Russische Fluglinien von Aeroflot bis Yamal Airlines setzen aktuell 154 Yakovlev Superjet 100 ein, wie aus Daten des Luftfahrtdatenportals CH-Aviation hervorgeht. Noch. Denn in der Moscow Times warnt nun Aeroflot-Chef Sergei Alexandrowsky davor, dass den 17 Betreibern eine schrittweise Ausflottung ihrer Superjets droht. Ohne staatliche Subventionen könnten die Fluggesellschaften den Umbau auf das russische Triebwerk PD-8 nicht stemmen.
Mit dem neuen PD-8-Triebwerk sollen die westlichen Triebwerke des Superjets ersetzt werden, weil diese wegen der Sanktionen nicht mehr von Safran gewartet werden können. Der Tausch ist aufwändig: Neben dem Triebwerk selbst müssen auch neue Gondeln sowie Anpassungen an Flügelpylonen, Flügelkasten und Bordelektronik vorgenommen werden. Die Kosten dafür werden auf 2,1 bis 2,3 Milliarden Rubel pro Flugzeug geschätzt, umgerechnet rund 21 bis 22,6 Millionen Euro.
Chef von Hersteller des Superjet 100 widerspricht
Es gibt noch ein weiteres Problem: Bei Treffen von Betreibern der Flugzeuge der United Aircraft Corporation (UAC) kamen Branchenvertreter zu einem ernüchternden Schluss: Wirtschaftlich lohnt sich der Triebwerkstausch nur bei etwa 50 Flugzeugen. Bei den übrigen Superjets sind andere kritische Bauteile bereits so weit abgenutzt, dass sich eine Neubemotorisierung nicht mehr rechnet. Widerspruch kommt von UAC-Chef Wadim Badecha: Er beziffert die Zahl umrüstbarer Maschinen auf 50 bis 100 und hält staatliche Unterstützung für nicht erforderlich.