Belastbare Zahlen gibt es nicht, aber Schätzungen gehen davon aus, dass es in Russland noch rund 300 bis 400 Geschäftsreiseflugzeuge gibt. Davon sollen knapp 160 Jets in Russland registriert sein, während weitere bis zu 240 Flugzeuge zwar russischen Eigentümern gehören, aber im Ausland registriert sind. Eines haben alle Flugzeuge gemein: Sie stammen alle aus westlicher Produktion, von Bombardier bis Gulfstream.
Einen reinen Businessjet, wie eine Cessna Citation oder ein Bombardier Learjet, aus russischer Produktion gab es bisher nicht und wird es auch weiterhin erstmal nicht geben. Aber jetzt dafür schreitet Russland bei Bau der Aurus-Jets voran. Dem Unternehmen wurde jetzt ein Grundstück in der Sonderwirtschaftszone Uljanowsk zugeteilt.
Russland investiert 180 Millionen in Fabrik
Geplant ist, dass dort Flugzeuge künftig endmontiert, erprobt und gewartet werden. Der Bau der Produktionsstätte soll 15,4 Milliarden Rubel kosten, umgerechnet rund 180 Millionen Euro, berichtet das Portal Bizavnews. Rund 13,2 Milliarden Rubel sollen über Kredite finanziert werden, die Investition soll sich nach gut 5,5 Jahren amortisieren, heißt es.
Aurus ist aber kein dezidierter Flugzeughersteller, sondern vor allem als russische Nobel-Automarke bekannt. Aurus setzt dabei auf Badge Engineering, das heißt, Design und Endmontage sind russisch, während die technische Basis von einem ausländischen Partner stammt. Im Fall der Autos waren das lange westliche Komponenten, mittlerweile stammt die Technik aus China. Der russische Staat verfolgt aber schon länger die Strategie, Aurus zu einer Dachmarke für hochwertige Produkte auszubauen.
Aurus-Aero setzt auf 30 Jahren alten Entwurf
Geplant ist, dass in dem Werk bis zu 25 Flugzeuge pro Jahr gebaut werden. Neben Business-Jets soll dort auch eine größere Passagierversion mit rund 64 Sitzen entstehen.,m heißt es. Regionalgouverneur Alexej Russkich hatte das Vorhaben bereits im Oktober 2025 angekündigt.
Sukhoi Superjet 100 sollte auch schon Businessjet werden
Es ist nicht der erste Anlauf: Russland präsentierte schon 2021 auf der Dubai Airshow einen Aurus Business Jet. Basis war der Sukhoi Superjet 100. Zu einer Serienfertigung kam es nie. Im September 2023 hatte Gazprom Tech Aurus-Aero übernommen und den Firmensitz zunächst nach Moskau und im Juli 2026 schließlich nach Ulyanovsk verlegt.
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