Airbus A380 von Emirates: Mit riesigem Abstand die größte Betreiberin.

SuperjumboEmirates-Präsident Tim Clark: Was Airbus für einen A380 Neo gebraucht hätte

Tim Clark berichtet in einem Interview über aktuelle Probleme mit Airbus-A380-Triebwerken, wirft aber auch einen Blick zurück: Der Emirates-Präsident spricht über Flottengrößen, das Produktionsende des Superjumbos und darüber, unter welchen Bedingungen Airbus den A380 Neo gebaut hätte.

Top-Jobs

aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Emirates muss derzeit sieben Airbus A380 am Boden lassen, da die Triebwerke nicht betriebsbereit sind. «Die Triebwerke sind zwar technisch in Ordnung, aber ihre zulässige Betriebsdauer ist abgelaufen, und danach dürfen sie nicht mehr verwendet werden», erklärt Emirates-Präsident Tim Clark im Podcast des Magazins Aviation Week. «Wir müssen also darauf warten, dass unsere Partner bei GE und Pratt das Problem in den Griff bekommen.»

Vertraglich vereinbart seien 85 Tage für die Generalüberholung, tatsächlich dauere es aber schon mehr als 350 Tage, und bei den Herstellern gebe einen Rückstau an Aufträgen «Offenbar gelingt es ihnen nicht, die benötigten Materialien zu beschaffen, um die Arbeiten in dem vertraglich vereinbarten Umfang durchzuführen», so Clark. Das sei frustrierend.

Airbus: «Wenn du 200 Stück kaufen würdest, ...»

Der Emirates-Präsident gibt in dem Gespräch auch Einblicke in die Vergangenheit des A380. Bevor Airbus im Jahr 2019 die Einstellung der Superjumbo-Produktion angekündigt habe, sei der Konzern auf ihn zugekommen und habe gesagt: «Wir verkaufen keine weiteren mehr, Tim. Wenn du 200 Stück kaufen würdest, würden wir die Produktion weiterlaufen lassen.» Das sei aber selbst für Emirates zu dieser Zeit zu viel gewesen, sagt Clark.

Tatsächlich bestellte Emirates vor dem Aus der Produktion sogar 39 A380 ab. Clark geht darauf im Gespräch nicht direkt ein. Er sagt aber, zu dieser Zeit habe es in der ersten US-Präsidentschaft von Donald Trump erhebliche Spannungen im internationalen Handel und Sorgen um Handelsabkommen geben, was auch für den A380 ein Problem gewesen sei

Tim Clark über A380: «Man braucht mindestens 50 bis 70»

«Ich denke, dass das Ende des A380 in gewisser Hinsicht darauf zurückzuführen war, dass viele Airline, wenn ich das so sagen darf, nicht in der Lage waren, das Flugzeug wirtschaftlich zu betreiben», so der Emirates-Präsident. «Es ist ein Ungetüm, von dem man nicht 10 oder 15 Exemplare profitabel betreiben kann. Man braucht mindestens 50 bis 70.» Nur so könne man Skaleneffekte mit dem A380 nutzen. «Wenn man ihn irgendwie zwischen andere Flugzeuge und Abläufe einstreut, wird es niemals funktionieren.» Lufthansa fällt mit maximal 14 Airbus A380 übrigens genau in den Bereich, den Clark für wirtschaftlich nicht sinnvoll hält.

Clark spricht auch über das A380-Neo-Konzept, das Airbus trotz seines Werbens nie umgesetzt hat. Mit neuen Triebwerken, neuen Flügeln, kleinerem Seitenleitwerk, mehr Verbundwerkstoffen und modernen Systemen ließen sich die Betriebskosten seiner Ansicht nach um 25 Prozent senken. «Wenn Airbus das Flugzeug gebaut hätte, hätte ich alle unsere vorhandenen A380 ersetzt und zusätzlich hundert weitere gekauft», so Clark.

Bestellungen für mindestens 250 Airbus Airbus A380 Neo nötig

Allerdings sei kein ausreichendes Interesse von anderen Fluglinien vorhanden gewesen. Airbus habe angeboten, den A380 Neo zu bauen, wenn Emirates Anlagen und Produktion finanziere. Ansonsten hätte der Hersteller Bestellungen für mindestens 250 Jets benötigt.

Wer die Luftfahrt verstehen will, braucht mehr als Schlagzeilen. Wir liefern Hintergründe, Analysen und Einordnung jeden Tag und unabhängig. Mit Ihrem Abo unterstützen Sie unsere Redaktion und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Für den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-airbus-a380

F-WWOW: Erster Airbus A380 absolviert weiteren Testflug

Beschädigter Reifen, spuren und zerstörte Lampen: Ein Airbus A380 von Lufthansa setzte in München zu früh auf.

Sieben Reifen kaputt, drei Lichter zerstört: Warum Lufthansas Airbus A380 vor der Piste landete

Airbus A380 mit Triebwerken von Engine Alliance: Problem mit einer Dichtung.

FAA schickt Airbus-A380-Triebwerke in die Werkstatt

So wird es im Oberdeck der Airbus A380 von British Airways  aussehen: 106 Sitze nur in der Business Class.

British Airways zeigt die größte Business Class der Welt

Video

Aggrarflugzeug kurz vor Absturz: Das Flugzeug traf einen Kindergarten.
In Brasilien ist ein Agrarflugzeug kurz nach dem Start in eine Kindertagesstätte gestürzt. Das Flugzeug traf glücklicherweise einen Gebäudeteil, den die Kinder nicht nutzen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies