Lot war eine der letzten europäischen Airlines mit regelmäßigen Flügen in die russische Exklave Kaliningrad, bevor Russland die Ukraine angriff und Europa den Luftraum für russische Airlines schloss - und umgekehrt.
Heute gibt es am Flughafen Kaliningrad-Chrabrowo kaum noch internationale Verbindungen: Den Löwenanteil machen mit rund 15 täglichen Flügen die Strecken nach Moskau und St. Petersburg aus. Minsk ist bei den internationalen Zielen auf Platz eins. Zudem gibt es saisonale Verbindungen in die Türkei und nach Sharm El-Sheikh.
Russland bietet Airlines viel für Flüge nach Kaliningrad
Dabei arbeiten die Behörden seit Jahren daran, wieder mehr internationalen Verkehr in die Exklave zu bringen. Schon im Oktober 2022 öffnete die Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya die Region für zwei Jahre vollständig für ausländische Fluggesellschaften, mit einem ungewöhnlich großzügigen Paket an Rechten: Airlines dürfen seither beliebig viele Flüge zwischen ihrem Heimatland und Kaliningrad anbieten und dort Passagiere aufnehmen, um sie in ein Drittland weiterzubefördern. Seit 2023 sind sogar reine Strecken zwischen Kaliningrad und einem Drittland erlaubt, ganz ohne Bezug zum Heimatland der Airline.
Ziel war es, Fluggesellschaften vom Golf und aus Asien anzulocken.Geklappt hat es bisher nicht. Das Angebot wurde immer weiter verlängert. Doch seit dem 7. September kommt ein bisschen Bewegung in die Sache. Das russische Verkehrsministerium teilte mit, dass sich die russische und die serbische Luftfahrtbehörde eine Vereinbarung getroffen haben, die es ausgewählten serbischen Fluggesellschaften erlaubt, regelmäßige Flüge nach Kaliningrad durchzuführen, berichtet die Nachrichtenangentur Interfax. Unklar ist, wann und in welchem Rahmen die Flüge starten sollen.
Serbien positioniert sich zwischen der EU und Russland
Serbien wagt seit Jahren den Spagat zwischen der EU und Russland. Das Land ist seit 2012 offizieller EU-Beitrittskandidat, hält aber gleichzeitig an engen Beziehungen zu Moskau fest. Air Serbia fliegt ab Belgrad zu verschiedenen Zielen in Russland und ist damit die einzige Airline, die weiterhin sowohl den EU-Luftraum als auch den russischen Luftraum nutzen darf.
Denn auch Russland sperrte mit Beginn des Kriegs seinen Luftraum für Fluggesellschaften aus Staaten, die russische Flugzeuge ausgesperrt hatten. Serbien blieb davon ausgenommen. Die neue Verbindung nach Kaliningrad dürfte die Spannungen zwischen Belgrad und Brüssel weiter verschärfen
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