Elektro-Pushback-Fahrzeug: 30 hat EasyJet bestellt.

Elektrisches Rollen und E-SchlepperWie Airlines am Boden sparen wollen

Erst gerade hat British Airways angekündigt, am Boden zunehmend auf elektrische Antriebe zu setzen, da legt Easyjet nach - und kritisiert das Produkt des Konkurrenten sogar.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Auch wenn es inzwischen viel mehr ist als nur ein Traum: Bis Passagiere mit komplett elektrisch angetriebenen Flugzeugen abheben werden, dürfte noch eine ganze Weile vergehen. Dessen ist man sich auch bei Easyjet bewusst. Die britische Billigfluggesellschaft hat dieser Tage bekannt gegeben, dafür mit dem Unternehmen Wright Electric zusammenzuarbeiten. Abheben soll ein erster Prototyp frühestens 2021.

Weiter ist die Technologie am Boden. Und daher will die Airline nun auch dort sparen. Easyjet hat am Drehkreuz in London Gatwick ein elektrisches Fahrzeug in den Dienst gestellt, das die Flugzeuge von den Gates in Richtung Piste schieben kann. Pro voller Aufladung der Batterien, teilt die Fluglinie mit, sollen 20 Pushbacks möglich sein. In den kommenden Wochen solle ein zweites Fahrzeug den Dienst antreten. Insgesamt sind in Gatwick 60 Flugzeuge von Easyjet stationiert.

Emissionen sparen

Normalerweise werden die Fahrzeuge von Diesel angetrieben, die Emissionen sinken also auf diese Weise signifikant. Insgesamt 30 Stück der sparsamen Fahrzeuge hat Easyjet bestellt, 25 davon sollen bis kommenden Februar in Gatwick ankommen, sagt Graeme MacLeod, der bei Easyjet für das Projekt zuständig ist.

Easyjet ist nicht die erste Fluggesellschaft, die auf das elektrische Schieben und Schleppen setzt: British Airways hat ebenfalls in dieser Woche angekündigt, mit elektrischen Pushback-Fahrzeugen arbeiten zu wollen. Sie sind vom Hersteller Mototok und werden ferngesteuert. Fünf der neuen Gefährte sind an 25 Gates in Heathrow derzeit für Modelle der A320-Familie im Einsatz. Bis Ende des Jahres sollen sie die gesamte Kurz- und Mittelstreckenflotte bedienen.

«Mototok deutlich teurer»

Auch bei Easyjet hat man die Mototoks angeschaut, sagt MacLeod. «Aber sie waren deutlich teurer als die Geräte, für die wir uns nun entschieden haben.» TLD TPX100e heißt das Modell, auf das die Billigairline setzt. Es sei nicht nur günstiger, sondern auch wendiger als die Mototoks. «Die sind im Hangar sehr gut, für unsere Bedürfnisse sind die anderen Gefährte aber besser geeignet», so MacLeod. «Und wenn es regnet, werden die Mitarbeiter nicht nass», fügt er mit einem Schmunzeln an.

Was er damit meint: Die Person, welche die Mototoks bedient, steht im Freien. Die Fahrer der TLD TPX100e befinden sich in einer Kabine. Der stangenlose Mechanismus bewirkt zudem, dass der Bediener des Schleppers das Flugzeug anheben und ziehen kann ohne aus der Fahrerkabine auszusteigen. Dadurch erhöhe sich auch die Effizienz beim Bewegen der Flugzeuge, heißt es von Easyjet. Beim Bewegen der Flugzeuge außerhalb vom Pushback, etwa wenn sie in den Hangar gefahren werden, kommen weiterhin Dieselfahrzeuge zum Einsatz. Aber auch dort habe man sparsamere Modelle bestellt, so MacLeod.

Bald auch elektrisches Rollen

In etwas fernerer Zukunft will Easyjet dann noch weiter gehen. Die Fluggesellschaft geht eine Partnerschaft mit dem Triebwerkshersteller Safran ein, die das Ziel hat, das Rollen umweltfreundlicher und leiser zu gestalten. In den kommenden Monaten will Safran  Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bei Rollbewegungen erproben, was schlussendlich ein emissionsfreies Rollen am Boden ermöglichen soll.

«Aufgrund der hohen Frequenz und der kurzen Sektorlängen im Flugbetrieb werden beim Rollen der Flugzeuge jährlich rund 4 Prozent des gesamten Treibstoffes der Airline verbraucht», so Easyjet. Durch die Technologie könnte man rund 55’000 Tonnen an Treibstoff und der damit verbundenen CO2-Emissionen sparen. Die ersten Testläufe werden nächstes Jahr am Flughafen Toulouse stattfinden. Wirklich reif für den Betrieb dürfte die Technologie aber erst nach 2020 sein, heißt es von Safran.

Mehr zum Thema

Airbus A319 von Easyjet: Braucht er künftig keinen Stromanschluss mehr?

Easyjet will ohne Triebwerkskraft rollen

Prototyp der EFlyer 2: Dass Flugzeug soll 2026 von der FAA zertifiziert werden.

Elektroflugzeug Eflyer 2 will als Sparflieger punkten

evio 810 01

Neues Elektroflugzeug für 76 Passagiere will mithilfe von Boeing und Pratt & Whitney abheben

Velis Elektro  im Hintergrund und ein Modell der Eenuee im Vordergrund: :

Elektrisches Regionalflugzeug aus Frankreich mit Platz für 19 Passagiere soll auf Wasser landen können

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack