Tupolev Tu-324: Auferstehung geplant.

Grundlage Tupolev Tu-324Russland baut erstmals Fabrik für eigene Businessjets

Russland hat noch nie einen Business-Jet in Serie gebaut. Jetzt gibt es einen neuen Versuch: Für 180 Millionen Euro entsteht in Ulyanovsk eine Fabrik für Jets der Marke Aurus, technisch basierend auf einem 30 Jahre alten Tupolev-Entwurf.

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Belastbare Zahlen gibt es nicht, aber Schätzungen gehen davon aus, dass es in Russland noch rund 300 bis 400 Geschäftsreiseflugzeuge gibt. Davon sollen knapp 160 Jets in Russland registriert sein, während weitere bis zu 240 Flugzeuge zwar russischen Eigentümern gehören, aber im Ausland registriert sind. Eines haben alle Flugzeuge gemein: Sie stammen alle aus westlicher Produktion, von Bombardier bis Gulfstream.

Einen reinen Businessjet, wie eine Cessna Citation oder ein Bombardier Learjet, aus russischer Produktion gab es bisher nicht und wird es auch weiterhin erstmal nicht geben. Aber jetzt dafür schreitet Russland bei Bau der Aurus-Jets voran. Dem Unternehmen wurde jetzt ein Grundstück in der Sonderwirtschaftszone Uljanowsk zugeteilt.

Russland investiert 180 Millionen in Fabrik

Geplant ist, dass dort Flugzeuge künftig endmontiert, erprobt und gewartet werden. Der Bau der Produktionsstätte soll 15,4 Milliarden Rubel kosten, umgerechnet rund 180 Millionen Euro, berichtet das Portal Bizavnews. Rund 13,2 Milliarden Rubel sollen über Kredite finanziert werden, die Investition soll sich nach gut 5,5 Jahren amortisieren, heißt es.

Aurus ist aber kein dezidierter Flugzeughersteller, sondern vor allem als russische Nobel-Automarke bekannt. Aurus setzt dabei auf Badge Engineering, das heißt, Design und Endmontage sind russisch, während die technische Basis von einem ausländischen Partner stammt. Im Fall der Autos waren das lange westliche Komponenten, mittlerweile stammt die Technik aus China. Der russische Staat verfolgt aber schon länger die Strategie, Aurus zu einer Dachmarke für hochwertige Produkte auszubauen.

Aurus-Aero setzt auf 30 Jahren alten Entwurf

Und auch bei der 2022 gegründeten Aurus-Aero setzt Russland auf dieses Prinzip, allerdings kommt die Technik nicht aus dem Ausland, sondern aus Russland selbst. Schon vor zwei Jahren wurde bekannt, dass Russland als Basis mit der Tupolev Tu-324 auf einen rund 30 Jahre alten Entwurf setzt, der es nie in die Serienproduktion geschafft hat. Neu sind die russischen PD-8-Triebwerke. Geplant ist eine VIP-Version für 19 Personen mit bis zu 7000 Kilometern Reichweite.

Geplant ist, dass in dem Werk bis zu 25 Flugzeuge pro Jahr gebaut werden. Neben Business-Jets soll dort auch eine größere Passagierversion mit rund 64 Sitzen entstehen.,m heißt es. Regionalgouverneur Alexej Russkich hatte das Vorhaben bereits im Oktober 2025 angekündigt.

Sukhoi Superjet 100 sollte auch schon Businessjet werden

Es ist nicht der erste Anlauf: Russland präsentierte schon 2021 auf der Dubai Airshow einen Aurus Business Jet. Basis war der Sukhoi Superjet 100. Zu einer Serienfertigung kam es nie. Im September 2023 hatte Gazprom Tech Aurus-Aero übernommen und den Firmensitz zunächst nach Moskau und im Juli 2026 schließlich nach Ulyanovsk verlegt.

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