Boeing 737 von Ryanair: Bald wieder in Lübeck zu sehen.

Podcast Luftraum«Flughafen Lübeck hat uns sehr attraktive Konditionen geboten»

Nach zehn Jahren Pause nimmt die Billigairline den Betrieb am Flughafen Lübeck wieder auf. Warum sich Ryanair entschlossen hat, wieder in die Hansestadt zurückzukehren, erklärt Sprecher Marcel Meyer.

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Marcel Meyer sagt es sehr direkt. «Der Flughafen Lübeck hat uns sehr attraktive Konditionen geboten», erklärt der Deutschland-Sprecher von Ryanair. Doch nicht nur finanzielle Anreize hätten seine Airline überzeugt. «Die Region Lübeck ist auch für den Inbound-Tourismus sehr attraktiv. Wir sehen Potenzial für Wachstum und möchten die regionale Wirtschaft unterstützen.»

Ryanair startet Ende März in Lübeck mit drei Strecken: London-Stansted, Malaga und Palma de Mallorca. Die Auswahl dieser Destinationen kommt nicht von ungefähr. «Mallorca und Malaga sind beliebte Ferienziele, die von fast allen deutschen Flughäfen gut laufen. Beide Destinationen sind außerdem wichtige Standorte in unserem Netzwerk», erklärt Meyer. London hingegen sei besonders attraktiv für Städtereisende.

Vielleicht geht in Lübeck auch noch mehr

Dass die Nachfrage vorhanden ist, zeigt bereits die erste Anpassung des Flugplans: «Wir haben die Frequenz nach London-Stansted bereits vor dem ersten Flug erhöht», sagt der Manager. «Das ist ein klares Signal, dass wir an den Standort glauben.» Aktuell ist Ryanair in Norddeutschland ohne eigene Basis präsent. Könnte Lübeck das ändern? Meyer gibt sich zurückhaltend optimistisch: «Eine Basis ist immer ein langfristiges Projekt und braucht enge Zusammenarbeit mit dem Flughafen. Wir werden uns die Entwicklung der nächsten sechs bis sieben Monate anschauen und dann entscheiden». Allerdings sei das Potenzial vorhanden. «Wir haben mit dem Flughafen das Gelände angeschaut und gesehen, welche Erweiterungsmöglichkeiten es gibt. Das ist strategisch interessant», so der Manager.

Marcel Meyer: «Wir erwarten bis 2026 die Lieferung von 29 Maschinen». Bild. aeroTELEGRAPH

Während Lübeck sich über das Ryanair-Comeback freut, sieht es für andere deutsche Flughäfen schlechter aus. Hamburg, Berlin und Nürnberg verlieren Kapazitäten. Der Grund? Die hohen Kosten. «Die Standortkosten in Deutschland sind exorbitant hoch. Die Luftverkehrssteuer und weitere Abgaben machen es uns schwer, hier profitabel zu wachsen», erklärt Meyer. Dass Ryanair Flüge nicht einfach teurer macht, um die Kosten auszugleichen, hat wirtschaftliche Gründe. «Wir vergleichen unsere Märkte rational. Wenn wir in Marokko oder Ungarn bessere Rahmenbedingungen haben, verlagern wir unsere Kapazitäten dorthin.»

Ryanair will in Europa weiter wachsen

Trotz des herausfordernden deutschen Markts bleibt Ryanair in Europa auf Wachstumskurs. Mit mehr als 95 Basen, 235 Flughäfen und einer Flotte von 600 Flugzeugen ist die Airline die größte in Europa. Auch die Zukunft sieht vielversprechend aus: «Wir haben 340 Boeing 737 Max 200 bestellt und erwarten bis 2026 die Lieferung von 29 Maschinen», berichtet Meyer. Die Auslastung der Ryanair-Flüge ist mit rund 95 Prozent beeindruckend hoch. Der Schlüssel zum Erfolg? «Unsere günstigen Preise», sagt der Deutschland-Sprecher. «Der durchschnittliche Ticketpreis liegt bei 50 Euro. Das ermöglicht es uns, die Maschinen maximal auszulasten.»

Das ganze Interview mit Marcel Meyer hören Sie jetzt in unserem Podcast Luftraum.

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