Elektro-Pushback-Fahrzeug: 30 hat EasyJet bestellt.

Elektrisches Rollen und E-SchlepperWie Airlines am Boden sparen wollen

Erst gerade hat British Airways angekündigt, am Boden zunehmend auf elektrische Antriebe zu setzen, da legt Easyjet nach - und kritisiert das Produkt des Konkurrenten sogar.

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Auch wenn es inzwischen viel mehr ist als nur ein Traum: Bis Passagiere mit komplett elektrisch angetriebenen Flugzeugen abheben werden, dürfte noch eine ganze Weile vergehen. Dessen ist man sich auch bei Easyjet bewusst. Die britische Billigfluggesellschaft hat dieser Tage bekannt gegeben, dafür mit dem Unternehmen Wright Electric zusammenzuarbeiten. Abheben soll ein erster Prototyp frühestens 2021.

Weiter ist die Technologie am Boden. Und daher will die Airline nun auch dort sparen. Easyjet hat am Drehkreuz in London Gatwick ein elektrisches Fahrzeug in den Dienst gestellt, das die Flugzeuge von den Gates in Richtung Piste schieben kann. Pro voller Aufladung der Batterien, teilt die Fluglinie mit, sollen 20 Pushbacks möglich sein. In den kommenden Wochen solle ein zweites Fahrzeug den Dienst antreten. Insgesamt sind in Gatwick 60 Flugzeuge von Easyjet stationiert.

Emissionen sparen

Normalerweise werden die Fahrzeuge von Diesel angetrieben, die Emissionen sinken also auf diese Weise signifikant. Insgesamt 30 Stück der sparsamen Fahrzeuge hat Easyjet bestellt, 25 davon sollen bis kommenden Februar in Gatwick ankommen, sagt Graeme MacLeod, der bei Easyjet für das Projekt zuständig ist.

Easyjet ist nicht die erste Fluggesellschaft, die auf das elektrische Schieben und Schleppen setzt: British Airways hat ebenfalls in dieser Woche angekündigt, mit elektrischen Pushback-Fahrzeugen arbeiten zu wollen. Sie sind vom Hersteller Mototok und werden ferngesteuert. Fünf der neuen Gefährte sind an 25 Gates in Heathrow derzeit für Modelle der A320-Familie im Einsatz. Bis Ende des Jahres sollen sie die gesamte Kurz- und Mittelstreckenflotte bedienen.

«Mototok deutlich teurer»

Auch bei Easyjet hat man die Mototoks angeschaut, sagt MacLeod. «Aber sie waren deutlich teurer als die Geräte, für die wir uns nun entschieden haben.» TLD TPX100e heißt das Modell, auf das die Billigairline setzt. Es sei nicht nur günstiger, sondern auch wendiger als die Mototoks. «Die sind im Hangar sehr gut, für unsere Bedürfnisse sind die anderen Gefährte aber besser geeignet», so MacLeod. «Und wenn es regnet, werden die Mitarbeiter nicht nass», fügt er mit einem Schmunzeln an.

Was er damit meint: Die Person, welche die Mototoks bedient, steht im Freien. Die Fahrer der TLD TPX100e befinden sich in einer Kabine. Der stangenlose Mechanismus bewirkt zudem, dass der Bediener des Schleppers das Flugzeug anheben und ziehen kann ohne aus der Fahrerkabine auszusteigen. Dadurch erhöhe sich auch die Effizienz beim Bewegen der Flugzeuge, heißt es von Easyjet. Beim Bewegen der Flugzeuge außerhalb vom Pushback, etwa wenn sie in den Hangar gefahren werden, kommen weiterhin Dieselfahrzeuge zum Einsatz. Aber auch dort habe man sparsamere Modelle bestellt, so MacLeod.

Bald auch elektrisches Rollen

In etwas fernerer Zukunft will Easyjet dann noch weiter gehen. Die Fluggesellschaft geht eine Partnerschaft mit dem Triebwerkshersteller Safran ein, die das Ziel hat, das Rollen umweltfreundlicher und leiser zu gestalten. In den kommenden Monaten will Safran  Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bei Rollbewegungen erproben, was schlussendlich ein emissionsfreies Rollen am Boden ermöglichen soll.

«Aufgrund der hohen Frequenz und der kurzen Sektorlängen im Flugbetrieb werden beim Rollen der Flugzeuge jährlich rund 4 Prozent des gesamten Treibstoffes der Airline verbraucht», so Easyjet. Durch die Technologie könnte man rund 55’000 Tonnen an Treibstoff und der damit verbundenen CO2-Emissionen sparen. Die ersten Testläufe werden nächstes Jahr am Flughafen Toulouse stattfinden. Wirklich reif für den Betrieb dürfte die Technologie aber erst nach 2020 sein, heißt es von Safran.

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