Emirates muss derzeit sieben Airbus A380 am Boden lassen, da die Triebwerke nicht betriebsbereit sind. «Die Triebwerke sind zwar technisch in Ordnung, aber ihre zulässige Betriebsdauer ist abgelaufen, und danach dürfen sie nicht mehr verwendet werden», erklärt Emirates-Präsident Tim Clark im Podcast des Magazins Aviation Week. «Wir müssen also darauf warten, dass unsere Partner bei GE und Pratt das Problem in den Griff bekommen.»
Vertraglich vereinbart seien 85 Tage für die Generalüberholung, tatsächlich dauere es aber schon mehr als 350 Tage, und bei den Herstellern gebe einen Rückstau an Aufträgen «Offenbar gelingt es ihnen nicht, die benötigten Materialien zu beschaffen, um die Arbeiten in dem vertraglich vereinbarten Umfang durchzuführen», so Clark. Das sei frustrierend.
Airbus: «Wenn du 200 Stück kaufen würdest, ...»
Der Emirates-Präsident gibt in dem Gespräch auch Einblicke in die Vergangenheit des A380. Bevor Airbus im Jahr 2019 die Einstellung der Superjumbo-Produktion angekündigt habe, sei der Konzern auf ihn zugekommen und habe gesagt: «Wir verkaufen keine weiteren mehr, Tim. Wenn du 200 Stück kaufen würdest, würden wir die Produktion weiterlaufen lassen.» Das sei aber selbst für Emirates zu dieser Zeit zu viel gewesen, sagt Clark.
Tatsächlich bestellte Emirates vor dem Aus der Produktion sogar 39 A380 ab. Clark geht darauf im Gespräch nicht direkt ein. Er sagt aber, zu dieser Zeit habe es in der ersten US-Präsidentschaft von Donald Trump erhebliche Spannungen im internationalen Handel und Sorgen um Handelsabkommen geben, was auch für den A380 ein Problem gewesen sei
Tim Clark über A380: «Man braucht mindestens 50 bis 70»
«Ich denke, dass das Ende des A380 in gewisser Hinsicht darauf zurückzuführen war, dass viele Airline, wenn ich das so sagen darf, nicht in der Lage waren, das Flugzeug wirtschaftlich zu betreiben», so der Emirates-Präsident. «Es ist ein Ungetüm, von dem man nicht 10 oder 15 Exemplare profitabel betreiben kann. Man braucht mindestens 50 bis 70.» Nur so könne man Skaleneffekte mit dem A380 nutzen. «Wenn man ihn irgendwie zwischen andere Flugzeuge und Abläufe einstreut, wird es niemals funktionieren.» Lufthansa fällt mit maximal 14 Airbus A380 übrigens genau in den Bereich, den Clark für wirtschaftlich nicht sinnvoll hält.
Clark spricht auch über das A380-Neo-Konzept, das Airbus trotz seines Werbens nie umgesetzt hat. Mit neuen Triebwerken, neuen Flügeln, kleinerem Seitenleitwerk, mehr Verbundwerkstoffen und modernen Systemen ließen sich die Betriebskosten seiner Ansicht nach um 25 Prozent senken. «Wenn Airbus das Flugzeug gebaut hätte, hätte ich alle unsere vorhandenen A380 ersetzt und zusätzlich hundert weitere gekauft», so Clark.
Bestellungen für mindestens 250 Airbus Airbus A380 Neo nötig
Allerdings sei kein ausreichendes Interesse von anderen Fluglinien vorhanden gewesen. Airbus habe angeboten, den A380 Neo zu bauen, wenn Emirates Anlagen und Produktion finanziere. Ansonsten hätte der Hersteller Bestellungen für mindestens 250 Jets benötigt.
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