A380: HNA Group will nicht mehr.

A380-Order in Gefahr

Die chinesische Airline-Gruppe HNA will 10 Superjumbos von Airbus abbestellen. Und stattdessen durch Übernahmen im Ausland wachsen.

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3,8 Milliarden Dollar beträgt der Listenpreis der Bestellung, die auf dem Spiel steht. Chen Feng, Vorsitzender der HNA-Group, überlegt, die Order über 10 A380 bei Airbus zu stornieren. Man befinde sich in entsprechenden Gesprächen mit dem Produzenten. Gedacht waren die Flieger für die Tochter Hong Kong Airlines. Schon einmal war die Bestellung in Gefahr. Im Frühjahr dieses Jahres aber war der Grund der Streit um neue Emmissions-Regeln der EU, gegen die China sich wehren wollte. Nun, so Chen, sei der Grund aber das schwache wirtschaftliche Umfeld.

«Der A380 ist ein so großes Flugzeug – wer hat schon in Zeiten wie diesen die Kraft, zehn Stück davon zu kaufen», sagte Chen gemäß der Nachrichtenagentur Reuters bei einem Kongress der chinesischen Kommunistischen Partei in Peking am Freitag. Als man die Flieger bestellt habe, sei die gesamtwirtschaftliche Lage eine ganz andere gewesen. Damals habe alles rosig ausgesehen, nun stelle sich die HNA Group auf eine längere Periode widriger Umstände ein.

Hong Kong Airlines mit Expansionsverbot

Das Übel hatte sich schon angekündigt. Die Luftfahrtbehörde Hong Kong Civil Aviation Department hat der Fluggesellschaft einen Kauf weiterer Flugzeugtypen vorerst verboten, wie im August dieses Jahres bekannt wurde. «Nach dem sehr schnellen Flottenwachstum in den vergangenen Jahren ist es unsere Überzeugung, dass Hong Kong Airlines sich erst einmal auf die aktuelle Größe konzentrieren muss und ihren Betrieb auf eine solide Basis stellen muss», hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Insofern dürfte Airbus mit den Problemen vielleicht schon gerechnet haben. Eigentlich hatten die zehn von HNA bestellten Superjumbos schon 2015 zur Flotte der schwächelnden Fluglinie stoßen sollen. Doch auch wenn man weiter Wachstum plane – so bald könne man das nicht realisieren, so Chen. In den kommenden Wochen werde man die Ergebnisse der Gespräche mit Airbus bekannt geben.

Im Ausland zukaufen

Expandieren wolle man nun erst einmal durch Akquisitionen im Ausland, heißt es. Erst kürzlich hatte die HNA Group einen 48-Prozent-Anteil an Frankreichs zweitgrößter Airline Aigle Azur gekauft. Zwar spezifizierte Chen nicht, ob man sich schon mit anderen im Gespräch befinde, doch der Weg nach Übersee sei nötig. «So viele Chinesen reisen nach Europa», so Chen gemäß der Zeitung China Daily. Da müsse man in den Markt einsteigen. «Und das geht eben am besten durch Übernahmen.»

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