Sie kommen nur an Airbus A380 zum Einsatz: Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat eine neue Lufttüchtigkeitsanweisung (Airworthiness Directive oder kurz AD) für bestimmte Triebwerke der Modelle GP7270, GP7272 und GP7277 von Engine Alliance erlassen, einem Gemeinschaftsunternehmen von GE und Pratt & Whitney.
«Anlass war die Meldung eines abgebrochenen Startlaufs infolge des unkontrollierten Versagens der Zwischendichtung der Hochdruckturbine (HPT)», erklärt die FAA in der Anweisung. Das Triebwerk vom Typ GP7270 sei durch das Versagen der Dichtung ausgefallen. Während die Ursache weiter untersucht werde, schreibe man nun vor, «die Zwischendichtung der Hochdruckturbine auszubauen und durch ein für den Einbau zugelassenes Bauteil zu ersetzen». Denn würde der unsichere Zustand nicht behoben, könnte es zu einem Triebwerksbrand und Schäden am Flugzeug kommen.
Kosten liegen jeweils bei einer halben Million Dollar
Im Detail habe man sich entschieden, den Ausbau der 15 Zwischendichtungen mit den höchsten Zyklenzahlen seit der letzten Überholung vorzuschreiben. Damit dürften 15 Dichtungen in 15 verschiedenen Triebwerken gemeint sein, ganz klar sagt die FAA das aber nicht. Je nach Seriennummer muss unterschiedlich schnell gehandelt werden - die kürzeste Frist sind 50 Flugzyklen oder 30 Tage nach Inkrafttreten der Lufttüchtigkeitsanweisung am 23. Oktober - je nachdem, was zuerst eintritt.
Die Kosten pro Einheit beziffert die FAA in der Lufttüchtigkeitsanweisung, über die zuerst das Portal Aero Times berichtete, auf 528.150 Dollar (527.300 Dollar für Teile plus zehn Arbeitsstunden zu jeweils 85 Dollar). Das sind umgerechnet rund 470.000 Euro.
Vier Airlines fliegen A380 mit Engine-Alliance-Triebwerken
Laut FAA ist kein Triebwerk betroffen, das an einem in den USA registrierten Flugzeug zum Einsatz kommt. Das ist kein Wunder, da es in den Vereinigten Staaten keine A380-Betreiber gibt. A380-Airlines, die Triebwerke von Engine Alliance einsetzen, sind Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways und Korean Air. Andere Betreiber wie Lufthansa setzen auf Rolls-Royce-Triebwerke. Bei Emirates kommen Engine Alliance und Rolls-Royce zum Einsatz.
Wer die Luftfahrt verstehen will, braucht mehr als Schlagzeilen. Wir liefern Hintergründe, Analysen und Einordnung - jeden Tag und unabhängig. Mit Ihrem Abo unterstützen Sie unsere Redaktion und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Für den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat Jetzt hier klicken und abonnieren