Boeing 787 Dreamliner: Auf ein Produktionsproblem folgt das nächste.

Boeing 7871000 fliegende Dreamliner haben ein Problem

Boeings Problem-Liste bei der Dreamliner-Produktion wird länger. Schwierigkeiten betreffen noch nicht ausgelieferte, aber auch bereist fliegende Boeing 787.

Top-Jobs

Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Lufthansa trainiert schon Cockpitcrews für den Einsatz in der Boeing 787, die nach Verzögerungen nun ab 2022 ankommen soll. Eine Auslieferung im ersten Quartal des kommenden Jahres würde seiner Airline ausreichen, sagte Konzernchef Carsten Spohr Anfang November. «Wir hätten sie gerne im Sommer, dann brauchen wir sie.» Doch klappt das?

Boeings Liste der Probleme bei der Dreamliner-Produktion wird aktuell nicht kürzer - im Gegenteil. Die Zeitung Seattle Times konnte ein aktuelles Memo der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA zu Boeings Dreamliner einsehen. Es liefert neue Details zu bekannten, aber ungelösten Schwierigkeiten, benennt aber auch ein noch nicht bekanntes Problem.

Problem mit Verunreinigungen

Demnach hat Boeing Probleme mit Verunreinigungen von Kohlefaser-Verbundmaterial, aus dem große Teile von Rumpf, Flügel und Heck hergestellt werden. Schon Anfang des Jahres fiel dies beim Zulieferer Mitsubishi Heavy Industries auf, der die Flügel baut. Dabei war die Festigkeit der Verklebung verringert, lag aber noch innerhalb der erforderlichen Grenzen.

Ende Oktober teilte Boeing der FAA dann aber mit, dass dieselbe Verunreinigungen nun auch bei anderen großen Zulieferern gefunden wurden und dieses Mal auch Rumpf und Heck betreffen. Zudem hätte weitere Tests der Verbundwerkstoffe ergeben, dass die Festigkeit in einigen Fällen außerhalb der zulässigen Grenzen liege. Ein von Boeing vorgeschlagener Bewertungsansatz für das Problem erhielt von der FAA keine Zustimmung.

Zwei ANA-Flieger mit Titanproblem

Das Memo liefert auch neue Details zur Verwendung einer falschen Titanlegierung bei bestimmten Beschlägen, die von Leonardo in Italien in Rumpfsektionen eingebaut wurden, die sich nun in mehr als 450 Dreamlinern befinden. Die FAA erklärte, dies könne zu einem unsicheren Zustand führen, wenn bei zwei oder mehr benachbarten Beschlägen die falsche Legierung verwendet wurde. Zwei Jets, bei denen dieses Sicherheitsrisiko bestand, stammen von All Nippon Airways. Boeing hat die Reparaturen daran im Oktober abgeschlossen.

Ein bereits bekanntes Problem der 787-Produktion ist außerdem an einer neuen Stelle aufgetaucht. Durch winzige Unebenheiten der Oberflächenstruktur entstehen kleine Lücken zwischen verschiedenen Rumpfteilen. Diese Lücken wurden nicht wie vorgesehen mit Auffüllstücken, sogenannten Shims, aufgefüllt.

Lücke jetzt auch rund um die Türen

Dies ist nun auch im Bereich um die hinteren Passagier- und Frachttüren der Fall. Für die Produktion ist ebenfalls Zulieferer Leonardo zuständig. Die FAA stellte fest, dass der Grund der Schwierigkeiten nicht etwa bei schlechter Arbeit bei der Endmontage liegt, sondern bei Ungenauigkeiten im maschinellen Herstellungsprozess.

Boeing erklärte laut dem FAA-Memo zwar, die Lücken würden im Toleranzbereich liegen, lieferte aber keine Daten zu den einzelnen Jets. Der Hersteller hat mit Nachbesserungen an ersten Fliegern begonnen. Neuere hintere Rümpfe werden aktuell gar nicht gebaut.

Mehr als 1000 fliegende Dreamliner betroffen

«Wir prüfen die nicht ausgelieferten Flugzeuge von vorne bis hinten und haben Bereiche gefunden, in denen die Herstellung nicht den technischen Spezifikationen entspricht», bestätigte ein Boeing-Sprecher gegenüber der Seattle Times. Keines der Probleme stelle ein unmittelbares Problem für die Flugsicherheit dar. Die 787, die derzeit in Betrieb seien, könnten später im Rahmen der Routinewartung überprüft und nachgebessert werden.

Laut dem FAA-Memo sollen mehr als 1000 Dreamliner, die bereits fliegen, von dem Lückenproblem an verschiedenen Stellen des Fliegers betroffen sein, schreibt die Zeitung. Das wären so gut wie alle je ausgelieferten Boeing 787. Uneinigkeit herrscht darüber, welcher Umfang an Inspektionen angemessen ist. Boeing hat einen Vorschlag zur Inspektion vorgelegt und darauf hingewiesen, dass das Verfahren keine Genehmigung der FAA erfordert. «Dem widersprechen wir entschieden», schreibt die Behörde.

Mehr zum Thema

Airbus A340-300 von Lufthansa: Muss ran, falls die Boeing 787 später kommen.

Airbus A340-300 ist Lufthansas 787-Notlösung

Dreamliner-Produktion: Aktuell nur zwei pro Monat.

Boeing produziert nur noch zwei Dreamliner pro Monat

Dreamliner-Produktion: Da lief etwas schief.

Dreamliner hat jetzt auch Nasenschmerzen

ticker-boeing-1

Boeing und U.S. Navy testen erstmals Tarnkappendrohne MQ-25A Stingray

Video

Bildschirmfoto 2026-05-01 um 164538
Am Flughafen São Paulo-Congonhas kamen eine landende Boeing 737 und eine startende Embraer E2 sich extrem nahe, so nahe, dass das Kollisionswarnsystem Alarm schlug. Der Jet von Gol und der Jet von Azul näherten sich entlang der Piste bis auf 22 Meter an.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 727 landet am 28. April am Flughafen Doncaster Sheffield: Es war die erste Landung eines großen Flugzeugs seit 2022.
Vier Jahre lang lag der britische Flughafen im Dornröschenschlaf. Jetzt soll er wieder Flüge bekommen. Die erste Landung am Flughafen Doncaster/Sheffield absolvierte aber ein Oldie.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Es wird gearbeitet am FLughafen Basel/Mulhouse.
Am Euro Airport steht das Herz des Flugbetriebs still: Für 36 Tage wird die Hauptpiste komplett erneuert. Wo sonst Jets im Minutentakt starten und landen, dominieren nun Baumaschinen. Ein Besuch am Flughafen Basel/Mulhouse/Freiburg im Ausnahmezustand.
Luca La Rocca
Luca La Rocca