll, die Produktionsrate der A320-Familie zu steigern. Bei der Einführung der Neuerungen setzt Airbus auf sogenannte Pilotflotten, über die die STEP4-Komponenten nach und nach in die Produktion einfließen. Den Anfang macht dabei die A320-Serie, gefolgt rund ein Jahr später von den ersten A321 Neo und A321 XLR mit der neuen Ausstattung.

*Korrektur: In einer ersten Version haben wir geschrieben, dass das Seitenruder künftig elektrisch statt hydraulisch angesteuert wird. Wir haben die Stelle korrigiert.

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