Boeing 737 von El Al am Flughafen tel aviv: Aktuell gleicht der Airport einer US-Militärbasis.

Flughafen Tel Aviv Israelische Airlines haben kaum mehr Platz - weil das US-Militär zu viel Parkflächen braucht

Mit Beginn des Iran-Kriegs brachten israelische Airlines ihre Flugzeuge ins Ausland in Sicherheit. Nun können sie diese nicht zurückholen, weil am Flughafen Tel Aviv Militärflieger der USA zu viel Platz beanspruchen.

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Knapp eine Woche vor dem ersten gemeinsamen Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar leiteten die israelischen Fluggesellschaften umfangreiche Vorsorgemaßnahmen ein. Kernstück war die Verlegung von Flugzeugen an ausländische Flughäfen, um sie im Fall einer kurzfristigen Eskalation in Sicherheit zu bringen

Und das taten die israelischen Airlines. Nur blieb der Flughafen Tel Aviv nicht lange leer. Die USA verlegten Boeing KC-135 sowie C-17-Globemaster zu Israels größten Airport. Laut der Zeitung Times of Israel waren zeitweise mindestens 14 amerikanische Tank- und Transportflugzeuge dort stationiert. Der zivile Flughafen wurde damit de facto zur US-Militärbasis.

Flugzeuge übernachten auswärts - und stehen am falschen Ort

Das wird zunehmend zum Problem. Seit der teilweisen Wiedereröffnung des israelischen Luftraums Anfang April finden El Al, Arkia und Israir an ihrem Heimatflughafen kaum noch Platz. Israir-Chef Uri Sirkis sagte vor dem Wirtschaftsausschuss der Knesset, seine Airline dürfe derzeit wegen der US-Militärflugzeuge nur vier Flugzeuge über Nacht in Tel Aviv parken. Früher habe man jeweils 17 Jets dort gehabt.

Laut Sirkis beeinträchtigt die Situation sowohl die Kosten als auch den laufenden Betrieb. Besonders frühe Flüge seien betroffen. Die Times of Israel zitiert den Israir-Chef mit einem konkreten Beispiel: Wenn ein Flugzeug nachts nicht in Tel Aviv stehen darf, muss es im Ausland geparkt werden und den Flug von dort aus beginnen, also etwa von Rom nach Tel Aviv starten, statt wie geplant in die umgekehrte Richtung.

Auch der Chef der Zivilluftfahrtbehörde CAA warnt

Das verteuere die Flüge und begrenze die Zahl der Verbindungen, die israelische Airlines anbieten könnten, so Sirkis. Auch Shlomi Zafrany, Vizechef für kommerzielle und internationale Beziehungen bei El Al, schlägt in dieselbe Kerbe. Laut Times of Israel verwies er auf die operativen und wirtschaftlichen Folgen, wenn eine israelische Fluggesellschaft von ausländischen Standorten aus operieren müsse, ohne die nötigen Slots und Absprachen mit den dortigen Behörden zu haben.

Und auch Shmuel Zakai, Chef der israelischen Zivilluftfahrtbehörde CAA, schlägt Alarm. Laut dem Portal Calcalist wandte er sich an das Verkehrsministerium mit dem Hinweis, die Präsenz der amerikanischen Militärflugzeuge beeinträchtige nicht nur die wirtschaftliche Stabilität israelischer Fluggesellschaften, sondern halte auch ausländische Airlines davon ab, Israel wieder anzufliegen.

Leidtragende sind die Israelis

Leidtragende sind neben den israelischen Fluggesellschaften letztlich auch die Passagiere. Denn die knappe Kapazität dürfte die Ticketpreise in Israel diesen Sommer in die Höhe treiben.

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